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Sozialverband Deutschland (SoVD)

SoVD zum Ferienstart: Familien brauchen Erholung statt Angst vor Betreuungslücken

Berlin (ots)

Am Freitag ist für die Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen der letzte Unterrichtstag vor der Sommerpause. Am Montag beginnen dort die Sommerferien. Die übrigen Bundesländer folgen in den kommenden Wochen. Kinder freuen sich auf freie Wochen. Für Eltern bedeutet das zugleich eine organisatorische und finanzielle Kraftprobe. Der Sozialverband Deutschland fordert deshalb mehr verlässliche, bezahlbare und wohnortnahe Ferienbetreuung sowie mehr kostengünstige Ferien- und Erholungsangebote für Kinder und Familien. "Ferien dürfen für Familien nicht zur Belastungsprobe werden, weil Betreuung fehlt, Urlaub nicht reicht oder Erholung unbezahlbar geworden ist", sagt Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des SoVD.

Wie groß der Druck auf Familien ist, hat eine vom SoVD beauftragte repräsentative Civey-Befragung aus dem vergangenen Jahr deutlich gemacht: Rund 70 Prozent der Eltern fühlten sich bei der Ferienbetreuung allein gelassen. Viele erwerbstätige Eltern mussten einen großen Teil ihres Jahresurlaubs einsetzen, um Betreuungslücken zu schließen. Besonders Alleinerziehende stehen vor großen Herausforderungen, weil sie Betreuung nicht aufteilen können und oft weniger finanzielle Spielräume haben. Auch in Paarfamilien bleibt gemeinsame Familienzeit häufig auf der Strecke, wenn Eltern ihren Urlaub aufteilen müssen, damit Betreuung überhaupt funktioniert.

Hinzu kommt: Für viele Familien ist Urlaub inzwischen großer Luxus geworden. Gestiegene Kosten für Unterkunft, Anreise, Verpflegung und Freizeitangebote machen selbst einfache Auszeiten zu einer finanziellen Herausforderung. Während früher für Familien mit geringem Einkommen noch ein Campingurlaub möglich war, ist das heute oft nicht mehr der Fall. Das trifft Kinder besonders hart. Wenn Lehrkräfte vor den Ferien nach den Sommerplänen fragen oder nach den Ferien in der Schule von Reisen, Ausflügen und Erlebnissen erzählt wird, haben viele Kinder nichts zu berichten. Für sie kann das schon früh im Leben Ausgrenzung bedeuten und das Gefühl vermitteln, nicht dazuzugehören. "Kein Kind sollte sich vor oder nach den Ferien dafür schämen müssen, dass die Familie sich keinen Urlaub leisten kann", so Engelmeier.

Der SoVD warnt davor, bei Ferienfreizeiten, Jugendangeboten, Familienzentren, Schwimmbädern, Bibliotheken, Sport- und Kulturangeboten zu sparen. Gerade für Kinder aus Familien mit wenig Geld sind solche Angebote oft die einzige Chance, in den Ferien Gemeinschaft, Erholung und neue Erfahrungen zu erleben. "Wer bei Ferienangeboten, Betreuung und Familienerholung kürzt, spart an Kindern, Eltern und gesellschaftlichem Zusammenhalt", mahnt Engelmeier. Politik, Länder und Kommunen müssen Betreuungslücken schließen, Angebote sichern und Familien mit kleinen Einkommen gezielt entlasten.

Pressekontakt:

SoVD-Bundesverband
Pressestelle
Constantin Schwarzer
Stv. Pressesprecher (V.i.S.d.P.)
Stralauer Str. 63
10179 Berlin
Tel.: 030/72 62 22 335
E-Mail: pressestelle@sovd.de
Web: sovd.de

Original-Content von: Sozialverband Deutschland (SoVD), übermittelt durch news aktuell

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