Zurück in Bewegung: Peggys Reha-Erfolg nach schwerem Motorcross-Unfall
Zurück in Bewegung: Peggys Reha‑Erfolg nach schwerem Motorcross-Unfall.
Peggy liebt Bewegung, Motorräder und Freiheit. Als sie im Enduro-Urlaub schwer verunglückt, erleidet sie eine inkomplette Querschnittlähmung. Doch ein Leben ohne Sport kommt nicht in Frage. Unterstützt von ihrem Umfeld und der C-Brace Interim, kämpft sie sich Schritt für Schritt zurück auf Augenhöhe.
- Peggy Blanke (38) aus Magdeburg ist leidenschaftliche Motorradfahrerin und liebt den Geländesport Enduro. 2022 verunglückt sie bei einem Ausflug in Tschechien schwer und erleidet eine inkomplette Querschnittlähmung.
- In der Reha hört sie früh, der Rollstuhl sei ihre Endstation, aber für Peggy wird das Ultimatum zum Antrieb. Ihr Lebensgefährte, ihre Freunde und ihr Arbeitgeber tragen sie bedingungslos durch die schwere Zeit.
- Sport bleibt ihr Weg zurück ins Leben: Sie entdeckt Rollstuhltennis für sich und wird 2025 deutsche Meisterin im Doppel. Auch auf die Rennstrecke kehrt sie zurück.
- Anfang 2025 testet Peggy als erste Anwenderin die C-Brace Interim Beinorthese an beiden Beinen über sechs Monate im Alltag. Die Versorgung erweitert ihre Trainingsmöglichkeiten deutlich und ermöglicht ihr, sicherer zu stehen, zu gehen und Bewegungen im echten Leben zu üben.
Mittwoch, 20. Mai 2026
Peggy Blanke (38) ist eine Frau, die Bewegung braucht. Sport, Tempo, Wettkampf, Gemeinschaft – all das gehört für sie zum Leben. Besonders liebt die Magdeburgerin das lange Fahren im Gelände mit dem Motorrad. Diese Motorsportart nennt sich Enduro, abgeleitet von „endurance“, also Ausdauer. Und genau darum geht es: schwieriges Terrain, lange Strecken, volle Konzentration, weitermachen, auch wenn es anstrengend wird. Genau diese Ausdauer braucht Peggy eines Tages auf eine ganz andere Art und Weise.
Ein Tag mit Freunden – und plötzlich ist nichts mehr wie vorher.
2022 fährt Peggy mit ihrer „Wahlfamilie“ nach Tschechien. Ihr Lebensgefährte Tino und zehn Freunde sind dabei, Menschen, mit denen sie ihre Leidenschaft teilt und denen sie sich eng verbunden fühlt. Dann passiert der Unfall, der ihr Leben innerhalb von Sekunden verändert. Nach einem Sturz, bei dem das Motorrad auf Peggys Wirbelsäule fällt, erleidet die Magdeburgerin eine inkomplette Querschnittlähmung. Damit ist sie eine von ca. 140.000 Betroffenen in Deutschland [1]. Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr selbstverständlich. Bewegung nicht. Alltag nicht. Zukunft nicht. In der Rehaklinik hört sie früh einen Satz, der ihr zunächst jede Hoffnung nimmt: „Eine Physiotherapeutin sagte mir, der Rollstuhl sei meine Endstation.“
Dort begegnet Peggy aber auch einem Patienten, der sie nicht mehr loslässt. Körperlich ist er schwerer betroffen als sie. Trotzdem erlebt sie einen Menschen, der Lebensfreude ausstrahlt, mit seinen Kindern lacht und sich nicht seinem Schicksal ergibt. Ein Erkenntnismoment für die heute 38-Jährige: Wenn dieser Mann trotz allem glücklich sein und einen Sinn in seinem Leben finden kann, dann muss auch sie das schaffen. „Ich will mit anderen auf Augenhöhe stehen. Ich will wieder laufen“, setzt sie sich zum Ziel. Das treibt sie dazu an, sich nicht damit abzufinden, was ihr passiert ist.
Zwei Jahre im Rollstuhl – aber nie ohne Kampfgeist.
Der Unfall nimmt Peggy viel. Ausgerechnet der Sport, der ihr Freiheit, Kraft und Identität gegeben hat, scheint plötzlich unerreichbar. Doch sie hört nicht auf, Sportlerin zu sein. Zwei Jahre sitzt Peggy im Rollstuhl. Trotzdem sucht sie weiter nach Bewegung, nach Training, nach dem Gefühl, am Leben teilzunehmen und nicht nur behandelt zu werden. Sie entdeckt Rollstuhltennis für sich. Aus dem Ausprobieren wird Ehrgeiz, aus Ehrgeiz Erfolg: 2025 wird sie deutsche Meisterin im Doppel. Der Sport gibt ihr Struktur, Selbstvertrauen und einen Zugang zu sich selbst zurück.
