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09.08.2001 – 11:57

Verband der privaten Bausparkassen e.V.

Entnahmemodell für Wohneigentum nicht praxisgerecht

Berlin (ots)

Private Bausparkassen setzen auf altbewährten Förderweg
Das wichtigste Altersvorsorgeprodukt, das Wohneigentum, ist formal
im neuen Altersvermögensgesetz, das die Förderung der zusätzlichen
privaten Altersvorsorge regelt, enthalten; die Einbeziehung hilft
potentiellen Häuslebauern allerdings nur wenig. Denn nach diesem
Modell angesparte Beträge haben in der Regel frühestens in zehn oder
zwanzig Jahren eine nennenswerte Größenordnung erreicht, damit
dadurch ein Teil einer Wohnungsbaufinanzierung abgedeckt werden
könnte. Auf diese Probleme hat der Hauptgeschäftsführer des Verbandes
der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder, heute anlässlich der
Bilanzpressekonferenz des Verbandes in Berlin hingewiesen.
Damit bleibe der traditionelle Weg zu den eigenen vier Wänden die
bisherige Wohneigentumsförderung. Das Bausparen mit seiner
Kombination aus Eigenkapital und Bauspardarlehen spiele dabei nach
wie vor eine entscheidende Rolle. Seinen Tauglichkeitstest habe das
Zusammenspiel von Bausparen und Eigenheimzulage in der zweiten Hälfte
der 90er Jahre erfolgreich bestanden. Zuwachsraten von rund 10
Prozent im Jahr im Ein- und Zweifamilienhausbau bewiesen dies. Über
das Bausparen anzusparen, dabei Wohnungsbauprämie und
Arbeitnehmersparzulage in Anspruch zu nehmen, und gleichzeitig einen
Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen zu erwerben, bleibe
nach Ansicht des Verbandes unverzichtbar.
Nach dem neuen "Zwischenentnahmemodell" kann ein Arbeitnehmer zwar
zur Finanzierung einer Immobilie mindestens 10.000 Euro und höchstens
50.000 Euro von seinem "Riester-Konto" entnehmen. Dieses Geld muss in
monatlich festgelegten Raten bis zum 65. Lebensjahr wieder auf das
Konto zurückgezahlt werden. Der Sparer vergibt praktisch ein
(zinsloses) Darlehen an sich selbst.
Die Folge dieser Konstruktion sei, dass Eigenheimerwerber
zusätzlich zu der finanziellen Belastung, die der Kauf oder Bau eines
Hauses mit sich bringe, auch die monatliche Rate für das
Vorsorgekonto tragen müssten. Dies sei gerade für die sogenannten
Schwellenhaushalte mit begrenzter Finanzkraft außerordentlich
schwierig.
Da das entnommene Kapital in der Regel von den Kreditinstituten
als Fremdkapital angesehen werde, verringere sich zudem der Spielraum
für die Aufnahme von Darlehen. Das für eine seriöse Finanzierung
notwendige Eigenkapital in Höhe von 30 bis 40 Prozent der
Gesamtfinanzierung müsse also zusätzlich auf anderen Wegen gebildet
werden. Dies werde vielen Haushalten nicht möglich sein, da sie
aufgrund ihres Einkommens nicht in der Lage seien, zwei Sparformen
gleichzeitig zu bedienen.
VERBAND DER PRIVATEN BAUSPARKASSEN e.V.
Herr Bernd Pütz
Klingelhöferstr. 4
10785 Berlin
Telefon: 030 / 590091 515
Telefax: 030 / 590091 501

Original-Content von: Verband der privaten Bausparkassen e.V., übermittelt durch news aktuell

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