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Lausitzer Rundschau

Pressestimmen: Zu Nahost: Maßvoller Druck

Cottbus (ots)

Die Lausitzer Rundschau, Cottbus, Abbas und
Scharon/Bush-Besuch:
Druck, Druck und nochmals Druck. Das ist es, was die
Ministerpräsidenten Mahmud Abbas und Ariel Scharon in Washington von
US-Präsident George W.Bush verlangen. Natürlich Druck auf die
jeweilige Gegenseite. Und sie tun dies zu Recht. Will man den
gegenwärtigen Status aufrecht erhalten und ausnutzen um wirkliche
Fortschritte zumindest in dieser ersten Phase der Umsetzung des
Nahost-Friedensplanes, so müssen beide Konfliktseiten zu ihrem Glück
gezwungen werden. Das heißt, sowohl Palästinensern als auch Israelis
muss klargemacht werden, dass ohne jeweils weitreichende Kompromisse,
schmerzliche eigene Verzichte, keine anhaltende Ruhe, geschweige denn
ein stabiler Frieden erreicht werden kann. Doch mit Druck allein ist
es nicht getan. Notwendig ist ein genau abgemessener, ein
intelligenter Druck. Also genau das, was die Regierung Bush bisher in
ihrer Außenpolitik vermissen ließ. Massiver Druck, wie ihn Washington
auszuüben gewohnt ist, führt im Nahen Osten zu einer Trotzreaktion
und wirkt deshalb kontraproduktiv. Sanften Druck auf Scharon wegen
des Sicherheitszaunes üben die Amerikaner bereits aus. Vor allem
kritisieren sie die von Scharon veränderte Linienführung, die den
Charakter der Anlage verändert. Aus einer Sicherheitsmaßnahme, gegen
die nicht einmal die Palästinenser etwas hätten sagen können, wurde
eine politische Absichtserklärung, nämlich große Teile des
Westjordanlandes zu annektieren. Wenn Bush nun von Scharon fordert,
den Bau des Zaunes einzustellen, den fertig gestellten ersten, rund
100 Kilometer langen Abschnitt abzureißen, so löst er bei dessen
Regierung eine Trotzreaktion aus, den Bau schneller als bisher
voranzutreiben. Die einzige vernünftige Formel müsste deshalb lauten:
Grundsätzlich Ja zum Zaunbau für Israels Sicherheit, aber Nein zur
Linienführung. Auch was Druck auf Mahmud Abbas angeht, gilt es für
Bush, vernünftiges Maß zu halten. Dies gilt insbesondere in Bezug auf
die von ihm übernommene israelische Forderung nach vollständigen
Zerstörung der radikal-islamistischen Bewegungen Hamas und
Islamischer Dschihad, also auch der Auflösung ihrer zivilen und
politischen Strukturen. Die Folge wäre nicht nur das sofortige Ende
der Waffenruhe, sondern wohl auch blutige innerpalästinensische
Auseinandersetzungen - insgesamt also genau das Gegenteil von dem,
was Bush will.
ots-Originaltext: Lausitzer Rundschau

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Fax: 0355/481247
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Original-Content von: Lausitzer Rundschau, übermittelt durch news aktuell

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