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21.04.2005 – 19:26

Börsen-Zeitung

Börsen-Zeitung: Advantage SAP, Kommentar von Heidi Rohde zum Quartalsergebnis von SAP

    Frankfurt (ots)

SAP hat die Unkenrufer Lügen gestraft. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die den Markt in den vergangenen Wochen mit immer neuen Hiobsbotschaften aufgeschreckt hat, konnte sich der Weltmarktführer für betriebliche Standardsoftware in einem offensichtlich schwierigen Marktumfeld glänzend behaupten. In den USA schreibt der deutsche Konzern, der von Microsoft-Chef Bill Gates einmal als der „größte Unfall in der Geschichte der Softwareindustrie“ bezeichnet worden sein soll, eine seit eineinhalb Jahren andauernde Erfolgsgeschichte mit hohen zweistelligen Zuwachsraten. In Europa, das im Vorquartal für Enttäuschung sorgte, gelang den Walldorfern außerhalb Deutschlands mit einem Plus von 18% bei den Lizenzerlösen ein eindrucksvolles Comeback.

    Mit einem insgesamt zweistelligen Schub bei dieser wichtigen Wachstumskennziffer verweist SAP die Konkurrenz klar auf die Plätze und nimmt ihr weitere Marktanteile ab. Zum Vorteil gereicht dem Unternehmen dabei weiterhin, dass der größte Wettbewerber Oracle noch immer mit angezogener Handbremse operiert. Denn der Datenbankriese, der sein Applikationsgeschäft mit der Übernahme von Peoplesoft in eine neue Dimension führen will, hat an dieser Aufgabe noch länger zu kauen und sich überdies mit dem Kauf von Retek schon neue Integrationslasten geschaffen.

    Abgesehen vom Handicap der Konkurrenz zahlt sich für SAP jedoch inzwischen immer mehr die Strategie aus, die Konzernchef Henning Kagermann bei seinem Antritt formuliert hat: „Größe zählt“. Dies gilt nicht nur für die finanziellen Ressourcen, die SAP in der Entwicklung ins Rennen werfen kann, um die Konkurrenz mit einem besseren Produktportfolio auszustechen. Größe spielt auch für das Vertrauen der Kunden eine wichtige Rolle. Denn diese sehen ihre Investitionen nur bei einem langfristigen Partner als sicher an. Der Geschäftseinbruch des CRM-Spezialisten Siebel dürfte auch damit zusammenhängen, dass das Unternehmen inzwischen hartnäckig als Übernahmekandidat gehandelt wird.

    Noch einen weiteren Vorteil hat SAP im jüngsten Quartal unter Beweis gestellt. Der Kostenschub durch die verstärkten Investitionen – sprich: rund 1000 Neueinstellungen – konnte durch das kräftige Lizenzwachstum abgefedert werden. Auch mit der Ertragsentwicklung können die Investoren zufrieden sein.

(Börsen-Zeitung, 22.4.2005)

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