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Börsen-Zeitung: Advantage SAP, Kommentar von Heidi Rohde zum Quartalsergebnis von SAP

Frankfurt (ots)

SAP hat die Unkenrufer Lügen gestraft. Im
Gegensatz zur Konkurrenz, die den Markt in den vergangenen Wochen mit
immer neuen Hiobsbotschaften aufgeschreckt hat, konnte sich der
Weltmarktführer für betriebliche Standardsoftware in einem
offensichtlich schwierigen Marktumfeld glänzend behaupten. In den USA
schreibt der deutsche Konzern, der von Microsoft-Chef Bill Gates
einmal als der „größte Unfall in der Geschichte der
Softwareindustrie“ bezeichnet worden sein soll, eine seit eineinhalb
Jahren andauernde Erfolgsgeschichte mit hohen zweistelligen
Zuwachsraten. In Europa, das im Vorquartal für Enttäuschung sorgte,
gelang den Walldorfern außerhalb Deutschlands mit einem Plus von 18%
bei den Lizenzerlösen ein eindrucksvolles Comeback.
Mit einem insgesamt zweistelligen Schub bei dieser wichtigen
Wachstumskennziffer verweist SAP die Konkurrenz klar auf die Plätze
und nimmt ihr weitere Marktanteile ab. Zum Vorteil gereicht dem
Unternehmen dabei weiterhin, dass der größte Wettbewerber Oracle noch
immer mit angezogener Handbremse operiert. Denn der Datenbankriese,
der sein Applikationsgeschäft mit der Übernahme von Peoplesoft in
eine neue Dimension führen will, hat an dieser Aufgabe noch länger zu
kauen und sich überdies mit dem Kauf von Retek schon neue
Integrationslasten geschaffen.
Abgesehen vom Handicap der Konkurrenz zahlt sich für SAP jedoch
inzwischen immer mehr die Strategie aus, die Konzernchef Henning
Kagermann bei seinem Antritt formuliert hat: „Größe zählt“. Dies gilt
nicht nur für die finanziellen Ressourcen, die SAP in der Entwicklung
ins Rennen werfen kann, um die Konkurrenz mit einem besseren
Produktportfolio auszustechen. Größe spielt auch für das Vertrauen
der Kunden eine wichtige Rolle. Denn diese sehen ihre Investitionen
nur bei einem langfristigen Partner als sicher an. Der
Geschäftseinbruch des CRM-Spezialisten Siebel dürfte auch damit
zusammenhängen, dass das Unternehmen inzwischen hartnäckig als
Übernahmekandidat gehandelt wird.
Noch einen weiteren Vorteil hat SAP im jüngsten Quartal unter
Beweis gestellt. Der Kostenschub durch die verstärkten Investitionen
– sprich: rund 1000 Neueinstellungen – konnte durch das kräftige
Lizenzwachstum abgefedert werden. Auch mit der Ertragsentwicklung
können die Investoren zufrieden sein.
(Börsen-Zeitung, 22.4.2005)

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