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18.02.2010 – 23:23

Lausitzer Rundschau

Lausitzer Rundschau: UN-Klimachef de Boer wirft das Handtuch Klimaschutz in der Krise

Cottbus (ots)

Im Nachhinein hat die internationale Klimapolitik
wohl allzu krampfhaft alles auf Kopenhagen gesetzt. Man war für die 
Klimakonferenz im Dezember auf den Punkt fit, aber irgendwie auch 
gedopt, mit verfälschten wissenschaftlichen Prognosen etwa für die 
Himalaja-Gletscher und mit überdrehtem Selbstbewusstsein. Ganz oder 
gar nicht, Klimaabkommen oder Weltuntergang, das war der Maßstab. 
Nicht zuletzt der UN-Klimasekretär Ivo de Boer hat ihn immer wieder 
formuliert. Die Konferenz ist trotzdem ohne Ergebnis zu Ende 
gegangen. Und nun ist die Luft raus. Ivo de Boer ist seit Mittwoch 
nicht mehr UN-Klimasekretär, er warf nach 15engagierten 
Jahren frustriert hin. Die Klimaforschung befindet sich in einer 
tiefen Glaubwürdigkeitskrise. Gleichzeitig werden wegen der 
Wirtschaftskrise überall nationale CO2-Reduktionsziele 
zurückgenommen. Und draußen spotten die Leute bereits, der viele 
Schnee zeige doch, dass das ganze Gerede von der Erderwärmung 
Kokolores sei.
 Der internationale Klimaschutz ist weit zurückgeworfen, und das 
liegt nicht nur daran, dass die beiden größten Emittenten, USA und 
China, sich zu einer Blockadekoalition verbündet haben. Das liegt 
auch an einer zu forschen Gangart der Klimaschützer, die verkannt 
haben, dass die Welt nicht so rational tickt wie sie. 
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird nun einen neuen Anlauf 
organisieren müssen. Mit einer Reform des wissenschaftlichen 
Weltklimarates, mit einem neuen Generalsekretär, der mindestens de 
Boers Format hat, und mit Zielvorgaben, die der menschlichen 
Veränderungsbereitschaft besser entsprechen: Also langsamer.

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