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UNICEF: 770.000 Kinder akut mangelernährt

© UNICEF/UN0157537/Tremeau Mit einem Maßband am Oberarm untersucht eine Gesundheitshelferin in der Kasai-Region der DR Kongo Kinder auf Zeichen von akuter Mangelernährung.
Zum Download: UNICEF-Report (Englisch), Fotos, Videos

UNICEF: 770.000 Kinder akut mangelernährt Neuer Bericht zur Krise in der Provinz Kasai im Kongo Mindestens die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren in der Kasai-Region der Demokratischen Republik Kongo - rund 770.000 Mädchen und Jungen - sind laut UNICEF akut mangelernährt. 400.000 dieser Kinder sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in Gefahr ist. Das UN-Kinderhilfswerk warnt in einem heute veröffentlichten Bericht, dass die Zahl der Todesopfer unter den Kindern drastisch ansteigen könnte, wenn die humanitäre Hilfe nicht dringend verstärkt wird.

Kinshasa/ New York/ Köln, 11.5.2018

Neuer Bericht zur Krise in der Provinz Kasai in der Demokratischen Republik Kongo

UNICEF: 770.000 Kinder akut mangelernährt

Mindestens die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren in der Kasai-Region der Demokratischen Republik Kongo - rund 770.000 Mädchen und Jungen - sind laut UNICEF akut mangelernährt. 400.000 dieser Kinder sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in Gefahr ist. Das UN-Kinderhilfswerk warnt in einem heute veröffentlichten Bericht, dass die Zahl der Todesopfer unter den Kindern drastisch ansteigen könnte, wenn die humanitäre Hilfe nicht dringend verstärkt wird.

Seit Anfang 2017 wurden bereits 71.500 lebensbedrohlich mangelernährte Kinder mit therapeutischer Spezialnahrung behandelt. UNICEF ruft Regierungen und Öffentlichkeit dringend zu Spenden auf.

Seit Ausbruch eines gewaltsamen Konflikts in der Kasai-Region 2016 wurden hunderttausende Menschen aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben. Obwohl sich die Situation in den vergangenen Monaten etwas beruhigt hat, sind 3,8 Millionen Menschen, darunter 2,3 Millionen Kinder, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Viele Familien waren vor den Kämpfen geflohen und hatten sich über Monate versteckt, so dass sie weder ihre Felder bestellen noch ernten konnten.

"Gewalt und Vertreibung haben weiterhin gravierende Auswirkungen für die Kinder von Kasai", sagte die stellvertretende UNICEF-Exekutivdirektorin Fatoumata Ndiaye nach einem Besuch in der Region. "Tausende geflüchtete Kinder hatten monatelang keinen Zugang zu lebenswichtiger Hilfe - wie Gesundheitsversorgung, sauberes Trinkwasser und Schulen - und sie haben unvorstellbares Leid erlebt. Jetzt, da die Sicherheitslage besseren Zugang erlaubt, müssen die Regierung und Hilfsorganisationen mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft schnell die Hilfe für Kinder aufstocken, bevor es zu spät ist."

Erschütternde Gewalt gegen Kinder

Der UNICEF-Report "Kasai: A Children's Crisis. Coping with the Impact of Conflict in the Democratic Republic of the Congo" dokumentiert außerdem ein erschreckend hohes Ausmaß an brutaler Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und die Kinder. Über 400 Schulen in der Kasai-Region wurden seit 2016 angegriffen oder für militärische Zwecke missbraucht; 100 Schulen sind zerstört worden. 440.000 Mädchen und Jungen konnten das vergangene Schuljahr nicht abschließen. Auch über 200 Gesundheitszentren wurden zerstört oder geplündert.

Tausende Kinder wurden von bewaffneten Gruppen rekrutiert - die Milizen in der Region Kasai bestehen zu 60 Prozent aus Kindern und Jugendlichen unter 18. UNICEF und seine Partner haben bisher die Freilassung von 1.700 Kindern erreicht. Sie erhalten psychosoziale Hilfe und werden bei der Reintegration in die Gesellschaft unterstützt. UNICEF hat 314 Klassenräume installiert oder instandgesetzt.

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeit: www.unicef.de.

Medienkontakt: UNICEF-Pressestelle, Rudi Tarneden, 0221/93650-235, E-Mail
presse@unicef.de. 



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