Chemie-Tarifrunde in Westfalen endet ohne Ergebnis
Chemie-Tarifrunde in Westfalen endet ohne Ergebnis: „Wir brauchen sichere Jobs und Entgeltsteigerungen. Arbeitgeber müssen sich bewegen.“
Ohne Einigung ist heute (21.01.2026) die regionale Chemie-Tarifrunde im Tarifbezirk Westfalen zu Ende gegangen: IGBCE und Arbeitgeber konnten sich in Bochum nicht auf ein Ergebnis verständigen. Den Forderungen der Gewerkschaft nach verbindlichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und spürbaren Entgeltsteigerungen erteilte die Arbeitgeberseite eine klare Absage.
Der kommissarische Landesbezirksleiter NRW und Verhandlungsführer Thomas Meiers betont: „Die Lage der chemischen Industrie ist auch in Westfalen in Teilen herausfordernd. Das wissen unsere Kolleginnen und Kollegen sehr genau. Das darf aber nicht bedeuten, dass alle Probleme der Branche auf ihrem Rücken ausgetragen werden. Gleichzeitig gibt es Betriebe und Industriebereiche, in denen es gut läuft.“ Eine Zurückhaltung bei den Einkommen sei keine Lösung. Sie würde der Branche, in der die Lohnkosten nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Gesamtkosten ausmachen, auch nicht entscheidend helfen. Meiers unterstreicht: „Im Sinne von Standortsicherheit und Zukunftsfähigkeit müssen sich die Arbeitgeber deutlich auf uns zu bewegen.“
Im Zentrum der laufenden Chemie-Tarifverhandlungen stehen zwei eng miteinander verknüpfte Forderungen: verlässliche Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und spürbare Entgeltsteigerungen. Diese Forderungen gelten für die bundesweit rund 585.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie und folgen dem von der Bundestarifkommission der IGBCE im Dezember beschlossenen Leitsatz „Jeder Job zählt. Jeder Euro zählt.“
Die IGBCE sieht auch im Tarifbezirk Westfalen Handlungsbedarf bei den Löhnen. Eine spürbare Steigerung der Einkommen sei notwendig und realistisch. Gleichzeitig brauche es klare Vereinbarungen zur Sicherung von Beschäftigung, um die Standorte zu stabilisieren. „Es gibt auch viele Betriebe, die gut verdienen, und Bereiche, die wachsen“, so Meiers. Zudem habe die Politik verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die chemische Industrie zu stabilisieren und ein positives Ungeld für Investitionen zu schaffen.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie beginnen auf regionaler Ebene. In den neun Tarifregionen wird in dieser Tarifrunde vom 14. bis zum 23. Januar verhandelt. Bleiben diese Gespräche ohne Ergebnis, werden die Verhandlungen auf Bundesebene fortgesetzt – beginnend am 3. Februar 2026 in Hannover. Die aktuellen Tarifverträge laufen am 28. Februar 2026 aus.
Für Rückfragen: Leo Ammelung: Leo.Ammelung@igbce.de
Industriegewerkschaft IGBCE Verantwortlich: Thomas Meiers, Landesbezirksleiter Westfalen Alte Hattinger Straße 19, 44789 Bochum Telefon: +49 23 43 190 Telefax: +49 23 43 19 325 E-Mail: lb.westfalen@igbce.de Internet: IG BCE Landesbezirk Westfalen Über uns: Der IGBCE - Landesbezirk Westfalen ist zusammen mit seinen vier Bezirken Dortmund-Hagen, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Nordwestfalen zuständig für Betriebe aus den Bereichen Chemie, Kunststoff, Papier, Glas, Steinkohle, Bergbauspezialgesellschaften, Grobkeramik, Lehre und Forschung, Leder, Brennstoffhandel, Umwelt/Entsorgung, Kautschuk. Auf einer Fläche von rund 20.000 km2 betreuen der Landesbezirk und seine Bezirke in 360 Betrieben zurzeit etwa 82.000 Mitglieder.