Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Bauindustrie zur Lehrstellensituation:

    Berlin (ots) -
    
    * Zahl der Auszubildenden in der Bauwirtschaft weiter rückläufig!
    * Branche steuert auf Facharbeitermangel zu!
    * Appell: Trotz Baukrise Ausbildung nicht vernachlässigen!
    
    Vor einem Mangel an Facharbeitern am Bau hat heute in Berlin der
Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Prof.
Thomas Bauer, gewarnt. Bei der Vorstellung der jüngsten
Lehrlingsstatistik, die zum sechsten Mal in Folge einen Rückgang zu
verzeichnen hatte, sagte Bauer: "Wenn die Zahl der Auszubildenden in
der Bauwirtschaft auch in den nächsten Jahren weiterhin so deutlich
abnimmt, werden die Betriebe in wenigen Jahren - wenn nicht
flächendeckend, so doch in vielen Regionen - händeringend nach
Fachkräften suchen. Schon jetzt sind erste regionale Engpässe zu
beobachten." Er appellierte deshalb an die Baubetriebe, auch in
konjunkturell schlechten Zeiten in ihrer Ausbildungsbereitschaft
nicht nachzulassen. Bauer weiter: "Ohne qualifizierte Mitarbeiter
können die Unternehmen auf einem Markt mit technisch immer
anspruchsvoller werdenden Bauleistungen nicht bestehen."
    
    Nach Angaben der SOKA Bau lag die Gesamtzahl der Lehrlinge Ende
September 2001 um 12,6 % unter dem Vorjahresniveau. Damit werden
zurzeit nur noch rund 50.000 junge Menschen in einem
bauhauptgewerblichen Beruf ausgebildet; im Spitzenjahr 1995 waren
noch rund 92.000 Auszubildende registriert worden. Damit steuere die
Branche auf eine Ausbildungsquote von 10 % zu, d.h. auf 100
Facharbeiter kommen nur noch 10 Auszubildende. "Wenn das Verhältnis
von Auszubildenden zu Facharbeitern unter den "kritischen" Wert von
10 % fällt, kann der Bedarf an Facharbeitern nicht mehr gedeckt
werden", erklärte Bauer. Die um 20 % gesunkene Zahl der Lehrlinge im
ersten Lehrjahr deute darauf hin, dass diese Marke demnächst
unterschritten werden könnte.
    
    Besonders der Rückgang in den neuen Bundesländern sei Besorgnis
erregend. Während in den alten Bundesländern und Berlin der
Lehrlingsbestand um 8 % bzw. 18,3 % sank, wurde in den neuen
Bundesländern ein Rekordminus von 23,4 % registriert. Das bedeutet,
dass in Ostdeutschland derzeit nur noch 12.600 Lehrlinge am Bau
ausgebildet werden. 1995 betrug die Zahl der Auszubildenden noch
38.000. Auch bei den Neueinstellungen bilden die neuen Bundesländer
das traurige Schlußlicht (- 30 %). Aber auch in den alten
Bundesländern (- 15 %) und Berlin (- 22 %) wurde erheblich weniger
eingestellt.
    
    Bauer betonte, dass die Bauwirtschaft damit zwar noch
überdurchschnittlich ausbilde, die auf 20.400 zurückgegangene Zahl
der Ausbildungsbetriebe aber auf ein deutliches Nachlassen der
Ausbildungsbereitschaft hinweise. Er appellierte daher an die
Baubetriebe, "über den Tag hinaus zu denken und eine nachhaltige
Personalpolitik zu betreiben".
    
ots Originaltext: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
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