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19.03.2004 – 09:53

Allianz pro Schiene

Trotz sinkender Bundeszuschüsse in die Schieneninfrastruktur: Bahn will für 5 Milliarden Euro neue Züge kaufen

Berlin (ots)

Berlin. Die Deutsche Bahn AG will trotz sinkender
Infrastrukturzuschüsse des Bundes mehrere Milliarden Euro für den
Kauf neuer Lokomotiven und Züge ausgeben. „Wir werden bis 2009 neue
Fahrzeuge im Wert von rund fünf Milliarden Euro kaufen“, sagte der
Generalbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Stefan Garber, Donnerstag
abend während einer Allianz pro Schiene-Veranstaltung in Berlin.
Garber: „Alleine in diesem Jahr vergeben wir an die Bahnindustrie für
Fahrzeuge voraussichtlich ein Auftragsvolumen von mehr als eine
Milliarde Euro“.
Der Generalbevollmächtigte für den Bereich Beschaffung und Technik
sagte vor 60 Managern aus der Bahn- und Baubranche, die Deutsche Bahn
habe „in den vergangenen 10 Jahren knapp 15 Milliarden Euro in den
rollenden Fuhrpark investiert“. Rechne man die
Infrastrukturinvestitionen hinzu, dann sei die Bahn allein im Jahr
2003 „mit fast 13 Milliarden Euro Auftragsvolumen Deutschlands
größter Investor“ gewesen und habe „direkt und indirekt mehr als
600.000 Arbeitsplätze gesichert“.
Scharfe Kritik übte der Sprecher der in der Allianz pro Schiene
zusammen geschlossenen Unternehmen, Peter Witt, an den Planungen des
Bundes zu Absenkung der Mittel für die Schienenwege. „Nach jeweils
gut vier Milliarden Euro in den beiden vergangenen Jahren will der
Bund in den nächsten Jahren nur noch rund drei Milliarden Euro in die
Schienennetze investieren“, sagte Witt, der beim
Schienenverkehrstechnikproduzenten Bombardier Transportation
Aufsichtsratsvorsitzender ist. Damit falle die Schiene „trotz
entgegenlautender Politikerversprechungen weit hinter die Straße
zurück und Tausende Arbeitsplätze gehen verloren“.
Martin Bay, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB ProjektBau
GmbH, kritisierte, dass die Bahn „am Ende des ersten Quartals immer
noch keine klare Auskunft vom Bund hat, wie viel Geld in diesem Jahr
für Schienenwege zur Verfügung steht“. Bay: „Mit jedem weiteren Tag
Zeitverzug wird es schwieriger, die von der öffentlichen Hand zur
Verfügung gestellten Finanzmittel auch tatsächlich bis zum Jahresende
zu verbauen“. Obwohl seit Anfang der Woche die Verhandlungen mit dem
Bund laufen, auf welche der ursprünglich geplanten Schienenprojekte
wegen der beabsichtigten Reduzierung der Bundesmittel verzichtet
werden müsse, stehe die Bahn „bei wichtigen Projekten weiter zu ihren
Zusagen“. Als Beispiele nannte Bay die termingerechte Fertigstellung
des Hauptbahnhofs Lehrter Bahnhof in Berlin mit der gesamten
Nord-Süd-Verbindung, sowie die Schnellverbindung Hamburg-Berlin.
Die Allianz pro Schiene ist ein Zusammenschluss von 17 Non-Profit-
Organisationen (Gewerkschaften, Umweltverbände sowie
Verbraucherorganisationen) und 39 Wirtschaftsunternehmen, darunter
die Deutsche Bahn AG, Connex, Alstom, Bombardier, Siemens, Vossloh
und mehrere Baufirmen.
ots-Originaltext: Allianz pro Schiene
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Kontakt:

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Fax: 030 - 27 59 45 60
Email: frauke.lendowsky@allianz-pro-schiene.de
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