Deutscher Kinderschutzbund e.V.

Deutscher Kinderschutzbund entsetzt über RTL-Serie

Berlin (ots) - Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. (DKSB) ist entsetzt über die bevorstehende RTL-Serie "Erwachsen auf Probe" (Beginn 03.06.2009). In dieser Sendung sollen Säuglinge und Kleinkinder von ihren Eltern getrennt werden, um sie in die Obhut von fremden Teenagern zu geben. Und dies für die Dauer von vier Tagen, rund um die Uhr in einer völlig fremden Umgebung.

"Diese Sendung setzt die Kinder einem hohen Risiko aus, ist somit Kindeswohlgefährdung und nicht hinnehmbar", sagt Paula Honkanen-Schoberth, Bundesgeschäftsführerin des DKSB.

Nach Ansicht des DKSB sind Kinder im Alter von 9-14 Monaten in einer hochsensiblen Phase und reagieren entwicklungsbedingt mit Angst und Abwehr auf fremde Personen. Honkanen-Schoberth: "Indem RTL diese Kinder existentiellen Ängsten aussetzt, nimmt der Sender die Entstehung einer Bindungsstörung bei den Kindern billigend in Kauf. Sollen wehrlose Babies hier den Preis dafür zahlen, dass RTL eine möglichst große Zuschauerzahl und damit hohe Werbeeinnahmen erzielen will? Das ist für uns nicht zu akzeptieren."

Die Einschaltung von Fachleuten, Kinderpsychologin, Ärztin, Erzieherin in der Sendung ist nach Ansicht des DKSB keine Lösung: "Diese Experten können die Kinder weder trösten, noch ihnen die Ängste nehmen", so Honkanen-Schoberth. Honkanen-Schoberth: "Auch die Teenager-Paare werden hier für den um sich greifenden Voyeurismus missbraucht. Die Ankündigung von RTL lässt vermuten, dass ein Scheitern des Erwachsen-Seins von vorne herein einkalkuliert wird und ein Ziel der Sendung die Abschreckung vor einem frühen Kinderwunsch sein soll."

Der Kinderschutzbund fordert RTL dringend auf, die Serie nicht auszustrahlen und keine weiteren, die Entwicklung der Kinder gefährdenden, gleich gearteten Sendungen mehr zu produzieren.

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB): - Für die Zukunft aller Kinder! Im DKSB (1953 in Hamburg gegründet) sind über 50.000 Einzelmitglieder in ca. 425 Ortsverbänden aktiv - und machen ihn zum größten Kinderschutzverband Deutschlands. Sie setzen sich gemeinsam mit über 10.000 Ehrenamtlichen und rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Kinder und gegen Missstände ein, drängen Politiker und Verwaltung zum Handeln und packen selber an. Der DKSB will Kinder stark machen, ihre Fähigkeiten fördern, sie ernst nehmen und ihre Stimme hören. Daher setzt sich der DKSB mit den Schwerpunktthemen Kinderrechte, Kinder in Armut und Gewalt gegen Kinder für die Kinder in unserem Land ein.

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