Niedersachsen: Angststörungen bei Mädchen werden chronisch
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Die Folgen der Pandemie und anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Niedersachsen dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen niedersächsische Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, da sich hier die größten Anstiege zeigen: 2024 waren knapp 73 von 1.000 DAK-versicherten jugendliche Mädchen mit einer Angststörung in Behandlung, womit hochgerechnet landesweit rund 8.000 junge Frauen betroffen waren. Im Vergleich zu 2019 ist dies ein Anstieg um 70 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl chronischer Angststörungen um 149 Prozent. Bei jugendlichen Mädchen in Niedersachsen sind die Fallzahlen von Depressionen und Essstörungen ebenfalls erhöht. Nach einem Anstieg bis 2021 stabilisiert sich die Häufigkeit dieser Diagnosen mit einer Plateau-Bildung auf einem hohen Niveau. Lesen Sie mehr in unserer Pressemeldung.
Freundliche Grüße
Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit Niedersachsen
Niedersachsen: Angststörungen bei Mädchen werden chronisch
- DAK-Kinder- und Jugendreport: Angststörungen bei jugendlichen Mädchen steigen seit 2019 um 70 Prozent – Zahl dauerhafter Behandlungen mehr als verdoppelt
- Plateau-Bildung auf hohem Niveau auch bei Depressionen und Essstörungen
- DAK-Landeschef Vennekold und Ärztekammer Niedersachsen fordern Schulfach Gesundheit
Die Folgen der Pandemie und anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Niedersachsen dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen niedersächsische Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, da sich hier die größten Anstiege zeigen: 2024 waren knapp 73 von 1.000 DAK-versicherten jugendliche Mädchen mit einer Angststörung in Behandlung, womit hochgerechnet landesweit rund 8.000 junge Frauen betroffen waren. Im Vergleich zu 2019 ist dies ein Anstieg um 70 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl chronischer Angststörungen um 149 Prozent. Bei jugendlichen Mädchen in Niedersachsen sind die Fallzahlen von Depressionen und Essstörungen ebenfalls erhöht. Nach einem Anstieg bis 2021 stabilisiert sich die Häufigkeit dieser Diagnosen mit einer Plateau-Bildung auf einem hohen Niveau.
„Die aktuellen Ergebnisse des DAK-Kinder- und Jugendreports zeigen den Ernst der Lage und eine neue Dimension von psychischen Erkrankungen. Vor allem junge Menschen sind von Ängsten, Depressionen und Essstörungen dauerhaft betroffen – insbesondere Mädchen. Um unsere Kinder zu stärken und zu schützen, ist Schule ein wichtiger Ort. Niedersachsen braucht ein neues Schulfach Gesundheit“, sagt Dirk Vennekold, DAK-Landeschef in Niedersachsen. „Jugendliche leiden oft auch später als Erwachsene an den Folgen ihrer psychischen Erkrankungen, was ihre Familien oder ihr Arbeitsleben belastet. Deshalb brauchen wir jetzt ein neues Fach, welches die Gesundheitskompetenz von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen stärkt.“
Angststörungen chronifizieren sich bei jugendlichen Mädchen
Laut DAK-Kinder- und Jugendreport für Niedersachsen sind jugendliche Mädchen von Angststörungen besonders betroffen. So hat sich die Chronifizierung von Angststörungen bei ihnen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie mehr als verdoppelt: 2019 mussten 7,7 von 1.000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren jedes Quartal mit einer Angststörung ambulant oder stationär behandelt werden. 2024 waren es 19,2 je 1.000 jugendliche Mädchen. Das entspricht einer Steigerung von 149 Prozent. Zudem haben sich die Komorbiditäten, also ein gleichzeitiges Auftreten zweier psychischer Erkrankungen bei jungen Patientinnen, ebenfalls fast verdoppelt. Die Zahl jugendlicher Mädchen, die zeitgleich an einer Angststörung und einer Depression litten, erhöhte sich 2024 im Vergleich zu 2019 um rund 83 Prozent.
