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Politischer Webfehler beim Deutschlandticket

Politischer Webfehler beim Deutschlandticket

Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert erneute Preiserhöhung

München, 6. Oktober 2026 – Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die Erhöhung des Deutschlandtickets von 63 auf 66,80 Euro ab Januar 2027. Bund und Länder setzen falsche Prioritäten: Seit dem 1. Oktober verbilligen sie Benzin und Diesel mit dem Tankrabatt um rund 17 Cent je Liter, die Teuerung beim ÖPNV wälzen sie dagegen auf die Fahrgäste ab. Der Tankrabatt kostet für drei Monate bis zu 2,5 Milliarden Euro. Für das Deutschlandticket stellen Bund und Länder zusammen 3 Milliarden Euro im Jahr bereit, gesetzlich fixiert bis 2030. Wer Diesel und Benzin entlastet und den Preis des Deutschlandtickets erhöht, setzt den Anreiz zum Umsteigen in die falsche Richtung. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, die Preisanpassung künftig an die Inflationsrate zu binden und den Rest aus öffentlichen Mitteln und Effizienzgewinnen zu decken.

Der öffentliche Verkehr sorgt für die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am täglichen Leben ohne Autozwang. Weil die Finanzierung des Deutschlandtickets politisch gedeckelt ist, tragen die Fahrgäste jede Kostensteigerung allein. Ab 2027 richtet sich der Preis nach einem Kostenindex aus Personal, Energie und Betrieb, der Zuschuss bleibt gleich.

„Die Preissteigerung darf die jährliche Inflationsrate nicht übersteigen. Eine Preisanpassung muss nachlaufend und transparent an der Inflationsrate ausgerichtet werden“, fordert Jörg Bruchertseifer, Tarifexperte des Fahrgastverbands PRO BAHN. „Die Differenz müssen Bund und Länder ausgleichen, und die Verkehrsunternehmen müssen sie durch Effizienzgewinne verringern.“

Der Preis ist nicht das einzige Problem. Die ÖPNV-Landschaft in Deutschland ist stark zersplittert, und dadurch bleiben Effizienzgewinne auf der Strecke. Fahrgäste sind in erster Linie Kunden des Systems und nicht des einzelnen Verkehrsunternehmens. Das zeigt der Erfolg des Deutschlandtickets. Die Branche muss gleiche Aufgaben, die heute Hunderte Unternehmen jeweils für sich erledigen, an zentrale Dienstleister geben. Das gilt für Kundenverwaltung, Ticketvertrieb und Einnahmeaufteilung. „Das verschlankt die Kundenverwaltung und den Aufwand für die Finanzströme erheblich“, erklärt Prof. Dr. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN.

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat hierfür bereits ein Konzept vorgelegt: einen bundesweit einheitlichen Deutschlandtarif, der auf dem Deutschlandticket aufbaut. „Einheitliche Grundstrukturen im Deutschlandtarif senken die Nutzungsschwelle für den öffentlichen Verkehr“, fasst Jörg Bruchertseifer zusammen.

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