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Lausitzer Rundschau

Lausitzer Rundschau: ABM statt Weiterbildungen in der Lausitz

Cottbus (ots)

Der Lausitzer Arbeitsmarkt zeigt einmal mehr, wozu
unausgegorene Reformpolitik führen kann. Alle Beteiligten verhalten
sich rational, das Ergebnis ist aber genau das Gegenteil des
Gewollten. Erinnern wir uns: Als oberstes Ziel der Hartz-Gesetze
wurde uns verkauft, Arbeitsmarktpolitik so weit wie nur möglich auf
den ersten Arbeitsmarkt zu orientieren. Für Weiterbildungsmaßnahmen,
das erfolgreichste Instrument des zweiten Arbeitsmarktes, hieß das:
Gefördert wird nur noch, wenn 70 Prozent der Teilnehmer anschließend
einen Job bekommen. Das ist an sich vernünftig, funktioniert aber
nicht, wenn die Wirtschaft stagniert und ohnehin fast 4,5 Millionen
Menschen ohne Arbeit sind. Die Folge: Etliche Fortbildungen scheitern
an der Hürde, die Arbeitslosigkeit steigt. All das war absehbar.
Völlig unglaublich ist allerdings eine weitere Konsequenz: Der
Fortbildungsmarkt ging so sehr in die Knie, dass die Arbeitsämter
plötzlich Millionen übrig haben. Und da es schwierig ist, eine
wirklich entlastende Verwendung für das Geld am ersten Arbeitsmarkt
zu finden, öffnet sich im Süden Brandenburgs plötzlich ein Füllhorn
mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Gemessen an den
Eingliederungschancen vom zweiten in den ersten Arbeitsmarkt fließt
damit Geld von einer relativ erfolgreichen in eine äußerst erfolglose
Förderung. So sinnvoll ABM aus anderen Gründen sind, das Resultat der
Arbeitsmarktrefom steht hier im Widerspruch zu dessen Ziel. Dass die
ostsächsischen Arbeitsämter statt auf ABM auf Lohnkostenzuschüsse und
Mobilitätshilfen setzen, ist ehrenwert. Abzuwarten bleibt aber, was
das bringt. Sicher finden sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die die
Hand aufhalten. Doch ist zu befürchten, dass die Mitnahmeeffekte die
tatsächlichen Beschäftigungswirkungen überwiegen. Der rot-grünen
Koalition sollte beides zu denken geben. Wie schon die
Vorgängerregierung läuft sie zielstrebig in die Falle eines fatalen
Missverständnisses: Arbeitslosigkeit ist nicht durch
Arbeitsmarktpolitik nachhaltig zu bekämpfen, sondern allein durch
Wirtschaftsförderung.
ots-Originaltext: Lausitzer Rundschau

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