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Gesundheitsdienste im Web: Verbraucher- und Datenschutz mangelhaft

    Hamburg (ots) - Nicht immer ist der Patient bei einem
Online-Gesundheitsdienst in guten Händen. Viele Gesundheitsdienste im
Internet vernachlässigen den Verbraucherschutz und die
Datensicherheit: So warnen lediglich zwei Prozent der Anbieter den
Internetnutzer vor Datenmissbrauch durch Dritte. Auffallend: Kein
Krankenhaus weist darauf hin. Das ermittelte die Mummert + Partner
Unternehmensberatung im Rahmen ihrer E-Health-Studie. Die Experten
untersuchten 235 deutschsprachige Gesundheitsportale für Laien im
Internet, die Hilfe bei chronischen Krankheiten wie etwa Asthma,
Diabetes oder Brustkrebs anbieten. Darunter waren Internetseiten von
Ärzteorganisationen, Krankenhäusern, Krankenversicherungen,  
staatlichen Stellen, Selbsthilfegruppen sowie kommerziellen
Gesundheitsanbietern und Pharmaunternehmen.
    
    Im sensiblen Feld der Gesundheitsfragen werden die Datensicherheit
und der Verbraucherschutz sträflich vernachlässigt. Nicht einmal
jeder zehnte Anbieter (neun Prozent) erklärt, die Daten der
Internet-Patienten vertraulich zu behandeln. Von den 61
Krankenhäusern sicherte kein einziges Vertraulichkeit zu. Am besten
schnitten noch die Pharmaunternehmen und kommerziellen Anbieter ab:
Immerhin jeder sechste (16 Prozent) gibt an,  mit den persönlichen
Angaben diskret umzugehen.
    
    Die Online-Gesundheitsanbieter schreiben auch die Datensicherheit
nicht sonderlich groß: Gerade mal jeder fünfundzwanzigste
Gesundheitsdienst (vier Prozent) erläutert dem Nutzer die
Sicherheitsmaßnahmen, die Vertraulichkeit und Datensicherheit
gewährleisten sollen. Auf den hinteren Rängen in Sachen Sicherheit
rangieren die Online-Angebote der Krankenhäuser und der staatlichen
Stellen - keiner von ihnen informiert den Internetnutzer über
eventuelle Vorkehrungen. Das beste Ergebnis erzielten hier die
gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen und die
Selbsthilfeorganisationen, von denen durchschnittlich sieben Prozent
auf Sicherheitsmaßnahmen hinwiesen.
    
    Insgesamt nehmen 15 Prozent der Online-Angebote Nutzerdaten auf
und sammeln sie. Am emsigsten speichern die kommerziellen Anbieter
und Pharmaunternehmen die Daten der Internetbesucher (32 Prozent).
Auch hier klafft eine Verbraucherschutzlücke: Von allen Datensammlern
holt nicht mal jeder Dritte (28 Prozent) die ausdrückliche
Genehmigung des Internetnutzers ein oder macht kenntlich, wer die
Daten archiviert.
    
ots Originaltext: Mummert + Partner Unternehmensberatung
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