DAK-Studie: 750.000 Kinder von Tabakrauch im Auto belastet
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Eine Sonderanalyse im DAK-Präventionsradar zeigt: Rauchen im Auto belastet mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche. Jedes zehnte Schulkind (10,9 Prozent) ist „oft“ oder „sehr oft“ Tabakrauch im Auto ausgesetzt. DAK-Chef Storm und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin von der Decken sprechen sich für ein Rauchverbot im Auto bei Anwesenheit von Minderjährigen aus. Lesen Sie mehr in unserer Pressemitteilung.
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Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit
Tabakrauch im Auto belastet mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche
- Sonderanalyse im DAK-Präventionsradar: Jedes zehnte Schulkind von Passivrauch betroffen
- Experten warnen vor Gesundheitsrisiken wie Atemwegsinfekte, Asthma und Mittelohrentzündungen
- DAK-Chef Storm und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin von der Decken sprechen sich für Rauchverbot im Auto bei Anwesenheit von Minderjährigen aus
Eine Sonderanalyse im DAK-Präventionsradar zeigt: Rauchen im Auto belastet mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche. In Deutschland ist das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten, im privaten Auto jedoch erlaubt. Die Folge: Jedes zehnte Schulkind (10,9 Prozent) ist „oft“ oder „sehr oft“ Tabakrauch im Auto ausgesetzt. Rund 36 Prozent geben zudem an, dass sie „manchmal“ oder „selten“ von Passivrauch betroffen sind. Jugendliche mit einem niedrigen sozialen Status fahren häufiger in einem privaten Auto, in dem geraucht wird, als Teenager aus höheren sozialen Schichten. Für den DAK-Präventionsradar hat das IFT-Nord in Kiel im Schuljahr 2024/2025 mehr als 26.500 Schülerinnen und Schüler in 14 Bundesländern befragt. Die Daten zeigen: Schulkinder, die Passivrauch im Auto ausgesetzt sind, konsumieren häufiger selbst Nikotinprodukte. Experten warnen vor Gesundheitsrisiken und einer frühen Nikotinabhängigkeit junger Menschen. DAK-Vorstandschef Storm und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin von der Decken fordern daher ein Rauchverbot im Auto bei Anwesenheit von Minderjährigen und werben um mehr Aufmerksamkeit im privaten Umfeld zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
„Tabakrauch kann auch für Menschen, die ihm nur passiv ausgesetzt sind, gravierende negative gesundheitliche Folgen haben. Kinder sind besonders gefährdet“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Angesichts der hohen Anzahl an Betroffenen sollten wir in Deutschland ein erweitertes Rauchverbot im Auto umsetzen. Andere europäische Länder haben das Rauchen im Auto längst verboten, sofern Minderjährige mitfahren und teilweise auch, wenn Schwangere im Auto anwesend sind.“
Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken sagt: „Es ist hinlänglich bekannt, dass Passivrauchen die Gesundheit gefährdet. Das gilt besonders in geschlossenen Fahrzeugen, wo die Passivrauchkonzentration sehr hoch ist. Es ist daher richtig, ein erweitertes Rauchverbot in Autos einzuführen. Die Gesetzgebungskompetenz dafür liegt auf Bundesebene. Der Bundesrat hat sich wiederholt für eine entsprechende Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes eingesetzt. Zuletzt gab es im September 2025 einen Antrag, den Schleswig-Holstein unterstützt. Ziel ist es, das Rauchen in geschlossenen Fahrzeugen in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren zu verbieten. Der Bund ist weiterhin gefordert, eine gesetzliche Änderung umzusetzen.“
Der DAK-Präventionsradar belegt, dass jedes zehnte Schulkind im Alter von neun bis 17 Jahren „oft“ oder „sehr oft“ in einem Auto mitfährt, in dem geraucht wird. 10,9 Prozent der Schulkinder machten entsprechende Angaben beim Präventionsradar 2025. Der DAK-Präventionsradar ist eine bundesweite Schulstudie zur Gesundheitslage von Kindern und Jugendlichen. Im Erhebungszeitraum der neunten Welle (November 2024 bis Februar 2025) nahmen 26.586 Schülerinnen und Schüler aus 1.712 Klassen an 116 Schulen teil. Die Online-Befragung wurde im Klassenverband durchgeführt und erfasste unter anderem Daten zum Wohlbefinden, zum Gesundheitsverhalten und zu sozialen Faktoren. Von den befragten Kindern und Jugendlichen machten 25.066 Angaben zum Thema Tabakrauch im Auto. 52,7 Prozent von ihnen sind „noch nie“ in einem Privatfahrzeug mitgefahren, in dem geraucht wurde, 36,3 Prozent „manchmal“ oder „selten“.
„Unsere groß angelegte Schulbefragung zeigt erstmals, wie viele Heranwachsende in Deutschland tatsächlich betroffen und gefährdet sind,“ sagt Professor Reiner Hanewinkel, Leiter des IFT-Nord, das den DAK-Präventionsradar wissenschaftlich realisiert. „Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, leiden häufiger unter Infektionen der oberen Atemwege, Mittelohrentzündung und Asthma als Gleichaltrige ohne Passivrauchexposition.“ In der Schwangerschaft könne das Einatmen des Tabakrauchs die gesunde Entwicklung des Embryos gefährden und möglicherweise ein niedriges Geburtsgewicht verursachen, betont Hanewinkel, der die Forderung nach einem Rauchverbot im Auto bei Anwesenheit Minderjähriger oder Schwangerer ausdrücklich unterstützt.
Die Auswertung der Daten zeigt, dass Schülerinnen und Schüler mit einem hohem Sozialstatus seltener in einem Auto sitzen, in dem geraucht wird, als Gleichaltrige mit einem eher niedrigen Status. Zudem sind auch Jungen und Mädchen, die auf ein Gymnasium gehen, nicht so häufig betroffen wie Schulkinder anderer Schulformen. Die Studie legt außerdem offen, dass Jugendliche, die Passivrauch im Auto ausgesetzt waren, häufiger selbst Nikotinprodukte konsumieren.
Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.
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