Auch ihre alte Leidenschaft für den Motorsport verliert Peggy nicht. Sie fährt zwar nicht mehr selbst, begleitet ihre Freunde aber weiterhin zu Rennen und ist dort als Zuschauerin dabei. Der Sport, der durch den Unfall zu einem tiefen Einschnitt wurde, bleibt trotzdem ein Teil ihres Lebens.
Wer bleibt, wenn alles wegbricht.
Nach dem Unfall verändert sich nicht nur Peggys Körper. Auch ihr Umfeld ordnet sich neu. Manche Menschen rücken näher. Andere ziehen sich zurück. Einige ihrer Familienmitglieder wenden sich von ihr ab. Diese Erfahrung trifft sie hart. Umso größer wird die Bedeutung der Menschen, die bleiben. An erster Stelle steht ihr Lebensgefährte Tino. Auch ihr engster Freundeskreis hält zu ihr. Dazu kommt ihr Arbeitgeber. Peggy war dort noch nicht lange angestellt, als der Unfall passierte. Trotzdem wurde sie nicht fallengelassen. Sie ist bis heute in dem Unternehmen im Bereich Medizintechnik und Praxissoftware tätig. Auch das gehört zu ihrer Geschichte: dass Zugehörigkeit nicht nur privat, sondern auch beruflich tragen kann.
Interim-Orthese: Aus Training wird Teilhabe.
Ein neuer Abschnitt beginnt Anfang 2025. Ein paar Monate zuvor erfährt Peggy auf einer Fachmesse von einem neuartigen Versorgungslösung für Menschen mit einer Beinlähmung. Im Sommer 2025 bekommt sie die Möglichkeit, die C-Brace Interim Beinorthesen als erste Person zu testen – konstant über sechs Monate hinweg im Alltag.
Damit nimmt Peggys Leben nach dem Unfall eine langersehnte Wendung. Denn die Versorgung eröffnet ihr etwas, das in der Rehabilitation oft zu kurz kommt: deutlich mehr Zeit zum Üben im echten Leben. Statt hauptsächlich in Therapiesituationen an Bewegungen zu arbeiten, kann sie mit den Interim-Orthesen zuhause, unterwegs und im Alltag trainieren. Sie übt häufiger, baut Belastung auf und gewinnt Schritt für Schritt mehr Sicherheit.
Genau darin liegt die besondere Wirkung der C-Brace Interim Orthese: Sie verlängert die Trainingszeit aktiv in den Alltag hinein. Die Versorgung wird vor allem in der frühen Rehabilitationsphase eingesetzt und lässt sich flexibel an den Therapieverlauf anpassen. Durch ihr modulares Design, bestehend aus dem innovativen C-Brace Orthesenkniegelenk, Oberschenkelschalen und einer Unterschenkelorthese, kann sie mit der Entwicklung der Anwendenden mitwachsen.
Für Peggy heißt das konkret: Sie ist nicht ausschließlich auf den Rollstuhl angewiesen. Mit der Interim-Orthese kann sie wieder stehen, Schritte trainieren, Bewegungsabläufe einüben und ihren Körper im Alltag neu erfahren. Die temporäre Versorgung unterstützt sie dabei, sicherer zu gehen und mehr Vertrauen in die eigene Bewegung zu entwickeln.
Alexander Hardt, Marktmanager NeuroMobility bei Ottobock, erläutert die Idee hinter der innovativen Versorgungslösung: „C-Brace Interim ist mehr als ein Hilfsmittel. Es ist ein völlig neues Versorgungskonzept, bei dem Fachärzte, Therapeuten und Orthopädietechniker eng mit der Patientin zusammenarbeiten. Dadurch schaffen wir es, das Bestmögliche aus der Rehabilitationszeit herauszuholen: Patienten können frühzeitig vertikalisiert und mobilisiert werden, wodurch sich die Trainingszeiten effektiv verlängern lassen. Abgestimmt an den Therapiefortschritt, lässt sich außerdem die optimale Definitivversorgung für den Patienten abzeichnen und beantragen.“
Der Blick nach vorn: vom Provisorium zur dauerhaften Versorgung.
Für Peggy ist die Interim-Versorgung der Anfang von etwas Größerem. Aktuell wartet sie auf die Bewilligung ihrer Definitivversorgung mit dem C-Brace. Während ihr die Interim-Orthese vor allem geholfen hat, im Alltag mehr zu üben und Sicherheit aufzubauen, könnten die computergesteuerten Beinorthesen Peggy in ihrem Alltag dauerhaft mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen, etwa auf unebenem Untergrund, an Steigungen und beim Treppensteigen.
Für Peggy geht es darum, das, was sie sich in den vergangenen Monaten erarbeitet hat, fest in ihren Alltag zu übertragen: häufiger auf den Beinen sein, Bewegungen nicht nur trainieren, sondern selbstverständlich leben. Ihre Vision ist klar: Sie will nicht auf ihre Lähmung reduziert werden, sondern arbeiten, Sport treiben und ihr Leben aktiv gestalten. Die richtige Versorgung kann dabei den entscheidenden Unterschied machen.
Sport war nie nur Hobby, sondern Peggys Weg zurück ins Leben.
