Asbest in Münchner Wahrzeichen
Prüflabor CRB Analyse Service beleuchtet, wie Asbestfunde das Schicksal bekannter Münchner Bauwerke besiegelten
In vielen Münchner Gebäuden steckt eine krebserregende Faser: Zwischen 1960 und 1993 errichtete Häuser enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Asbest. Viele Baustoffe der damaligen Zeit weisen das Material häufig im Verbund mit anderen Schadstoffen auf und benötigen fachgerechte Sanierung und Entsorgung. Die bayerische Hauptstadt kann davon ein Lied singen. Von Ludwigskirche bis Stachus sind viele bei Touristen und Einwohnern beliebte Gebäude betroffen. Das Asbest-Prüflabor CRB Analyse Service stellt drei bekannte Wahrzeichen mit Asbest-Belastung vor.
Halbzeit
Hier schoss der „Bomber der Nation“ `74 das WM-Siegtor gegen die Niederlande: im zur Olympiade 1972 erbauten Olympiastadion mit seinem ikonischen Zeltdach nordwestlich vom Stadtzentrum. Fast dreißig Jahre lang jubelten Scharen von Bayern-Fans in der Südkurve ihrer Mannschaft zu. Freunde ballfreier Sportarten verfolgten gebannt Leichtathletik-Europameisterschaften. Nach Auszug der Fußballvereine übernahm Musik das Zepter. Robbie Williams, Bon Jovi und zahlreiche andere Größen rockten Münchens mächtigste Freiluftbühne, Public Viewing Events brachten Menschen zusammen. Aktuell herrscht Stille: Nach über fünfzig Jahren verlangen Bausubstanz und technische Ausstattung eine Erneuerung des Stadions. Und die zieht sich: Als Gründe dafür geben die Stadtwerke München den schlechten Zustand der Bausubstanz und erhöhte Altlastenvorkommen wie gebundener Asbest in Betriebsräumen an. Seit Oktober 2025 ist das Stadion komplett geschlossen, erste Events avisieren die Verantwortlichen erst für Sommer 2028.
Modernisierungstaktik
So manche Ingenieurin fing beim Klassenbesuch im Deutschen Museum Feuer – denn technische und naturwissenschaftliche Phänomene setzt das „Deutsche Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik“ in rund 28.000 Exponaten sehr spannend und vielfältig um. Das Wissenshaus gehört zu den größten seiner Art auf der Welt. Um weiterhin in der obersten Liga mitspielen zu können, läuft seit rund zehn Jahren eine Rundum-Modernisierung. Im Herbst 2015 begann die erste Bauphase; sieben Jahre später strömten Besucher in Ausstellungen im ersten generalsanierten Teil des Gebäudes. Der Beliebtheit tut die Teilschließung in Etappen keinen Abbruch: Im 100-jährigen Jubiläumsjahr 2025 vermeldete das Museum mit 1.690.000 Gästen einen neuen Besucherrekord. Auch die Menge entsorgten Asbests klingt rekordverdächtig: 10 Tonnen der Mineralfaser wurden laut Museumsblog beseitigt. Im Mai 2028 soll das Mammutprojekt Modernisierung abgeschlossen sein.
Die Kunst der Sanierung
Im Herzen Münchens ließen sich Besucher der Neuen Pinakothek auf zirka 30.000 m² Grundfläche von Kunstwerken des ausgehenden 18., 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts inspirieren. In direkter Nachbarschaft zur Alten Pinakothek und der Pinakothek der Moderne gelegen, regten seit 1981 über 6.000 Gemälde und Skulpturen zum Nachdenken an – bis 2019. Im Rahmen einer umfassenden Gesamtsanierung zogen einige Hauptwerke in die Alte Pinakothek und die Sammlung Schack, denn das Museum bleibt Ende 2029 geschlossen. Neben Zukunftstauglichkeit und technischer Ertüchtigung stehen Schadstoff- und Brandschutzsanierung im Zentrum der Baumaßnahmen.
Geißel der Bauwirtschaft
Seit 1993 verboten, steckt Asbest laut IG Bau deutschlandweit noch in über 9 Millionen Gebäuden – zum Beispiel in Isolierungen, Dachplatten oder Bodenbelägen. „Es gibt über 3.000 Produkte, die Asbest enthalten können“, erläutert CRB-Laborleiter Dr. Stefan Pierdzig. Lange galt Asbest insbesondere im Brandschutz als revolutionärer Baustoff. Die unbrennbare Faser fand beispielsweise Anwendung in Fensterkitt, Fliesenklebern, Spachtelmassen und Dämmstoffen. „Die Herausforderung liegt in der Identifizierung dieser Altprodukte: Während jeder Wellasbest-Platten erkennt, blieben in der Vergangenheit belastete Fugenmassen oder Putze oft unbemerkt“, so der 64-Jährige.
Unsichtbare Gefahr
Asbest ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Es gilt als besonders tückisch, weil es sich erst während der Bearbeitung löst, beispielsweise beim Schneiden oder Aufbrechen von Materialien. Viele gesundheitliche und teilweise tödliche Folgen zeigen sich erst Jahrzehnte später. „Schon geringe Mengen eingeatmeter Fasern sind gefährlich. Für den krebserregenden Stoff existiert keine sichere Expositionsschwelle“, stellt Dr. Stefan Pierdzig klar.
Borgmeier Public Relations Jörg Wiedebusch Rothenbaumchaussee 5 D-20148 Hamburg Telefon: +49 40 413096-27 E-Mail: wiedebusch@borgmeier.de www.borgmeier.de Ein Geschäftsbereich der Borgmeier Media Gruppe GmbH Geschäftsführer: Carsten Borgmeier Amtsgericht Oldenburg HRB 201817 Sitz der Gesellschaft: Delmenhorst