IFAW - International Fund for Animal Welfare

Nach drei Jahren Pause: Isländische Firma macht wieder Jagd auf Finnwale

Das Walfangschiff Hvalur 8 lief heute zum erneuten Walfang aus. Das Bild zeigt das Schiff 2013 mit Beute auf dem Weg zurück zur Walfangstation. (c) IFAW
Das Walfangschiff Hvalur 8 lief heute zum erneuten Walfang aus. Das Bild zeigt das Schiff 2013 mit Beute auf dem Weg zurück zur Walfangstation. (c) IFAW
Meet us, don't eat us

Heute ist erstmals nach drei Jahren wieder ein Schiff der isländischen Walfänger-Firma Hvalur hf von Kristjan Loftsson ausgelaufen, um bedrohte Finnwale zu jagen. Insgesamt dürften die Walfänger in der laufenden Saison 190 der Tiere harpunieren.

"Wir sind sehr enttäuscht, dass Herr Loftsson wieder bedrohte Finnwale jagen lässt", sagt Andreas Dinkelmeyer, Meerescampaigner vom IFAW (International Fund for Animal Welfare). "Niemand braucht oder will das Fleisch dieser sanften Riesen, bisher nicht einmal Japan. Herr Loftsson sollte dieses veraltete und grausame Töten aufgeben, es schadet nur dem Ansehen Islands".

Kristjan Loftsson, Chef von Hvalur hf, der einzigen Firma, die Finnwalfang in Island betreibt, hatte zu Beginn des Jahres seine Absicht bekundet, den Walfang wiederaufzunehmen. 2015 wurden zuletzt 155 der Wale in seinem Namen getötet, hauptsächlich für den japanischen Markt. Seitdem hatte er seine Fangaktivitäten eingestellt, angeblich aufgrund von Schwierigkeiten im Handel mit Japan.

Derzeit wird in Island auch Jagd auf Zwergwale gemacht. Laut der von Island sich selbst gegebenen Quote dürfen 269 Zwergwale getötet werden. Üblicherweise wird nur ein geringer Teil der Quote ausgeschöpft. In der Fangsaison von 2017 wurden 17 der kleinsten der Großwale erlegt. Zum Vergleich: 2016 waren 46 Tiere getötet worden.

Finnwalfleisch wird traditionell nicht in Island gegessen, das Fleisch der Zwergwale hingegen schon, wobei inzwischen die größten Mengen durch neugierige Touristen verzehrt werden.

Zusammen mit dem isländischen Whalewatching-Verband Icewhale klären IFAW-Mitarbeiter Touristen über die Zusammenhänge von Walfleisch und der lokalen Waljagd unter dem Kampagnenmotto "Meet us, don't eat us" auf. Hatten 2009, vor Beginn der Kampagne, noch 40 Prozent der Touristen angegeben, Walfleisch probiert zu haben, waren es 2017 noch 11,4 Prozent.

Der IFAW lehnt kommerziellen Walfang ab. Er ist grausam und unnötig. Vom IFAW in Auftrag gegebene Meinungsumfragen in Island zeigen auch einen abnehmenden Konsum des Walfleischs von Einheimischen. So aßen laut der letzten von Gallup durchgeführten Umfrage im Oktober 2017 lediglich 1 Prozent der Isländer regelmäßig Walfleisch. 81 Prozent der Isländer haben noch nie Walfleisch gegessen. Zudem zeigen die repräsentativen Umfragen eine sinkende Unterstützung für den Finnwalfang auf nun nur noch 35,4 Prozent. 2016 hatten noch 42 Prozent der Isländer den Finnwalfang unterstützt.

Finnwale sind die zweitgrößten Lebewesen auf der Erde. Sie erreichen eine Länge von bis zu 27 Meter. Ihre Hauptnahrung besteht aus Krill. Finnwale sind Schnellschwimmer, sie können kurzzeitig Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen. Ihr Bestand wird weltweit auf 33.000 Tiere geschätzt. Finnwale sind in allen Weltmeeren zu finden.

Andreas Dinkelmeyer, Pressesprecher IFAW Deutschland, Tel. 040-866 500 15;
mobil: 0173-4390583

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