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Stuttgarter Zeitung: Türken fordern Kampagne für Einbürgerung

    Stuttgart (ots) - Die türkische Gemeinde in Deutschland hat entsetzt auf die sinkende Zahl von Einbürgerungen reagiert. "Der drastische Rückgang ist ein alarmierendes Zeichen", sagte deren Bundesvorsitzender Kenan Kolat der Stuttgarter Zeitung (Freitagsausgabe). Immer mehr Menschen würden so auf die Chance zur vollen politischen und gesellschaftlichen Teilhabe verzichten. Kolat beklagte, dass die Politik durch Sprachtests und Einbürgerungskurse ständig höhere Hürden errichte und Einbürgerungswillige abschrecke. Der deutsche Staat könne es sich aber nicht leisten, dass immer mehr Eingewanderte sich als Minderheit empfänden. Aufgabe aller gesellschaftlichen Gruppen müsse es vielmehr sein, die Identifikation mit dem Land zu steigern. Kolat fordert nun von der Bundesregierung, eine Einbürgerungskampagne zu starten. Außerdem solle die Kanzlerin Innenminister Wolfgang Schäuble stoppen, der eine Verschärfung des Ausländerrechts plane. Leise Kritik übte er auch am Integrationsgipfel der vergangenen Woche. Offenbar werde diesem der Grund und Boden entzogen. Überdies verlangte Kolat, ein Bundesintegrationsministerium zu schaffen, um so der Querschnittsaufgabe gerecht zu werden. Andernfalls sehe er für die Zukunft schwarz. Die Zahl der Einbürgerungen werde noch weiter zurückgehen.

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