Pressemitteilung: Vertrauensindex 2026 – Vertrauen wird zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor
Pressemitteilung
Vertrauensindex 2026: Vertrauen wird zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor
Studie von pilot und brand eins zeigt: Vertrauen wirkt direkt auf Produktivität, Entscheidungsfähigkeit und wirtschaftliche Leistung von Organisationen
Hamburg, 11. Mai 2026. Vertrauen ist einer der zentralen, bislang jedoch kaum systematisch gemessenen Produktivfaktoren in Organisationen. Der gemeinsam von der Agenturgruppe pilot und dem Medienhaus brand eins entwickelte Vertrauensindex 2026 zeigt erstmals umfassend, welche wirtschaftliche Wirkung Vertrauen entfaltet – und welche Kosten sein Fehlen verursacht. Die Ergebnisse machen deutlich: Vertrauen ist kein weicher Kulturfaktor, sondern ein messbarer Treiber wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig zeigt die Studie eine deutliche Diskrepanz zwischen der hohen Relevanz von Vertrauen für Beschäftigte und seiner geringen Verankerung in Steuerungs- und KPI-Systemen von Unternehmen.
Vertrauen als unterschätzter Business-Faktor
Vertrauen ist einer der wirksamsten Produktivfaktoren in Unternehmen. Wenn es fehlt, steigen Abstimmungsaufwand, Kontrollkosten und Reibungsverluste. Ist es vorhanden, führt das zu schnelleren Entscheidungen, einer effizienteren Zusammenarbeit und macht Veränderungen überhaupt erst möglich. Gleichzeitig geraten Vertrauensgrundlagen zunehmend unter Druck. Transformation, KI und neue Formen der Zusammenarbeit verändern Rollen, Prozesse und Verantwortlichkeiten schneller, als Organisationen sie stabilisieren können. Dabei geben 95 Prozent der befragten Erwerbstätigen in Deutschland an, dass Vertrauen im beruflichen Kontext sehr wichtig oder eher wichtig ist. Dennoch wird Vertrauen in den meisten Organisationen nicht aktiv erhoben oder gesteuert.
„Vertrauen wird in der Wirtschaft ständig beschworen, aber selten systematisch gemessen. Diese Studie schaut nicht auf Gefühle, sondern auf Fakten: Wie wirkt Vertrauen konkret auf Zusammenarbeit, Innovation und Stabilität von Unternehmen? In einer Zeit, in der Institutionen an Vertrauen verlieren und Technologien wie KI an Bedeutung gewinnen, brauchen Organisationen genau diese Klarheit“, erläutert Holger Volland, CEO von brand eins.
„Vertrauen ist das tragfähige Fundament in einer Zeit, in der Orientierung knapper wird. Der Vertrauensindex macht das erstmals messbar – und die Zahlen sind eindeutig. Wer Vertrauen aktiv gestaltet, bleibt entscheidungsfähig und kann auch Technologien wie KI als das nutzen, was sie sind: eine echte Chance“, so Kristian Meinken, CEO von pilot.
Vertrauen wirkt direkt auf wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Vertrauen und Performance: 93 Prozent der Befragten sehen eine Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei positivem Vertrauensverhältnis zwischen Abteilungen oder Organisationen. Umgekehrt geben 85 Prozent an, dass ein gestörtes Vertrauensverhältnis die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt (siehe Chart Business Impact Vertrauen). Bemerkenswert ist dabei die geringe Differenz zwischen positivem und negativem Effekt: Der wirtschaftliche Vorteil von Vertrauen beträgt lediglich etwa acht Prozentpunkte mehr als der Schaden durch Misstrauen – ein empfindlich schmaler Spielraum, der verdeutlicht, wie nah „Wertschöpfung durch Vertrauen“ und „Kosten durch Vertrauensverlust“ beieinanderliegen. Wer in Vertrauensaufbau investiert, baut also wirtschaftlichen Wert auf, aber ein einziger massiver Vertrauensbruch kann diesen Wert fast vollständig neutralisieren. Vertrauensmanagement ist damit nicht nur eine Frage der Kultur, sondern auch der Risikosteuerung.
