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Energiewende: Alternativen zum Netzpaket liegen auf dem Tisch – Regierung muss sich endlich auf tragfähigen Kompromiss einigen

Energiewende: Alternativen zum Netzpaket liegen auf dem Tisch – Regierung muss sich endlich auf tragfähigen Kompromiss einigen
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Alternativen zum Netzpaket liegen auf dem Tisch – Regierung muss sich endlich auf tragfähigen Kompromiss einigen

Analyse im Auftrag von Green Planet Energy zeigt, wie sich Ausbau erneuerbarer Energien und Netze besser aufeinander abstimmen lassen als im Regierungsentwurf

Hamburg, 30. Juni 2026 – Seit Monaten kritisieren Branche, Bundesländer und SPD das Netzpaket von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Der Plan, neue Wind- und Solaranlagen bei Netzengpässen ohne Entschädigung abzuregeln, würde private Investitionen in 90 Landkreisen ausbremsen. Gefährdet wären rund 32 Gigawatt an Projekten und bis zu 45 Milliarden Euro an Investitionen. Dabei gibt es viel wirksamere Alternativen, wie eine neue Analyse zeigt.

Vorschlag aus dem Wirtschaftsministerium ist die schlechteste Option

Eine neue Enervis-Analyse im Auftrag von Green Planet Energy vergleicht die vorliegenden Alternativen zum umstrittenen Redispatch‑Vorbehalt. Das Ergebnis ist eindeutig: Es gibt wesentlich wirksamere Modelle als den Vorschlag des Wirtschaftsministeriums. Der Redispatch‑Vorbehalt verlagert die Risiken von Netzengpässen einseitig auf Betreiber von Wind- und Solarparks, macht deren Erlöse unplanbar und steuert den Ausbau nur ungenau.

„Das Ziel des Netzpakets ist richtig, aber die Lösung darf die Energiewende nicht stilllegen. Wir müssen den Ausbau besser steuern, die Netze effizienter nutzen und Investitionen in neue Anlagen kalkulierbar halten. Die Bundesregierung sollte jetzt auf Basis der vielen Vorschläge endlich einen Kompromiss finden. Die gute Nachricht ist: Bessere Instrumente liegen auf dem Tisch“, erklärt Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy. Wirtschaftsministerin Reiche hatte zuletzt Kompromissbereitschaft signalisiert, nachdem ein Kabinettsbeschluss zum Netzpaket und zur EEG‑Reform wiederholt verschoben wurde.

Erneuerbaren-Ausbau besser steuern und Netze effizienter nutzen

Die Analyse empfiehlt einen Mix aus zwei Hebeln:

1. Regionale Baukostenzuschüsse: Ausbau gezielt dorthin lenken, wo Platz im Netz ist

Die Idee dabei: Wer eine Anlage ans Netz anschließt, zahlt einen einmaligen Zuschuss – je nachdem, wie stark das Netz vor Ort ausgelastet ist. In Engpassgebieten wird es teurer. Wo es noch Kapazität gibt, günstiger. So entsteht ein finanzieller Anreiz, Projekte genau dort zu bauen, wo das Netz den Strom aufnehmen kann, ohne dass Betreiber mit unplanbaren Verlusten rechnen müssen. Die Bundesnetzagentur sollte Baukostenzuschüsse daher regional ausgestalten und dadurch klare Signale setzen, wo sich neue Projekte rechnen und wo weniger.

2. Begrenzte Einspeiseleistung statt Stromspitzen im Netz

Ein weiterer Hebel ist die sogenannte systemdienliche Anschlussleistung: Anlagen bekommen eine begrenzte Leistung, die sie sicher ins Netz einspeisen und für die sie vergütet werden. Das ist die Grundlage für ihre Finanzierung. Alles darüber hinaus kann zusätzlich produziert werden, fließt aber nicht automatisch ins Netz, sondern wird vor Ort genutzt, gespeichert oder bei Engpässen gezielt gedrosselt und nicht vergütet. So bleibt ein Großteil der Erträge planbar, während weniger Strom in ohnehin ausgelasteten Zeiten ins Netz fließt und Leitungen gleichmäßiger genutzt werden.

Zeitdruck wächst: Instrumente für einen Kompromiss liegen vor

Strommarktexperte Dr. Tim Höfer vom Analyse-Haus enervis betont: „Das größte Problem am Redispatch‑Vorbehalt ist die ungenaue Steuerungswirkung. Baukostenzuschüsse lenken den Ausbau viel gezielter dorthin, wo Netzkapazitäten vorhanden sind, und beteiligen die Betreiber fair an den Netzkosten. Begrenzte Einspeiseleistungen sorgen zusätzlich dafür, dass vorhandene Netzanschlüsse besser ausgelastet werden."

Green Planet Energy fordert die Bundesregierung auf, das Netzpaket schnell nachzubessern. „Es gibt funktionierende Instrumente, um Netzengpässe zu reduzieren, ohne den Ausbau zu gefährden. Statt neuer Risiken braucht es eine Kombination bewährter Ansätze, mehr Tempo beim Netzausbau und bei der Digitalisierung der Verteilnetze“, so Dähling. Die Branche steht unter Zeitdruck: Bis Ende des Jahres läuft die aktuelle EEG‑Förderung aus. Ohne neue Regeln für Ausschreibungen und Vergütung fehlt vielen Projekten die Grundlage für Finanzierung und Bau.

Download:

- Enervis-Analyse: Alternativen zum Redispatch-Vorbehalt für eine bessere Synchronisierung von Erneuerbare Energien- und Netzausbau

- Factsheet von Green Planet Energy: Systemeffizienz statt Abschaltlogik. Wie ein kluger Instrumentenmix den Ausbau von Erneuerbaren und Netzen besser verzahnt

Pressekontakt
 
Alexander Karasek
Pressesprecher
Green Planet Energy eG
Telefon 040 / 808 110 658
mobil 0160 / 969 701 59
 presse@green-planet-energy.de
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