Wie weit Peggy schon gekommen ist, zeigt ein Moment vergangenen Sommer: Bei der Firmenstaffel in Magdeburg geht sie mit dem Rollator die letzten 200 Meter bis ins Ziel. Dieser Erfolg steht für Rückschläge, Training, Geduld und den Mut, sich etwas zurückzuholen, das ihr schon abgesprochen worden war. Vor allem aber steht er für eine Erfahrung, die Peggy heute weitergeben will: Man muss nach einem tiefen Einschnitt nicht alles allein schaffen.
Peggy will anderen Mut machen, sich an die Menschen zu halten, die stärken statt zu bremsen. Denn dann kann man sich ein Leben aufbauen, in dem auch nach einem Einschnitt wieder mehr möglich wird – Schritt für Schritt, auf Augenhöhe.
[1] Ursachen für eine Querschnittlähmung - Der-Querschnitt.de
Überblick: C-Brace Interim Orthese von Ottobock
- Modulare Knie-Knöchel-Fuß-Orthese (KAFO) für die frühe Rehabilitationsphase; bei geeigneten Anwenderinnen und Anwendern bis zu 6 Monate einsetzbar.
- Besteht aus drei Hauptkomponenten: anpassbarer Oberschenkelschale, dem C-Brace Kniegelenk und einer Knöchel-Fuß-Orthese (AFO).
- Erweitert die Übungsmöglichkeiten im Rehabilitationsprozess und verlagert das Training stärker in den Alltag.
- Kann eingesetzt werden, sobald die Anwenderin oder der Anwender stehen kann – oder um die Stehfähigkeit wiederherzustellen.
- Schnelle Versorgung: Interim-Lösung kann innerhalb von rund 4 Stunden an die Anwenderinnen und Anwendern angepasst werden.
- Flexibel im Therapieverlauf: Dank modularem Design kann die spätere Definitivversorgung bis hin zu einer AFO abgerüstet oder zum C-Brace aufgerüstet werden.
- Hohe Anpassungsfähigkeit: Die Kombination aus Interim-Orthese und C-Brace Orthesenkniegelenk lässt sich flexibel an individuelle oder sich verändernde Bedürfnisse anpassen.
- Mehr Sicherheit: Die Nutzung der C-Brace Gelenkeinheit kann das Sturzrisiko signifikant reduzieren.
- Für einseitige und beidseitige Versorgung geeignet bei Menschen mit einer Lähmung in den Beinen.
- Geeignet für Menschen mit einer Körpergröße von 155 bis 190 cm.
- Zugelassen bis zu einem maximalen Körpergewicht von 110 kg.
Weiterführende Links
- C-Brace Interim
- Medieninformationen: C-Brace®-Orthesensystem
- Fotos (Copyright © Ottobock / © privat) Downloadlink: https://we.tl/t-XgF1C5mF5EyxU9dR
- YouTube: Peggys Geschichte I Ottobock DE
Über Ottobock Der börsennotierte, globale MedTech-Champion Ottobock vereint über 100-jährige Tradition mit herausragender Innovationskraft in den Bereichen Prothetik, Neuro-Orthetik und Exoskelette. Ottobock entwickelt innovative Versorgungslösungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und treibt die Digitalisierung der Branche voran. Gegründet 1919 in Berlin, ist das Unternehmen mit fast 9.300 Mitarbeitenden (Vollzeitkräften) heute mit seinem Geschäft in 45 Ländern aktiv und betreibt das größte internationale Patientenversorgungsnetzwerk mit rund 420 Patientenversorgungszentren weltweit. Mit einer starken F&E-Quote im Produkt- und Komponentengeschäft und mehr als 2.600 Patenten und Patentanmeldungen prägt Ottobock die Human Bionics-Landschaft der Zukunft. Die Mission, die Bewegungsfreiheit, Lebensqualität und Unabhängigkeit von Menschen zu verbessern, ist tief in der DNA des Unternehmens verwurzelt – wie auch sein gesellschaftliches Engagement: Seit 1988 ist Ottobock Partner und Unterstützer der Paralympischen Spiele.
Nadine Winter Public Relations Managerin Corporate Communications
Ottobock SE & Co. KGaA Prenzlauer Allee 242 | 10405 Berlin | Germany Telefon +49 1511 888 3507 E-Mail nadine.winter@ottobock.de www.ottobock.com
Impressum Ottobock SE & Co. KGaA, Firmensitz: Duderstadt, Deutschland, Handelsregister & -nummer: Amtsgericht Göttingen, HRB 205339; phG: Ottobock Management SE, Firmensitz: Duderstadt, Deutschland, Handelsregister & -nummer: Amtsgericht Göttingen, HRB 205183; Vorsitzender des Verwaltungsrats: Professor Hans Georg Näder; Geschäftsführende Direktoren: Oliver Jakobi (CEO/CSO), Dr. Arne Kreitz (CFO), Martin Böhm (CXO), Arne Jörn (COO/CTO); Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ottobock SE & Co. KGaA: Dr. Bernd Bohr
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