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27.09.2002 – 12:41

MC.B Verlag GmbH

Pressemitteilung zum "Deutschen Orthopädenkongreß 2002" in Berlin / Mit der Orthopädie Kosten sparen

    Berlin (ots)

Die Bevölkerung in den Industriestaaten wird immer
älter, damit erhalten Volkskrankheiten wie die Arthrose, der
Chronische Rückenschmerz oder die Osteoporose eine immer größere
Bedeutung. Rund 10.000 Orthopäden und Unfallchirurgen stehen in
Deutschland für die Behandlung von Erkrankungen der Haltungs- und
Bewegungsorgane in Praxen und Kliniken zur Verfügung. Rund 3.000
trafen sich in dieser Woche zum Deutschen Orthopädenkongress in
Berlin, um die neuesten Forschungsergebnisse in Diagnostik und
Therapie zu diskutieren. "Die deutsche Orthopädie arbeitet auf einem
hohen wissenschaftlichen Standard und ist in der Lage, dem
Gesundheitswesen wie der Volkswirtschaft Milliarden Euro zu
ersparen", erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC), Prof. Dr. med. Werner
Hein (Halle), das hätten über 1.000 wissenschaftliche Vorträge im
Verlaufe der Berliner Tage erneut bewiesen. Der Deutsche
Orthopädenkongress wird jedes Jahr gemeinsam von der DGOOC und dem
Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie (BVO) organisiert. Die
Themen "Arthrose" und "Der kranke Rücken" standen in diesem Jahr
neben den Themen Knochentumoren und Gelenksentzündungen im
Mittelpunkt des Kongresses.
    
    Die über 100jährige Geschichte der deutschen Orthopädie verbinde
Tradition mit ständiger Innovation und sei damit bis heute eine
"Erfolgsstory". Hein warnte aber vor "Steinen", die der Orthopädie in
den Weg gelegt würden. Als Beispiel nannte er die zunehmende Zahl von
Operationen von Oberschenkelhalsfrakturen. Diese Patienten könnten
nur mit bestens ausgebildeten Orthopäden versorgt werden. Trotz aller
neuen, z.B. minimalinvasiven Operationstechniken und verbesserten
Prothesen, die zwar zu verkürzten Krankenhausauf-enthalten führten,
die Rehabilitationsmöglichkeiten verbesserten wie auch
Kostenreduzie-rungen bewirkten. Die zunehmenden bürokratische
Hemmnisse (z.B. die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes)
verhinderten eine optimale Ausbildung junger Ärzte und als Folge
würden sich immer weniger für eine Weiterbildung in der Orthopädie
entscheiden. Außerdem sei Forschung nicht zum "Nulltarif" zu haben.
Hein forderte die Politik auf, durch ent-sprechende Maßnahmen die
entsprechenden finanziellen und materiellen Ressourcen bereit zu
stellen, um gerade bei den Erkrankungen der Haltungs- und
Bewegungsorgane weitere Fortschritte zu ermöglichen.
    
    DGOOC und BVO hatten im Vorfeld des Kongresses einen politischen
10-Punkte-Forderungskatalog vorgelegt und die neue Bundesregierung
wie die Krankenkassen aufgefordert, einen spezifischen orthopädischen
Präventionsplan einzuführen. "Alle Parteien", so BVO-Vorsitzender Dr.
med. Siegfried Götte (München) und der BVO-Tagungspräsident Dr. med.
Martin Talke (Berlin), seien sich einig, dass die Prävention gestärkt
werden müsse. Man habe bei verschiedenen Aktionen, zuletzt in Berlin
in Zusammenarbeit mit Hertha BSC, festgestellt, dass es bereits bei
Kindern und Jugendlichen eine erschreckend hohe Zahl von
Fehlentwicklungen bei den Haltungs- und Bewegungsorganen gebe, die in
späteren Jahren zu erheblichen Beschwerden und Erkrankungen führen
könnte. Der fünfstufige orthopädische Präventionsplan trage daher den
"altersgestuften Gefährdungspotentialen vom Säugling bis zum
Erwachsenen besonders Rechnung". Die Orthopäden boten daher der
Politik "unsere zukunftsgerichtete, sachkompetente Lösung" an.
    
    Gleichzeitig gaben DGOOC und BVO der neuen Bundesregierung zu
bedenken, das geplante Primärarztsystem einzuführen. "Nur die
möglichst frühzeitige Inanspruchnahme fachärztlich-orthopädischer
Kompetenz durch die Patienten verhindert erhebliche Folgekosten für
Kran-kenkassen und Volkswirtschaft in Milliardenhöhe", erklärten
beide Organisationen. Hierfür stehe das Kompetenznetz Orthopädie aus
Kliniken und Praxen mit seiner flächendeckenden fachärztlichen
Versorgung zur Verfügung.
    
    Neueste Entwicklungen aus einem der Forschungssektoren der
Orthopädie erläuterte der Mannheimer Prof. Dr. med. Hanns-Peter
Scharf. Schon heute leide jeder vierte Bundesbürger über 60 Jahre,
aufgrund einer Arthrose an Schmerzen und Bewegungsverlust, eine
Entwicklung, die sich weiter fortsetzen werde und die einen
erheblichen Verlust an Lebensqualität darstelle. Denn spätestens 2010
lebten in Deutschland mehr Senioren als unter 20jährige. Aufgrund
neuer Ergebnisse der Grundlagenforschung "verstehen wir jetzt mehr
von den Abläufen der Erkrankungen des arthrotischen Formenkreises".
Daraus würden neue Therapieansätze entwickelt. Zum Beispiel blockten
neue Substanzen aus der Arzneimittel-forschung den Knorpelabbau.
Scharf wies darauf hin, dass der operative Gelenkersatz zu den
effizientesten Eingriffen in der Medizin gehöre. Die Orthopäden
hofften, durch neue Behand-lungsmethoden mehr und mehr Operationen zu
vermeiden und damit weiter Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren.

    
    Veranstalter:
    
    Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
e.V.(DGOOC)
    Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie e.V. (BVO)
    
    
    
ots Originaltext: MC.B GmbH
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Jakob Funk
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