Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz

Jedes zweite Ei falsch gekennzeichnet

    Hamburg (ots) - Immer weniger Verbraucher wollen Eier aus
tierquälerischer Haltung kaufen. Auch  Verbraucherministerin Künast
setzt sich für ein Verbot der Käfighaltung ein. Doch ein großer Teil
sogenannter "Freilandeier" ist in Wirklichkeit niemals in "Freiheit"
gelegt worden. Das ist das erschreckende Ergebnis einer  kurz vor
Ostern auf Hamburger Wochenmärkten durchgeführten Kontrollaktion bei
über 1.500 Eiern. Die Verbraucher-Zentrale Hamburg und die
Tierschutzorganisation VIER PFOTEN e.V.  untersuchten  jedes Ei mit
Hilfe einer speziellen UV-Methode.
    
    Die Ergebnisse des Eiertests 2001:
    - Besonders schlecht schnitten Eierhändler ab, die mündlich über
        die Haltungsform Auskunft gaben. 11 von 16 Angaben waren    
        falsch, also knapp 70%!
    - Aber auch die schriftliche Kennzeichnung mit glücklichen Hühnern
        auf einem Schild entsprach oft nicht den Tatsachen: mehr als 50%
        Fälschungen!
    - Besser schnitten Freilandeier mit einem Stempel auf dem Ei ab.
        Hier wurden nur bei einer von 14 Proben typische Käfigspuren
        gefunden.
    
    Die Anbieter von Öko-Eiern und Supermärkte haben inzwischen
Systeme (z.B. KAT oder Orgainvent) zur Qualitätssicherung, die sich
bewährt haben. Schon im Jahr 2000 wurden dort so gut wie keine
Verstöße bei Angaben zur Haltungsform festgestellt. Was Fachleute
hinter vorgehaltener Hand insbesondere vor Ostern schon immer
vermutet haben, hat sich bestätigt: "Auf den Wochenmärkten, wo von
den Verbrauchern  bäuerliche Betriebe vermutet werden, die die Hühner
tiergerecht halten, wird gemogelt, was das Zeug hält. Um diese
skrupellosen Fälschungen zukünftig zu unterbinden, wird die
Verbraucher-Zentrale mit Abmahnungen gegen die Anbieter vorgehen. Die
Eierproduktion muss endlich transparent werden", so die
Verbraucher-Zentrale und VIER PFOTEN. Die Organisationen fordern:
    
    Gläserne Produktion: Die unverschlüsselte Kennzeichnung mit
Hinweis auf die Haltungsform bei losen und verpackten Eiern
(sicherste Lösung: Stempel direkt beim Erzeuger auf dem Ei). Die
bisherigen Systeme mit Ziffern und Buchstaben sind zu undurchsichtig
für die Verbraucher.
    
    Freiwillige Qualitätssicherungsmaßnahmen: Selbstverpflichtung der
Markthändler, um Distributionswege und Haltungsform für alle
Wochenmarktkunden transparent zu machen. Nennung von Erzeugern,
Packstellen und anderen Zwischenhändlern.
    
    Kontrolle der Kontrolleure: Ausweitung der Kontrollen auf
Wochenmärkten und Mitbestimmung von Verbraucher-Zentrale und VIER
PFOTEN bei der Probenziehung der Lebensmittelkontrolleure, bei der
Auswertung der Kontrollen und der Festlegung des Strafmaßes.
Falschdeklaration darf kein Kavaliersdelikt bleiben!
    
    Empfehlungen für den Eierkauf auf Grund der
Untersuchungsergebnisse:

    Besonders empfehlenswert sind Öko-Eier. Freilandeier auf
Wochenmärkten sind nur empfehlenswert, wenn sie mit einem Stempel
versehen sind.
      
    
ots Originaltext: VIER PFOTEN e.V.
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


Ansprechpartner für diese Meldung:
Silke Schwartau,
Verbraucher-Zentrale
Tel.: 040 - 24832-142,
Kirchenallee 22,
20099 Hamburg
Thomas Pietsch,

VIER PFOTEN,
Tel.: 040 - 399 249 70,
Große Brunnenstr. 63a,
22763 Hamburg

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