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Statistisches Bundesamt

Bevölkerungszahl vermutlich um 1,3 Millionen zu hoch

Wiesbaden (ots)

Die Bevölkerungszahl für Deutschland (82,2
Millionen am 31.12.2007) ist vermutlich - wie seit längerem bekannt -
etwas höher als die tatsächliche Bevölkerungszahl. Das Statistische 
Bundesamt (Destatis) rechnet damit, dass die Bevölkerungszahl um etwa
1,3 Millionen Personen überzeichnet ist. Medienberichte der 
vergangenen Wochen, die von einer Überzeichnung von vier Millionen 
Personen ausgingen, können somit nicht bestätigt werden. Genaue 
amtliche Bevölkerungszahlen werden wieder nach dem Zensus 2011 
vorliegen, die EU-weite Erhebung, die ermittelt, wie viele Menschen 
in einem Land leben, wie sie wohnen und arbeiten.
Der Zensus im Jahr 2011 wird dabei in Deutschland mit einem neuen 
Verfahren durchgeführt werden, das auf eine traditionelle Befragung 
aller Einwohnerinnen und Einwohner verzichtet. Die neue Methode des 
auf Register basierten und mit Stichproben gestützten Zensus 2011 
haben die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in einem von 
2001 bis 2003 durchgeführten Zensustest ausführlich erprobt. So gab 
es einen Vergleich von den in den Melderegistern gespeicherten Daten 
mit den Angaben aus einer Stichprobenbefragung von Haushalten. 
Hochgerechnet wurden dabei etwa 4,8 Millionen Abweichungen gefunden. 
Diese setzten sich aus rund 3,2 Millionen potenziellen 
Übererfassungen der Melderegister und circa 1,6 Millionen 
potenziellen Untererfassungen zusammen.
Die in den Melderegistern zu viel erfassten Personen 
(Übererfassungen) und die zu wenig erfassten Personen 
(Untererfassungen) wiegen sich zumindest zum Teil im Saldo auf, hinzu
kommen noch weitere kleinere Abweichungen. Weitere Analysen ergaben 
im Rahmen des Zensustests, dass insgesamt die aktuelle die 
tatsächliche Bevölkerungszahl vermutlich um etwa 1,3 Millionen 
Personen überzeichnet. Das Ausmaß der Unter- und Übererfassungen 
variierte dabei zwischen den einzelnen Melderegistern stark und war 
in großen deutlich höher als in kleinen Gemeinden.
Die in den Melderegistern enthaltenen Fehler werden nicht in die 
Ergebnisse des Zensus 2011 einfließen. Die Statistischen Ämter des 
Bundes und der Länder haben Verfahren entwickelt, um die 
Ungenauigkeiten der Register festzustellen und in der Statistik zu 
korrigieren. Hierzu werden unter anderem Informationen aus einer 
Stichprobenbefragung von Haushalten genutzt.
Derzeit basieren die amtlichen Einwohnerzahlen für alle 
Gebietskörperschaften in Deutschland auf den Ergebnissen der 
Volkszählung 1987 im früheren Bundesgebiet und der letzten 
Volkszählung in der DDR 1981, die regelmäßig mit den Angaben zu 
Geburten und Sterbefällen sowie Zu- und Fortzügen fortgeschrieben 
werden. Wegen der tief greifenden demografischen Veränderungen in 
Deutschland seit den letzten Volkszählungen und wegen des sehr großen
zeitlichen Abstandes zu dieser Basis werden die Ergebnisse dieser 
Bevölkerungsfortschreibung immer ungenauer. Deshalb ist von Zeit zu 
Zeit eine neue Erhebung notwendig, wie sie mit dem Zensus 2011 
stattfinden wird.
Weitergehende Informationen zum Zensus 2011 können Sie dem 
Informationsangebot der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder
im Internet entnehmen unter http://www.zensus2011.de.
Weitere Auskünfte gibt:
Bernd Michel,
Telefon: (0611) 75-2386,
E-Mail:  zensus2011@destatis.de

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:

Statistisches Bundesamt
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de

Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell

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