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BörseGo Exklusiv Bericht: Das Telekomgeschäft der Deutschen Bank - die Wahrheit

    Weilheim (ots) - Die Deutsche Bank sah sich in den Medien dem
Vorwurf ausgesetzt, sie habe 44 Millionen Aktien der Deutschen
Telekom auf den Markt geworfen und so einen erdrutschartigen
Kursverfall ausgelöst, nachdem sie erst einen Tag zuvor eine
Kaufempfehlung abgegeben hatte. Weiter ging der Vorwurf dahin, dass
die Aktien von Hutchison Whampoa stammten, die sie durch den Verkauf
von Anteilen an Voicestream an die Telekom von dieser erhalten hatte,
die aber einer Sperrfrist unterlagen. Die Deutsche Bank habe
Hutchison geholfen, diese Sperrfrist zu umgehen, indem sie die Aktien
im Wege der Aktienleihe erworben und nun selbst veräußert habe. Die
Seele der Kleinanleger kochte, denn allem Anschein nach, hatte sich
die Deutsche Bank auf ihre Kosten und gerade mit der Volksaktie
Telekom bereichert. Opfer sind die Kleinanleger und die gesamte
interessierte Öffentlichkeit in der Tat geworden. Wie BoerseGo.de
(http://www.boerse-go.de) aus informierten Kreisen erfahren hat, aber
in ganz anderer Weise:
    
    An dem Bericht der Deutsche Bank Global Research war nachweislich
bereits vier Wochen gearbeitet worden. Der Research Bericht reiht
sich ein in eine Folge von Veröffentlichungen, in denen das Kursziel
der Telekom von zunächst 38 Euro über 34 Euro auf dann 31 Euro
gesenkt wurde. Da die Aktie noch weit unter diesem Wert notierte,
schloss sich eine Kaufempfehlung an. Erst ca. 80 Stunden nach (!) der
Veröffentlichung der Kaufempfehlung durch Deutsche Bank Research
zunächst auf einer Website der Deutschen Bank, zu der nur
professionelle Marktteilnehmer Zugang haben, trat die Hong Konger
Hutchison Whampoa Gruppe mit ihrem Angebot, 44 Mio. Aktien der
Deutschen Telekom zu verkaufen an mehrere Marktteilnehmer, darunter
die Deutsche Bank heran. Die Kaufempfehlung konnte also gar nicht im
Hinblick auf eine spätere Veräußerung durch die Deutsche Bank
erfolgen.
    
    Eine Untersuchung der Börsenaufsicht ergab, dass dieser
Researchbericht keinerlei Auswirkungen auf das Kaufverhalten hatte.
Und zwar auch, nachdem der Bericht für die allgemeine Öffentlichkeit
zugänglich gemacht worden war. Es stellte sich daher schon gar nicht
als kursrelevante Tatsache dar.
    
    Die Deutsche Bank stellte Nachforschungen darüber an, ob die ihr
angebotenen Aktien aus dem Voicestream-Verkauf stammten und somit der
Sperrfrist unterlagen. Sie erhielt von der US amerikanischen
Börsenaufsicht SEC zertifiziert die Antwort, dass dies nicht der Fall
war.
    
    Die Deutsche Bank wurde mit Hutchison dergestalt handelseinig,
dass die Deutsche Bank 35 Mio. Aktien der Deutschen Telekom auf
Termin, nämlich in einem Jahr erwarb (Forward) und zusätzlich eine
Option auf weitere 9 Mio. Aktien. Insgesamt konnte die deutsche Bank
damit über 44 Mio. Aktien verfügen. Nun trat die Deutsche Bank
ihrerseits außerbörslich (!) an mehrere Marktteilnehmer heran und bot
ein Paket von 44 Mio. Aktien der Telekom zum Verkauf an. Wohlgemerkt
fand dieser Paketverkauf (Blocktrade) außerhalb der Börse statt, so
dass der Kursverfall in den nächsten Tagen nicht durch das Handeln
der Deutschen Bank ausgelöst wurde. Die Verkaufspakete, die in den
Folgetagen in den Markt gegeben wurden, können nicht von der
Deutschen Bank gewesen sein, weil der Handel des 35 Millionenpaketes
außerbörslich bereits abgewickelt worden war. Die Kleinanleger dürfen
sich also bei "anderen kapitalstarken Marktteilnehmern" bedanken.
Doch bei wem?
    
    Unisono meldete die Presse, die Deutsche Bank habe sich von 44
Mio. Aktien getrennt. Diese Zahl taucht sowohl im Angebot von
Hutchison als auch in dem der Deutschen Bank auf, mit dem sie sich an
andere Marktteilnehmer wandte. Was die jeweils nicht zum Zuge
gekommenen dagegen nicht wissen konnten: Tatsächlich veräußerte die
Deutsche Bank nur 35 Mio. Aktien an ihren Handelspartner. Damit
dürfte feststehen, dass der Marktteilnehmer, der mit seinen
Informationen über das angeblich skandalöse Verhalten der Deutschen
Bank an die Presse herangetreten ist, aus dem Kreis der jeweils nicht
zum Zuge gekommenen "kapitalstarken Marktteilnehmer" stammen muss.
Dieser Marktteilnehmer löste mit seinen Falschinformationen, die
Deutsche Bank werde 44 Mio. Aktien auf den Markt werfen und damit
einen Kurssturz auslösen, eben diesen Kurssturz aus. Denn aus Angst
vor den angeblich drohenden Folgen trennten sich nun auch viele
Kleinanleger schnellstmöglich von den Papieren der Telekom. Gegen
diesen Marktteilnehmer ermittelt die Börsenaufsicht wegen des
Verdachts auf Kursmanipulation, wie BoerseGo.de versichert wurde.
    
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