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Stuttgarter Zeitung: Joachim Gauck: Mielke hätte Einbürgerungstest nicht bestanden

    Stuttgart (ots) - Joachim Gauck, der ehemalige Beauftragte für die Stasiunterlagen, hat sich in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (Samstagsausgabe) lobend über den Film "Das Leben der Anderen" geäußert, der die Verbrechen der Stasi zum Thema hat. Der Film zeige die Mechanismen der Gleichschaltung "sehr genau", sagte Gauck. "Es war in der DDR wie in der alten Feudalgesellschaft: Knie dich nieder und du wirst erhöht werden." Die Frage, ob es irgendetwas "Schönes" an der DDR gegeben habe, verneinte Gauck. Es habe unter dem Mangel, Druck und Leid "menschliche Nähe" und "Lebensintensität" gegeben, und er habe es nicht bereut, in der DDR gelebt zu haben, aber von den "Werten" der DDR gebe es nichts, was man hätte "mitnehmen" können. Auch heute sei die Gauck-Behörde nicht überflüssig, meinte Joachim Gauck. Viele Opfer hätten erst jetzt den Mut zu fragen, wer in ihrer Familie gut und böse gewesen sei und wer sie verraten habe. "Die Behörde wird es bestimmt noch 20, 30 Jahre geben." Lachend antwortete Gauck auf die Frage, ob die DDR-Politiker Erich Honecker und Erich Mielke den hessischen Einbürgerungstest bestanden hätten. Gauck: "Honecker würde ihn gut bestehen. Der würde alles eifrig lernen und auswendig aufsagen. Bei Mielke wird's schwieriger. Ich glaube, der würde durchfallen."

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