Ziele, Kommunikation und Vertrauen als Produktivitätsdreiklang
Die Studie verdeutlicht zudem, dass Vertrauen nur in Kombination mit klaren Zielen und funktionierender Kommunikation wirtschaftlich wirksam wird. Auch im direkten Vergleich zu klassischen Ressourcen schneidet Vertrauen stark ab: Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet Technologie und finanzielle Mittel als nachrangig gegenüber Vertrauen. Gleichzeitig geben 80 Prozent an, dass klare Zielsetzungen und effiziente Kommunikationswege mindestens ebenso wichtig oder wichtiger sind als langfristige Vertrauensbeziehungen. Damit entsteht ein klarer Befund: Vertrauen ist kein isolierter Erfolgsfaktor, sondern Teil einer strukturellen Produktivitätsarchitektur bestehend aus klaren Zielen, Kommunikation und aktiver Beziehungsgestaltung (siehe Chart: Vertrauen im Vergleich zu anderen Produktivfaktoren).
Vertrauensvorschuss vs. Vertrauensmissbrauch
Der wahre Wert von Vertrauen zeigt sich nicht unmittelbar, sondern über längere Zeiträume hinweg. Besonders der Aufbau stabiler, langfristiger Beziehungen hat den größten positiven Einfluss und wird zugleich überdurchschnittlich gut erinnert. Daraus entsteht ein klarer wirtschaftlicher Mehrwert durch weniger Reibung, schnellere Entscheidungen und geringeren Abstimmungsaufwand. Ein weiterer zentraler Hebel ist der Vertrauensvorschuss: Wer anderen zunächst Vertrauen entgegenbringt, erlebt häufiger eine Stärkung der Beziehung als eine Enttäuschung. Der positive Effekt überwiegt dabei statistisch den Schaden durch zu viel gewährtes Vertrauen, was auf die Wirksamkeit mutiger Vertrauensentscheidungen unter passenden Rahmenbedingungen hinweist. Demgegenüber steht ein klar begrenztes, aber hochwirksames Risiko: Mutwilliger Vertrauensmissbrauch tritt vergleichsweise selten auf, entfaltet jedoch den stärksten negativen Effekt auf die Beziehung.
Das Kommunikationsparadox: hohe Relevanz, geringe Umsetzung
Transparente Kommunikation wird von den Befragten als zentraler Treiber von Vertrauen genannt – ebenso wie Zuverlässigkeit, Konfliktlösungsfähigkeit und Krisenresilienz. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Umsetzungslücke: Gerade diese Faktoren werden im Arbeitsalltag deutlich seltener konsequent erlebt als ihre Bedeutung erwarten lässt (siehe Chart Vertrauensmatrix).
„Alle wissen, dass transparente Kommunikation Vertrauen schafft aber kaum jemand erlebt sie konsequent. Genau diese Lücke ist der blinde Fleck moderner Organisationen. Statt permanent Souveränität zu inszenieren, sollte viel häufiger auch über Herausforderungen oder eigene Unsicherheit gesprochen werden. Die Fallhöhe ist viel größer, wenn man Probleme erst anspricht, wenn es eigentlich zu spät ist“, ordnet Martina Vollbehr, als Geschäftsführerin der Agenturgruppe pilot verantwortlich für Strategie- und Forschungsprojekte ein.
Vertrauen ist ungleich verteilt – und folgt Nähe und Hierarchie
Innerhalb von Organisationen zeigt sich ein starkes Gefälle: 87 Prozent vertrauen ihren direkten Kolleginnen und Kollegen. Mit zunehmender organisatorischer Distanz sinkt das Vertrauen jedoch deutlich – insbesondere gegenüber HR (49 Prozent) und der strategischen Unternehmensleitung (44 Prozent). Dabei korreliert Vertrauen in der Binnenstruktur auch mit der Unternehmensgröße: In kleineren Unternehmen ist das Vertrauen in direkte Vorgesetzte, HR und strategische Unternehmensleitung deutlich höher als in größeren Organisationen.
