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Der Tagesspiegel: Haftbeschwerde des angeblichen "DDR-Auftragmörders"

Berlin (ots)

Die Anwältin des mutmaßlichen „DDR-Auftragsmörders"
Jürgen G. hat bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe „umfangreiche
Haftbeschwerde" eingelegt und die sofortige Aufhebung des Haftbefehls
gefordert. Rechtsanwältin Barbara Petersen sagte dem „Tagesspiegel am
Sonntag", sie habe sich zu diesem Schritt nach intensivem
Aktenstudium entschlossen, weil aus ihrer Sicht kein dringender
Tatverdacht vorliege. Die Sprecherin beim Generalbundesanwalt,
Frauke-Katrin Scheuten, bestätigte dieser Zeitung den Eingang der
Haftbeschwerde. Wann darüber entschieden werde, könne sie jedoch
nicht sagen. Weitere Auskünfte zu dem Fall Jürgen G. wolle die
Bundesanwaltschaft derzeit nicht geben. Der mutmaßliche Täter war am
22. September dieses Jahres von einem Einsatzkommando des
Bundeskriminalamtes in Kleinzerlang bei Rheinsberg überwältigt und
festgenommen worden. Dem Mann wird vorgeworfen, als angebliches
Mitglied eines in der DDR-Regierung angesiedelten Mordkommandos
mehrere Menschen umgebracht zu haben. So soll G. gegenüber einem als
CIA-Anwerber getarnten Beamten des Bundeskriminalamtes von den
Auftragsmorden berichtet haben. Der 53- Jährige hatte nach seiner
Verhaftung bestritten, die Taten begangen zu haben und gesagt, er
habe damit nur prahlen wollen, um einen Geheimdienst-Job zu bekommen.
Die Anwältin sagte, es hätten sich ihr beim Aktenstudium „die Haare
gesträubt", dass auf der Grundlage dieser Faktenlage ein Haftbefehl
erlassen werden konnte. „Es gibt keinen Ernst zu nehmenden Hinweis,
dass das, was ihm vorgeworfen wird, stimmt", sagte sie. Die
Bundesanwaltschaft habe „keinerlei Distanz zu den eigenen
Ermittlungsergebnissen". So seien schon die Angaben der beiden
Hauptbelastungszeugen „in sich so widersprüchlich, dass daraus kein
Bild von der angeblichen Arbeit des vorgeblichen Tötungskommandos
entsteht". An ihrer Einschätzung des Falles ändere auch die Tatsache
nichts, dass der Haftbefehl von ursprünglich 25 auf zwei Fälle
„eingeschmolzen" worden sei. Auch bei diesen zwei Mord- Vorwürfen
„existieren nachweislich keine Leichen und keine Tatorte", sagte
Petersen.
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitten an:
Martin Gehlen, Redaktion Politik, Der Tagesspiegel
Tel.: -49-30-26009-431, e-mail:  Martin.Gehlen@tagesspiegel.de
ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

Rückfragen bitte an:

Der Tagesspiegel
Thomas Wurster
Chef vom Dienst
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
Email: thomas.wurster@tagesspiegel.de

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