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Mehr Mütter und Kinder weltweit überleben als jemals zuvor - UNICEF und WHO

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Mehr Frauen und ihre Kinder weltweit überleben heute als jemals zuvor: Laut den heute von den Vereinten Nationen unter Federführung des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichten Schätzungen sind die Kindersterblichkeit und die Müttersterblichkeit auf einem neuen Tiefstand. Trotzdem stirbt immer noch alle elf Sekunden irgendwo auf der Welt eine schwangere Frau oder ein neugeborenes Baby.

Neue Zahlen zu Kindersterblichkeit und Müttersterblichkeit:

Mehr Mütter und Kinder weltweit überleben als jemals zuvor

New York/ Genf/ Köln, 19. September 2019

Mehr Frauen und ihre Kinder weltweit überleben heute als jemals zuvor: Laut den heute von den Vereinten Nationen unter Federführung des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichten Schätzungen sind die Kindersterblichkeit und die Müttersterblichkeit auf einem neuen Tiefstand. Trotzdem stirbt immer noch alle elf Sekunden irgendwo auf der Welt eine schwangere Frau oder ein neugeborenes Baby.

Seit 2000 sind die Todesfälle von Kindern fast um die Hälfte zurückgegangen und die Todesfälle von Müttern um mehr als ein Drittel, hauptsächlich durch den verbesserten Zugang zu bezahlbarer und guter Gesundheitsversorgung.

"In Ländern, in denen es eine zuverlässige, bezahlbare, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle gibt, können Frauen und Babys überleben und sich gut entwickeln", sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. "Das ist die Stärke von flächendeckender Gesundheitsversorgung."

Gleichzeitig zeigt der Report, dass 2018 nach wie vor 6,2 Millionen Kinder unter 15 Jahren aus meist vermeidbaren Gründen gestorben sind, davon waren 5,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Über 290.000 Frauen haben 2017 weltweit ihr Leben durch Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt verloren.

Die größte Gefahr besteht für Mütter und Neugeborene während der Geburt und unmittelbar danach. Schätzungsweise 2,8 Millionen Mütter und Babys sterben in diesem Zeitraum jedes Jahr - das ist eine Mutter oder ein neugeborenes Baby alle elf Sekunden.

Für Kinder ist das Sterberisiko im ersten Monat nach der Geburt besonders hoch, vor allem wenn sie zu früh, zu klein oder mit angeborenen Körperdefekten geboren wurden, wenn es Komplikationen bei der Geburt gab oder wenn die Babys sich eine Infektion eingefangen haben. Von den Babys, die ihren ersten Monat nicht überleben, sterben rund ein Drittel am Tag der Geburt.

"Rund um die Welt ist eine Geburt ein Anlass zur Freude. Aber alle elf Sekunden ist eine Geburt eine Familientragödie", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. "Erfahrene Helferinnen und Helfer, die Mütter und Babys rund um die Geburt betreuen, zusammen mit sauberem Wasser, richtiger Ernährung, einfachen Medikamenten und Impfungen können den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Wir müssen alles Nötige tun, um in eine Gesundheitsversorgung für alle zu investieren und diese wertvollen Leben zu retten."

Ungleiche Überlebens-Chancen

Die Überlebens-Chancen für Mütter und Kinder sind sehr ungleich verteilt und sind in Subsahara-Afrika deutlich schlechter als in allen anderen Weltregionen. Zusammen genommen ereignen sich 80 Prozent aller Todesfälle von Müttern und Kindern im südlichen Afrika und südlichen Asien. Länder, die von Konflikten oder humanitären Krisen betroffen sind, haben oft schwache Gesundheitssysteme, so dass die Frauen und Kinder dort keinen Zugang zu lebenswichtiger Versorgung haben.

Ein Kind zu bekommen ist für Frauen in Subsahara-Afrika 50 Mal gefährlicher als in Industrieländern, und ihre Kinder haben ein zehn Mal so hohes Sterberisiko. 2018 starb eines von 13 Kindern unter fünf Jahren im südlichen Afrika - das ist 15 Mal höher als in Europa, wo durchschnittlich eines von 196 Kindern den fünften Geburtstag nicht erlebte. Zum Vergleich: In Deutschland stirbt rund eines von 250 lebend geborenen Kindern vor seinem fünften Geburtstag.

Für Frauen im südlichen Afrika ist das Risiko, dass sie im Lauf ihres Lebens während der Schwangerschaft oder Geburt sterben, 1:37 - im Vergleich zu 1:6500 in Europa.

Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeit

In den vergangenen Jahrzehnten gab es insgesamt erhebliche Fortschritte bei der Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit. Seit 1990 sanken die Todesfälle von Kindern unter 15 Jahren um 56 Prozent von 14,2 Millionen auf 6,2 Millionen (2018). Die größten Fortschritte haben dabei Länder ins Ost- und Südost-Asien mit einer durchschnittlichen Senkung der Todesfälle von unter-5-jährigen Kindern um 80 Prozent erreicht.

Zwischen 2000 und 2017 ist die Müttersterblichkeit um 38 Prozent gesunken. Die größten Verbesserungen gibt es in Zentralasien und Südasien mit einer Reduzierung der Müttersterblichkeitsrate um 60 Prozent seit 2000.

Trotzdem gehen die Fortschritte in vielen Ländern nach wie vor zu langsam voran, um die nachhaltigen Entwicklungsziele zur Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

Über die Schätzungen zur Kinder- und Müttersterblichkeit

Der jährliche Report mit den neuesten Zahlen zur weltweiten Kindersterblichkeit "Levels and Trends in Child Mortality" werden von den Vereinten Nationen unter Federführung von UNICEF und unter Mitwirkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen und der Weltbank-Gruppe erstellt.

Die Zahlen zur Müttersterblichkeit werden von den Vereinten Nationen unter Federführung der WHO und unter Mitwirkung von UNICEF, dem UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), der Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen und der Weltbank-Gruppe erstellt.

Weitere Informationen: www.unicef.de/ueberleben.

Pressekontakt: 
Deutsches Komitee für UNICEF, Ninja Charbonneau, 0221/93650-298,  
presse@unicef.de
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