IGBCE und Betriebsrat mobilisieren gegen Werksschließung bei Playmobil in Dietenhofen
Rund 120 Beschäftigte aus Früh- und Spätschicht haben sich am Dienstag vor dem Playmobil-Werk in Dietenhofen versammelt, um gegen die angekündigte Schließung des Produktionsstandorts zu protestieren. Dazu eingeladen hatten die IGBCE und der Betriebsrat. Der Spielwarenhersteller hatte angekündigt, die Produktion nach 57 Jahren am Standort Ende Juni einzustellen und Kapazitäten ins Ausland zu verlagern. Als Begründung nennt das Unternehmen gestiegene Produktionskosten. 350 Arbeitsplätze sind von der Entscheidung betroffen.
Rund 120 Beschäftigte aus Früh- und Spätschicht haben sich am Dienstag vor dem Playmobil-Werk in Dietenhofen versammelt, um gegen die angekündigte Schließung des Produktionsstandorts zu protestieren. Dazu eingeladen hatten die IGBCE und der Betriebsrat. Der Spielwarenhersteller hatte angekündigt, die Produktion nach 57 Jahren am Standort Ende Juni einzustellen und Kapazitäten ins Ausland zu verlagern. Als Begründung nennt das Unternehmen gestiegene Produktionskosten. 350 Arbeitsplätze sind von der Entscheidung betroffen.
Sabrina Emrich kritisierte die Pläne scharf. „Ihr habt diese Marke aufgebaut, die inzwischen weltweit bekannt ist. Das ist das Ergebnis eurer geleisteten Arbeit. Diese ist kein Kostenfaktor, sondern ein ganz wichtiger Standortvorteil“, sagte sie an die Protestierenden gerichtet. Die Leiterin des IGBCE-Bezirks Nürnberg forderte eine ergebnisoffene Diskussion über Alternativen zur Schließung.
Es sei nur fair, die Stimme der Belegschaft in einem Transformationsprozess zu hören, in dem es um mutige und nachhaltige Entscheidungen gehe. Mitbestimmung gebe es genau aus einem Grund: damit Demokratie nicht vor dem Werkstor ende. Und weiter: „Diese Kundgebung ist eine erste wichtige Veranstaltung, um Gesicht zu zeigen und dem Unternehmen zu spiegeln: Wir stehen zusammen.“
Harald Sikorski, Landesbezirksleiter der IGBCE in Bayern, überbrachte die solidarischen Grüße der gesamten IGBCE-Familie. Er wurde begleitet von seinem Stellvertreter Gerd Hammerl, in Bayern für den Tarifbereich Kunststoff zuständig. „Wir stehen fest an eurer Seite. Es gibt kein Verständnis dafür, wie ein traditionsreiches deutsches Unternehmen solche Entscheidungen treffen kann“, so Harald Sikorski. An die Beschäftigten gerichtet erklärte er: „Es ist nicht zu akzeptieren, dass das Unternehmen, welches sich durch eure hervorragende Arbeit Jahrzehnte lang am Markt behauptet hat, jetzt bedingt durch Missmanagement und falsche strategische Entscheidungen solche Schritte plant.“
Seine unmissverständliche Botschaft: „Wir erwarten, dass in herausfordernden Zeiten gemeinsam mit Betriebsrat und Gewerkschaft Zukunftskonzepte entwickelt werden. So geht man nicht mit Menschen um, die teilweise seit Jahrzehnten hier arbeiten.“ Der Landesbezirksleiter kündigte an, die IGBCE werde „gemeinsam kämpfen, so lange bis die Unternehmensleitung wieder zur Besinnung kommt und in vernünftige Verhandlungen einsteigt“.
Maximilian Krippner, betriebsbetreuender Gewerkschaftssekretär, betonte die Geschlossenheit der Belegschaft: „Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und gemeinsam Gesicht zeigen. Trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen für Playmobil ist die Schließung der falsche Weg. Wir wollen aufzeigen, dass es Alternativen geben kann.“ Zugleich machte er deutlich: „Selbst, wenn am Ende dieses Kampfes die Schließung unausweichlich sein sollte, braucht es einen fairen Ausgleich für die betroffenen Mitarbeitenden. Das hier ist erst der Anfang. Wir werden weiter Druck machen müssen – mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen.“
Auch Carsten Träger, SPD-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, sprach vor Ort zu den Beschäftigten. Er überbrachte die Solidarität der 16-köpfigen bayerischen Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion: „Es ist unwürdig: Auf der Spielwarenmesse wird verkündet, man schaffe den Turnaround – und zwei Wochen später erfährt der Betriebsrat 20 Minuten vor der Belegschaft von der geplanten Werksstilllegung. Ihr seid die Ressource, auf die sich Deutschland stützt. Unser Kapital seid ihr.“
Neben zahlreichen Betriebsrätinnen und Betriebsräten von Playmobil beteiligten sich auch Vertreter der evangelischen und katholischen Betriebsseelsorge sowie der Schwestergewerkschaft IG Metall an der Kundgebung am Faschingsdienstag. Ebenfalls anwesend war Alexander Schätz, Vorsitzender des Bezirksvorstands des IGBCE-Bezirks Nürnberg.
Die Kundgebung markiert erst den Anfang weiterer Proteste. Ziel ist es, die Unternehmensleitung zu Verhandlungen über Alternativen zur Standortschließung zu bewegen und Perspektiven für die 350 betroffenen Beschäftigten zu entwickeln. „So einfach darf man einen traditionsreichen Produktionsstandort nicht aufgeben“, lautete der Tenor. Man erwarte Transparenz, echte Gespräche auf Augenhöhe und tragfähige Lösungen für die Belegschaft in Dietenhofen.
IGBCE Nürnberg Verantwortlich: Sabrina Emrich, Bezirksleiterin Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg Telefon: +49 91 12 01 05 35 Telefax: +49 91 12 01 05 59 E-Mail: bezirk.nuernberg@igbce.de Internet: www.nuernberg.igbce.de