Auch externe Beziehungen folgen klaren Mustern: Kundinnen und Kunden genießen deutlich höheres Vertrauen als Wettbewerber, während politische Akteure im Vertrauensranking am unteren Ende stehen.
Während direkte Geschäftsbeziehungen stabil bleiben, zeigen sich bei institutionellen Akteuren deutliche Vertrauensverluste über die letzten fünf Jahre. Besonders betroffen sind wirtschaftspolitische Verantwortliche auf regionaler und überregionaler Ebene.
„Während Unternehmen ihre direkten Beziehungen oft stabil halten können, bröckelt das Vertrauen in die großen Rahmengeber. Eine Antwort darauf kann sein, als Organisation selbst noch verlässlicher zu werden – in der Haltung, in der Kommunikation und in der Art, Entscheidungen zu begründen. Gleichzeitig gilt: Unternehmen können das erodierende Vertrauen in Institutionen nur begrenzt ausgleichen“, so Martina Vollbehr.
KI als neuer Vertrauensraum im Arbeitsalltag
Künstliche Intelligenz ist längst Teil der Arbeitsrealität: 60 Prozent der Befragten nutzen KI mindestens wöchentlich. Gleichzeitig ist das Vertrauen in KI gespalten: 23 Prozent haben hohes Vertrauen, 21 Prozent geringes oder kein Vertrauen, die Mehrheit bleibt unentschieden. Damit zeigt sich: KI ist ein konditionaler Vertrauensraum, der stark von konkreten Anwendungserfahrungen abhängt.
„Der Vertrauensindex 2026 zeigt eindeutig: Vertrauen ist ein zentraler wirtschaftlicher Hebel – mit direktem Einfluss auf Produktivität, Entscheidungsfähigkeit und Stabilität von Organisationen. Gleichzeitig bleibt es in vielen Unternehmen unsichtbar in der Steuerung. Organisationen, die Vertrauen aktiv messen, gestalten und in ihre Prozesse integrieren, schaffen damit nicht nur kulturelle Stabilität, sondern einen messbaren wirtschaftlichen Vorteil“, resümiert Martina Vollbehr.
Über die Studie
Die Untersuchung basiert auf einer Online-Befragung von 1.048 berufstätigen Personen in Deutschland ab 18 Jahren. Die Datenerhebung erfolgte vom 21. Januar bis 16. März 2026 über die Newsletter-Verteiler der Zeitschrift brand eins im Rahmen eines vollstrukturierten Interviews.
Über brand eins ( brand eins - brand eins online )
brand eins steht seit über 25 Jahren für spannende Wirtschaftsgeschichten und begleitet unternehmerisch denkende Menschen auf ihrem Weg. Neben dem monatlichen Wirtschaftsmagazin setzt die brand eins Medien AG auch Corporate-Publishing-Projekte erfolgreich um und publiziert Zahlenreports mit Firmen wie Tchibo, IKK classic oder G DATA CyberDefense. Die Magazine der /thema-Reihe veröffentlichen unabhängige Branchenrankings, etwa für Unternehmensberatungen. Mit brand eins Academy wurde ein Programm für Führungskräfte-Peergroups etabliert. Konferenzen, Masterclasses und Podcasts für Wirtschaftsthemen runden das Spektrum des Medienhauses ab.
Über pilot ( www.pilot.de)
pilot ist eine der größten unabhängigen und inhabergeführten Agenturgruppen Deutschlands. Gestartet als Mediaagentur für klassische und digitale Medien, ist pilot heute ein Full-Service-Dienstleister für effektive Markenkommunikation. An den Standorten in Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Nürnberg, Mainz und Zürich arbeiten über 550 Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen integriert zusammen. So entstehen bei pilot innovative Kommunikationslösungen, mit denen Marken ihre Zielgruppen in der modernen Marketing- und Medienlandschaft erfolgreich erreichen und nachweislich mehr Wirkung erzielen können. pilot ist Gründungsmitglied des globalen Agenturverbunds Local Planet. Zu den Auftraggebenden von pilot zählen namhafte nationale und internationale Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen – darunter 1&1, BORA, CEWE, Dr. Oetker, Hochland, Klosterfrau, OBI oder Techniker Krankenkasse.
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