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Medien-Info: ver.di feiert: 20 Jahre Allianz für den freien Sonntag – und der Kampf um freie Zeit geht weiter!

Ver.di feiert: 20 Jahre Allianz für den freien Sonntag – und der Kampf um freie Zeit geht weiter!

Die kirchlich-gewerkschaftliche „Allianz für den freien Sonntag“ feiert Geburtstag: Vor 20 Jahren schlossen sich in der Allianz für den freien Sonntag Gewerkschaften und Kirchen für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags zusammen, um die grundgesetzlich geschützte Sonn- und Feiertagsruhe zu verteidigen. Die Vorstöße für eine Ausweitung der Arbeitszeit zeigen, dass gemeinsame freie Zeit bis heute ein Produkt von erfolgreichen gesellschaftlichen Allianzen ist.

„Der Sonntag ist nach wie vor der einzige Wochentag, an dem ein Großteil der Erwerbsbevölkerung gleichzeitig Freizeit hat. Für die meisten Beschäftigten ist er der einzige verlässliche und planbare freie Tag für soziale Kontakte, körperliche Erholung und mentale Entlastung“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer.

Aktiv eingetreten für diesen Sonntagsschutz sind Kolleginnen und Kollegen aus dem Ev. Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA), dem Bundesverband der Evangelischen Arbeitnehmer (BVEA), der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der katholischen Betriebsseelsorge und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Kolleginnen und Kollegen in der Allianz kämpfen seit dem Jahr 2006 in neun Bundesländern sowie 90 Städten und Regionen in Deutschland und sogar auf Europäischer Ebene als European Sunday Alliance für den Erhalt des freien Sonntags. Gudrun Nolte, Vorstandsvorsitzende im Evangelischen Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt (KWA) führt dazu aus: „Mit der Sonntagsallianz geben wir dem Schutz der Sonn- und Feiertage seit zwanzig Jahren eine starke Lobby. Wir verhindern sehr erfolgreich rechtswidrige Sonntagsarbeit im Handel und anderen Branchen. Zugleich halten wir das Thema in der Gesellschaft wach. Wir möchten, dass den Menschen bewusst bleibt, wie kostbar ihre gemeinsame freie Zeit ist und wie unverzichtbar ihr Tag zur seelischen Erhebung. Nur so können wir den Sonntag auf Dauer bewahren.“

Dafür machte sich die Allianz für den freien Sonntag über die Jahre in zahlreichen kreativen Aktionen stark. Kolleginnen und Kollegen mobilisierten in Innenstädten, auf Social Media und auf Demonstrationen für den freien Sonntag. Immer wieder zogen die Mitglieder der Allianz für den freien Sonntag gemeinsam vor Gericht - um gegen einzelne Sonntagsöffnungen zu klagen. Und Sie bekamen Recht und schrieben dabei Rechtsgeschichte. Die Gerichte stellten klar, dass man sich nicht Gründe für verkaufsoffene Sonntage ausdenken darf – und eine Öffnung ohne konkreten Anlass rechtswidrig ist.

Doch aktuell erleben die Kolleginnen und Kollegen im Handel durch die Hintertür heftige Angriffe auf ihre grundgesetzlich geschützte Sonntagsruhe, so Zimmer. Denn seit 2019 verzeichnet der Handel das neue Betriebsformat „digitaler Kleinstsupermärkte“. Diese unterscheiden sich von Automatenkiosken, als dass sie als begehbare Verkaufsstelle gelten und sonntags - entgegen der öffentlichen Darstellung - nicht personallos betrieben werden können. Auch am Sonntag arbeiten dort Beschäftigte, um Waren aufzufüllen, zu reinigen und in der Überwachung. Die Betreiber der digitalen Kleinstsupermärkte erhielten behördliche Genehmigungen für die Sonntagsöffnung, für die es keine gesetzliche Grundlage in den Ladenöffnungsgesetzen gab. Daraufhin änderten immer mehr Länder ihre Ladenöffnungsgesetze oder planen aktuell Gesetzesänderungen, welche die Sonntagsöffnung von digitalen Kleinstsupermärkten bewusst aus dem Anwendungsbereich der neuen Ladenöffnungsgesetze ausnehmen. Aus Verkaufsstätten sind unter diesen Voraussetzungen quadratmeter- und sortimentsbegrenzte Flächen geworden. Dies führt wieder zu dem nächsten Versuch, Schlupflöcher für die Sonntagsöffnung und somit für die Sonntagsarbeit der Beschäftigten im Handel zu initiieren, führt Zimmer aus.

Aktuell wird in Bayern und Sachsen-Anhalt gegen diese neuen verfassungswidrigen Ladenöffnungsgesetze geklagt. Der Kampf um freie Zeit am Sonntag geht für die Mitglieder der Allianz also weiter. Das betont auch Stefan Eirich, Bundespräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) „Mit dem Schutz des Sonntags stellt sich immer wieder die entscheidende Frage, ob der Mensch für die Wirtschaft da ist oder die Wirtschaft für den Menschen. Die gemeinsame Zeit am Sonntag wird uns auch in Zukunft die Vision einer Gesellschaft deuten, die das Leben bejaht und Lust auf Teilhabe macht – dafür lohnt sich jeder Einsatz.“

Für Rückfragen:

Corinna Groß mobil: 0170 8562095

V.i.S.d.P.

Daniela Milutin
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Tel.: 030/6956-1011, -1012
E-Mail:  pressestelle@verdi.de
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