Experte: Deutschland kann Großprojekte
Experte: Deutschland kann Großprojekte
Bau- und Immobilienfachmann Klaus-Peter Stöppler: „Die erfolgreiche Entwicklung von Silicon Saxony in Dresden zeigt, dass Deutschland allen Unkenrufen zum Trotz Großprojekte erfolgreich durchführen kann.“
München, 16. Juni 2026 – Kaum ein Thema sorgt in Deutschland regelmäßig für so viel Frust wie verspätete Großprojekte. Ob Flughafen, Bahnstrecke, Brücke oder öffentliche Infrastruktur: Verzögerungen, Kostensteigerungen und jahrelange Diskussionen gelten vielerorts als Normalität. Doch aktuelle Industrieprojekte im Bereich der Halbleiterfertigung beweisen, dass es auch anders geht.
„Die weit verbreitete Behauptung, Deutschland könne keine Großprojekte mehr erfolgreich umsetzen, ist schlichtweg falsch“, erklärt der Bau- und Immobilienexperte Klaus-Peter Stöppler. „Es gibt mehrere aktuelle Beispiele dafür, dass große Investitionsvorhaben sogar schneller als geplant realisiert werden können“, sagt er mit Verweis auf die jüngsten Aktivitäten von Infineon und Bosch in Dresden.
Dresdner Halbleitercluster als Vorbild
Im Umfeld des Dresdner Halbleiterclusters entstehen beziehungsweise werden derzeit Produktionsstandorte für Computerchips, die für Künstliche Intelligenz, Elektromobilität, Industrieautomation, Telekommunikation und Rechenzentren benötigt werden, deutlich erweitert. Allein die dort angekündigten Investitionen bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich. Dresden gilt inzwischen als größter Halbleiterstandort Europas. Zum dortigen Cluster gehören neben Infineon und Bosch auch GlobalFoundries, TSMC/ESMC, X-Fab und Jenoptik. Etwa jeder dritte in Europa produzierte Chip stammt aus der Region „Silicon Saxony“.
Aus Sicht von Klaus-Peter Stöppler liegt der entscheidende Unterschied zwischen erfolgreichen und gescheiterten Großprojekten nicht in der Technologie oder der Größe der Investition. Woran es tatsachlich liegt, erklärt er wie folgt: „Fast alle Problemprojekte weisen dieselben Symptome auf: unklare Zielsetzungen, zu viele Entscheidungsebenen, mangelnde Verantwortlichkeiten und eine fehlende Gesamtsteuerung. Erfolgreiche Projekte dagegen zeichnen sich durch klare Prioritäten und eindeutige Entscheidungsstrukturen aus.“
Genau diese Faktoren seien bei den erfolgreichen Industrieprojekten in Dresden zu beobachten. Die Investoren verfolgten einen klar definierten wirtschaftlichen Zweck: Chips für KI und Automotive. Alle Beteiligten, also Bauherr, Land und EU, räumten den Projektzielen eine hohe Priorität ein und die Milliarden-Finanzierung habe von Anfang an festgestanden. „Sicherlich auch aufgrund der klaren wirtschaftspolitischen Zielsetzung und der verlässlichen Rahmenbedingungen arbeiteten Behörden, Projektsteuerer, Planer und ausführende Unternehmen „hervorragend“ zusammen. Ausdrücklich lobt Klaus-Peter Stöppler die enge Projektsteuerung durch STRABAG als Generalunternehmer und Drees & Sommer als Bauleitung. Ebenso trägt nach seiner Einschätzung die enge Verzahnung von Industrie und Wissenschaft am Standort Dresden zum Erfolg bei. Dabei falle der Technischen Universität Dresden und ihrer Transfergesellschaft TUDAG eine Schlüsselrolle zu.
Milliardeninvestitionen schaffen Wachstum
Klaus-Peter Stöppler betont: „Die Bedeutung solcher Projekte reicht weit über die Baustellen hinaus. Neue Produktionsstandorte ziehen Zulieferer, Forschungseinrichtungen und Dienstleister an.“ Er weist darauf hin, dass rund um den Dresdner Halbleiterstandort derzeit tausende neue Arbeitsplätze und zusätzliche Investitionen in Infrastruktur, Energieversorgung und Wasseraufbereitung entstehen. Allein für die Wasserversorgung der expandierenden Halbleiterindustrie investiere Dresden mehr als 300 Millionen Euro in ein neues Flusswasserwerk. Gleichzeitig investierten weitere Unternehmen zusätzliche Milliardenbeträge in den Ausbau ihrer Kapazitäten. „Europas größter Halbleiterstandort erweitert seine Produktionskapazitäten massiv, um die steigende Nachfrage aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und Digitalisierung zu bedienen“, umreißt Klaus-Peter Stöppler die Dimension von „Silicon Saxony“.
Lehren für andere Großprojekte
Nach Ansicht des Bau- und Immobilienexperten sollte die Politik die Erfolgsfaktoren dieser Projekte systematisch analysieren und auf andere Bereiche übertragen. Er gibt zu bedenken: „Wir diskutieren häufig darüber, warum Projekte scheitern. Viel wichtiger ist die Frage, warum manche Projekte erfolgreich sind. Die Antworten liegen beispielsweise in Dresden auf dem Tisch.“
Dazu gehörten frühzeitige Entscheidungen, eindeutige Verantwortlichkeiten, professionelle Projektsteuerung, eine enge Abstimmung aller Beteiligten sowie eine konsequente Orientierung am eigentlichen Projektziel. „Silicon Saxony ist eine Blaupause, wie sich Deutschland auf wichtigen Zukunftsmärkten positionieren kann“, sagt Klaus-Peter Stöppler. Er mahnt: „Die Übertragung dieses Erfolgsmodells auf andere Zukunftsmärkte wie Raumfahrt, Drohnen und Robotik muss gelingen, um Deutschland langfristig eine wirtschaftlich attraktive Zukunft zu verschaffen.“
Klaus-Peter Stöppler zählt zu den zehn renommiertesten Executive Interim Managern Deutschlands* mit über 35 Jahren Erfahrung in den Branchen Bauwirtschaft, Immobilien, Energie und Industrie. Er begleitet mittelständische Unternehmen als permanenter Beirat oder als Interim Manager auf Zeit. Seine Expertise umfasst Bauprojektmanagement, Unternehmensrettung und strategische Beratung. Klaus-Peter Stöppler ist Mitglied der Denkfabrik Diplomatic Council mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Der „Top Interim Manager 2025/26“ gehört zum kleinen Kreis der Verfasser des vielbeachteten „Wirtschaftsreport 2025/26“.
* Laut United Interim, der führenden Community für Interim Manager im deutschsprachigen Raum.
Direktkontakt: Klaus-Peter Stöppler, https://bau-interim.com
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