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Incels, Gewalt im Internet, Deepfakes und Demokratie?

Incels, Gewalt im Internet, Deepfakes und Demokratie?
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Diesen Artikel schreibe ich am Wochenende nach den Demonstrationen am Brandenburger Tor, die sich gegen Gewalt im Internet und vor allem gegen Frauenfeindlichkeit richteten. Für viele Menschen ist es unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die in Frieden und Freiheit groß geworden sind und sich jetzt im Internet mit Gewaltsprüchen und Drohungen „austoben“. Es braucht dringend Gesetze dagegen, aber genauso eine gesellschaftliche Diskussion.

Als ich meinen philosophischen Kriminalroman „Just Love oder Scheinliebe?“ geschrieben habe, beschäftigte mich das Thema Gewalt gegen Frauen bereits länger. Eine passende Szene dazu war fast automatisch fertig geworden. Zusätzlich gab es dann später im Buch einen Absatz, der die „Incels“ behandelte. Ein Zitat aus dem Buch lautet so:

„Das ist eine Gruppierung, die in Kanada und den USA entstanden ist. Der Name setzt sich zusammen aus den jeweiligen ersten Silben der beiden Wörter: Involuntary und Celibates, zu Deutsch unfreiwillig zöli­batär. Die Incels sind heterogene Männer, die noch nie Sex hatten. Sie tauschen sich über Internet­platt­formen aus und sind extrem frauenfeindlich. Es sind Männer, die nicht in der Lage sind, liebevolle sexuelle Beziehungen zu Frauen aufzubauen. Es sind Männer, die sich selbst hässlich fühlen und deshalb Hass gegen Frauen entwickeln. Sie denken, dass nur die sogenannten, schönen und potenten Alpha-Männer eine Frau abbekommen. Die Beta-Männer aus diesen Communities sind gefährlich und es gehen bereits circa fünfzig Mordfälle nach Attentaten auf das Konto einer solchen Ideologie.“ So lautet der Absatz dazu. Oh je, da rollt etwas auf uns zu, dachte ich, nachdem mir diese Sätze aus der „Feder gerutscht“ waren.

Hören Sie bitte nicht auf, hier weiterzulesen. Sensibilisiert bin ich seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Bezug auf das Thema „sexueller Missbrauch“. Zum Glück ist mir dies in meiner Familie nicht passiert. Ich wurde damit erst intensiv konfrontiert, als ich mich fünf Jahre lang einmal im Monat um ein kleines traumatisiertes Mädchen gekümmert habe. Dieses Engagement hat mir die Augen so sehr geöffnet, dass ich plötzlich sehr viele andere Frauen entdeckt habe, die ähnliche Erfahrungen machen mussten. Einmal kam eine Frau in meinem Alter, die ich flüchtig kannte, auf dem Markt auf mich zu, und erzählte mir unaufgefordert und freudestrahlend, dass es bei ihr der Bruder war. Sie war sehr erleichtert, weil sie jetzt plötzlich darüber reden konnte.

Was ich damals aber auch gelernt habe ist, dass dies genauso den Jungen passiert und auch z.B. Männern im Krieg. Damit will ich nicht herunterspielen, dass der größere Anteil der sexualisierten Gewalt von Männern an Frauen begangen wird. Wichtig ist mir bei allen Aktionen von Frauen für Frauen immer aber auch, dass genau hingeschaut wird und dass es keine Spaltung zwischen „guten“ Männern und Frauen gibt. Dies dürfen wir auf keinen Fall zulassen.

Außer politischen Aktionen, ist die Bereitschaft der Männer im Alltag notwendig, den Frauen beizustehen. Ein sich Öffnen ist ein erster Schritt und eine deutliche Geste kann „wehret den Anfängen“ bedeuten.

Vor fünf Jahren, als ich meinen philosophischen Kriminalroman „Just Love oder Scheinliebe?“ geschrieben habe, gab es noch keine Deepfakes. Und nicht so viele kriegerische Auseinandersetzungen wie jetzt, die sich auch durch eingestreute Algorithmen in den sozialen Netzwerken äußern. Wer kann mir sagen, wie hoch der Anteil an wirklich bösartigen Menschen ist und wieviel von außen zusätzlich an verstärkenden Algorithmen wirkmächtig ist? Hier müssen wir sehr aufpassen. Politiker sind von Deepfakes betroffen. Unbedachte, ungeschickte Äußerungen sind nicht gleichbedeutend mit Menschenverachtung. Und Gesellschaftliche Spaltung ist der Feind der Demokratie.

Als ich meinen Debütroman geschrieben habe, war die Liebe in allen ihren Schattierungen der rote Faden. Diese Leitlinie, zusammen mit der Poesie, sorgt immer wieder für Spannung, Abwechslung und Hoffnung. Das genaue Hinschauen beim „Zerlegen“ und Verstehen von Wörtern ist der Anfang einer Deeskalation.

Haben Sie Lust mit mir darüber in einen Diskurs zu treten? Kontaktieren Sie uns einfach, gerne auch mich direkt unter:

info@sabinegabrielethomas.de

Herzliche Grüße

Sabine Gabriele Thomas, Bauingenieurin und Autorin

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