Alle Meldungen
Abonnieren
Abonnieren Sie alle Meldungen von Deutsche Wildtier Stiftung

25.06.2019 – 08:30

Deutsche Wildtier Stiftung

Sahara-Hitze da - heimische Wildtiere bleiben cool

Hamburg (ots)

Deutsche Wildtier Stiftung: Wozu lange Löffel, Propeller-Flügel und ein sanftes Gemüt jetzt gut sind. Und: wie viel Liter Wasser pro Tag brauchen Wildtiere?

"Nach Gewittern und Unwettern wird es im Süden und Osten Deutschlands bis zu 40 Grad heiß", warnen die Meteorologen. Da stöhnen nicht nur die Menschen, auch die Wildtiere machen jetzt "gaaaaaanz langsam". Cool bleiben - das ist nun die Devise der Waldbewohner! Dabei ziehen sie zusätzlich den einen oder anderen Evolutionstrick aus dem Nähkästchen, weiß die Deutsche Wildtier Stiftung.

Rehe legen sich ab

Rehe stehen kurz vor der anstrengenden Paarungszeit - da geht es ohnehin in die Vollen. Sie, die jetzt noch in einer sehr "chilligen" Stimmung sind und im Wald langsam herumbummeln, legen sich bei Hitze im Schatten des Waldes faul ab. In den kühleren Abend- und Morgenstunden geht es dann gemächlich auf Futtersuche.

Wildschweine belegen Naturbäder

So ein Waldbad ist herrlich erfrischend: Das sind die feuchten Suhlen und seichten Teiche, die im Wald zu finden und vom letzten Regen noch gefüllt sind. Da die Sauen immer im Familienverbund zusammen sind - Tanten, Schwestern, Nichten - treffen sich ganze Familien am kühlenden Nass. Das können bis zu 30 Tiere sein - alles hört dabei auf die Kommandos der Leitbachen, sie führen die Badegesellschaften an.

Der Fuchs bleibt im Bau

Er macht's richtig und legt eine lange Siesta ein - nachmachen, wenn möglich! Bei großer Hitze verbringen Füchse den Tag im schattigen Bau oder graben sich Erdmulden, wobei die oberste warme Erdschicht entfernt wird. Wie Hunde hecheln sie dabei die Wärme über die Zunge weg.

Hummeln werden zum "Ventilator"

Hummeln bleiben bei Hitze am Nest - die Brut darf nicht austrocknen! Ihre Flügel nutzen sie jetzt wie Propeller - und erzeugen so durch hochtouriges Flügelschlagen einen Hauch Abkühlung.

Junge Feldhasen profitieren vom inneren "Wassertank"

Hasen geben die Körperwärme über ihre langen Löffel ab, ruhen in einer kleinen Kuhle auf der Wiese. Bei jungen Hasen, die noch gesäugt werden, dient das Fett in der Muttermilch im Sommer als eine Art innerer "Wasserspeicher". Da beim Abbau von 1 Gramm Fett im Tierkörper 1,1 Gramm Wasser entstehen, haben Junghasen auch in trockenen Jahreszeiten Wasser verfügbar, mit dem sie - beispielsweise durch Hecheln und Einspeicheln - eine Überhitzung vermeiden können.

Infobox: Wie viel Liter Wasser brauchen Wildtiere am Tag?

- Reh: ein bis zwei Liter; Wasser wird zum großen Teil über 
pflanzliche Nahrung und das Naschen im Morgentau aufgenommen. 
- Hirsch: bis zu zehn Liter am Tag; Wasseraufnahme erfolgt durch 
"Schöpfen" aus Tümpeln, Wasserläufen und Teichen und durch das 
Fressen pflanzlicher Nahrung. 
- Wildschweine um die zwei bis drei Liter. Wildschweine ziehen sich 
in den Wald an schattige Wasserstellen zurück. In heißen Zeiten kann 
das Anlegen von Suhlen Abhilfe schaffen - weniger um zu saufen, als 
um sich abzukühlen. 

Pressekontakt:

Jenifer Calvi, Deutsche Wildtier Stiftung, Christoph-Probst-Weg 4,
20251 Hamburg,
Telefon 040 9707869-14, Fax 040 9707869-19,
jcalvi@dewist.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de

Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, übermittelt durch news aktuell