Experte: Wir brauchen eine höhere Gesundheitskompetenz
„Der DAK Kinder- und Jugend Report 2025 zeigt erneut einen Anstieg der Angststörungen. Die Zahlen des Reports machen uns klar, dass eine qualitative und quantitative Versorgung dieser Patienten in unserem System zum jetzigen Zeitpunkt nur unzureichend gewährleistet werden kann. Die Zunahme dieser Erkrankungen allein ist erschreckend. Zu wissen, dass die zunehmende Anzahl der Patienten in unserem System nicht versorgt werden kann, ist allerdings die zweite große Sorge“, sagt Dr. med. Thomas Buck, stellvertretender Präsident der Ärztekammer Niedersachsen. „Als Ärztekammer Niedersachsen stimmen wir der Forderung der DAK-Gesundheit zu, ein neues Schulfach Gesundheit zu schaffen. Wir brauchen in diesen unsicheren Zeiten eine höhere Gesundheitskompetenz bei der heranwachsenden Generation. Ebenso wichtig ist es, dass wir als Gesellschaft den Umgang mit Mitmenschen mit psychiatrischen Erkrankungen erlernen.“
Plateau-Bildung bei Angststörungen seit 2021
Der DAK-Kinder- und Jugendreport zeigt für Niedersachsen, dass 2024 rund 24 von 1.000 DAK-versicherten Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 17 Jahren mit einer Angststörung behandelt wurden. Das entspricht hochgerechnet landesweit rund 23.300 Kindern und Jugendlichen. Vor allem Jugendliche sind betroffen. Seit 2019 steigen die Zahlen kontinuierlich an. Im Vergleich zum letzten Vorpandemie-Jahr 2019 steht 2024 ein Plus von 56 Prozent. Bei jugendlichen Mädchen zeigt sich eine Plateaubildung auf hohem Niveau. Diese Plateau-Bildung zeigt sich besonders deutlich bei jugendlichen Mädchen: 2024 mussten rund 73 von 1.000 niedersächsischen Mädchen mit einer Angststörung ambulant oder stationär versorgt werden, insbesondere mit sozialen Phobien und Panikstörungen. Hochgerechnet waren es landesweit rund 8.000 Teenagerinnen im Alter von 15 bis 17 Jahren. Im Vergleich mit dem letzten Vorpandemiejahr 2019 ist das ein Plus von 70 Prozent.
Als erste Krankenkasse in Niedersachsen hat die DAK-Gesundheit ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit dem Fokus auf Angststörungen, Depressionen und Essstörungen für das Jahr 2024 ausgewertet. Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von knapp 73.200 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Niedersachsen versichert sind. Untersucht wurde das Zeitfenster von 2019 bis 2024 mit insgesamt rund 3,8 Millionen ambulanten Arzt- und Therapeutenbesuchen, Krankenhausaufenthalten und Arzneimittelverschreibungen. Der Fokus der Analyse lag auf der Altersspanne fünf bis 17 Jahre und insbesondere auf jugendlichen Mädchen.
Depressionen und Essstörungen weiter auf hohem Niveau
Bei jugendlichen Mädchen in Niedersachsen zeigt sich ein ähnlicher Trend zu einer Plateau-Bildung auch mit Blick auf Depressionen und Essstörungen. So stiegen die Behandlungszahlen jugendlicher Mädchen mit Depressionen 2024 im Vergleich zu 2019 um gut 23 Prozent, bei Essstörungen um etwa 33 Prozent. Auch wenn es im Bereich Essstörungen in Niedersachsen zuletzt leichte Rückgänge gab: Seit 2021 bleiben die Behandlungszahlen von jugendlichen Mädchen mit Depressionen und Essstörungen auf einem hohen Niveau. 2024 waren in Niedersachsen hochgerechnet rund 8.700 jugendliche Mädchen mit einer Depression in Behandlung. Im Falle von Essstörungen waren es etwa 2.000 Teenagerinnen zwischen 15 und 17 Jahren.
Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit. Insgesamt sind bei der Krankenkasse in Niedersachsen rund 532.000 Menschen versichert.
Freundliche Grüße
Ann-Kathrin Wucherpfennig DAK-Gesundheit Unternehmenskommunikation/Public Relations Pressesprecherin Niedersachsen
Ellernstr. 40, 30175 Hannover Tel.: 0511 897499-1161 Handy: 0175 5192060 Fax: 040 33470-063125 ann-kathrin.wucherpfennig@dak.de www.dak.de www.dak.de/presse www.facebook.com/dakonline www.x.com/dakgesundheit www.instagram.com/dakgesundheit www.youtube.com/dakgesundheit www.pinterest.com/dakgesundheit