Fahrgastverband PRO BAHN e. V.
Taskforce Zuverlässige Bahn: Gutes Ibuprofen – aber die Behandlung steht noch aus
Taskforce Zuverlässige Bahn: Gutes Ibuprofen – aber die Behandlung steht noch aus
Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt den heute vorgestellten Bericht der Taskforce Zuverlässige Bahn. "Die 22 Maßnahmen zeigen, dass Bund, Eisenbahnsektor und Fahrgastvertretungen gemeinsam in der Lage sind, pragmatische Verbesserungen für den Bahnalltag zu erarbeiten." lobt Michael Koch, stellvertrender Bundesvorsitzender vom Fahrgastverand PRO BAHN. Gleichzeitig mahnt er: "Die Maßnahmen wirken wie Ibuprofen – sie lindern Schmerzen und hemmen die Entzündung, ersetzen aber nicht die dringend notwendige Behandlung am System Schiene."
„Ich bin erfreut, dass wir bei der Fahrgastinformation einen echten Durchbruch erzielen konnten", sagt Professor Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender von PRO BAHN und Berichterstatter der Fokusgruppe Digitalisierung in der Taskforce. „Die regelmäßigere Aktualisierung der Fahrplandaten beim Europäischen Fahrplanzentrum – perspektivisch täglich statt wie bisher in langen Zyklen – wird deutlich vorgezogen. Für Fahrgäste bedeutet das: Weniger böse Überraschungen, wenn geplante Fahrplanänderungen plötzlich kurzfristig in der App auftauchen, obwohl sie längst feststanden."
Zu den Maßnahmen in den hochbelasteten Knoten Frankfurt, München, Köln, Hamburg, Hannover, Mannheim und Berlin äußert sich PRO BAHN derzeit bewusst zurückhaltend. "Die Taskforce hat einen Rahmen geschaffen, in dem knotenspezifische Maßnahmen erst noch gemeinsam erarbeitet werden. Wir werden die abschließenden Analaysen der DB InfraGO AG abwarten, bevor eine endgültige Bewertung erfolgt. Klar ist: Eine Angebotsreduzierung stellt eine ungewollte Nebenwirkung dar und darf nur als allerletztes Mittel und nur vorübergehend in Betracht kommen.", so Michael Koch.
Professor Lukas Iffländer betont jedoch mit Nachdruck: "Damit aus dem Ibuprofen keine schädliche Dauertherapie wird, muss die Bundesregierung jetzt die Voraussetzungen für die eigentliche Behandlung schaffen. Die Leistungsvereinbarung InfraGO und der Bundeshaushalt 2027 müssen so ausgestattet werden, dass der Aus- und Neubau in den überlasteten Knoten und auf deren Zulaufstrecken tatsächlich vorankommt. Die kurzfristigen Maßnahmen der Taskforce können ihre Wirkung nur entfalten, wenn parallel die strukturellen Ursachen der Überlastung angegangen werden."
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