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Global Player der Finanzbranche: Man spricht Deutsch

    Hamburg (ots) - Kontoführung auf Türkisch, arabische
Investmentfonds und Anlageberatung auf chinesisch haben die deutschen
Finanzdienstleister nur selten im Angebot. Im Internet sprechen die
Global Player Deutsch. Nur fünf Prozent gehen bei ihren deutschen
Webauftritten auf ausländische Kunden ein. Der Grund: Nach Ansicht
der Banker stehen die Kosten für fremdsprachige Services in keinem
Verhältnis zu den Umsatzaussichten. Falsch gedacht: So sind
beispielsweise allein die in Deutschland lebenden Türken mit einem
Nettojahreseinkommen von rund 10,5 Milliarden Euro eine interessante
Anlegergruppe. Banken und Versicherungen bleiben trotzdem deutlich
hinter ihren Möglichkeiten zurück, so die Einschätzung der  Mummert +
Partner Unternehmensberatung.
    
    "Ben bir Bankahesabi acmak istiyorum?" Wer auf Türkisch ein Konto
eröffnen will, braucht eine spezielle Beratung. Hände und Füße helfen
bei sensiblen Bankleistungen nicht weiter. Ungenutzte Chancen: In
Deutschland leben rund 7,5 Millionen Ausländer. Die Türken sind mit
2,4 Millionen die größte Volksgruppe und legen weitaus mehr auf die
hohe Kante als die Deutschen. Während diese 10,3 Prozent ihres
Nettoeinkommens zurücklegen, sparen die türkischen Mitbürger weit
mehr als das Doppelte - insgesamt ein Anlagevermögen von rund vier
Milliarden Euro. Ein Potenzial, das beispielsweise die
Dresdner-Bank-Tochter Deutsche Fonds- und Vorsorgeberatung GmbH
erkannt hat, weshalb sie eine türkische Investmentfonds-Beratung
anbietet.
    
    Extraservices, die sich insbesondere im Internet rentieren: Hier
ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde online bestellt, viermal
größer, wenn das Angebot und die Geschäftsbedingungen in seiner
Muttersprache abgefasst sind.
    
    Die ersten Unternehmen reagieren gezielt mit "Ethno-Marketing":
Dabei werden Services angeboten, die nicht nur sprachlich auf die
jeweiligen landestypischen Bedürfnisse abgestimmt sind. Die
Commerzbank AG beispielsweise macht es mit großem Erfolg vor: Sie hat
für die 3,5 Millionen Muslime eigens einen Al Sukoor European Equity
Fund aufgelegt. Dieser erlaubt ihnen, ihr Geldvermögen im Einklang
mit dem islamischen Recht, "Sharia" anzulegen. Die Berliner
Commerzbank geht noch weiter und bietet Fremdsprachlern an einem
"International Counter" kostenlose Hilfe für sämtliche Lebenslagen.
Die Banker haben bereits Ausschau nach einem Spezialisten für
amerikanische Steuererklärungen oder einer Versicherung mit
Sondertarifen für französische Diplomaten gehalten. An manchen Tagen
gehen bis zu 180 Anfragen ein. Davon profitiert auch das
Kerngeschäft, da kaum ein Hilfesuchender die Bank verlässt, ohne
Kunde geworden zu sein.
    
    
ots Originaltext: Mummert + Partner Unternehmensberatung
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