Über die Magie der Sagen
Wenn ich gefragt werde, was ich mich gerade interessiert, dann antworte ich: „Die Krakower Gespenster!“
An den erstaunten Blicken erkenne ich, was der andere denkt. Entweder: „Okay. Was Regionales.“
Oder: „Gespenster? Echt jetzt?“
„Das gehört doch zusammen“, sage ich dann. „Darüber schreibe ich gerade!“
Ich bin nämlich fest davon überzeugt, dass wir unsere Sagen einschließlich ihrer kuriosen Figuren nicht vergessen sollten. Sie sind Teil unserer regionalen Geschichte und unserer kulturellen Identität. Dazu müssen wir gar nicht an Gespenster glauben – und tun das ja auch nicht. Aber man kann damit Spaß haben.
Meiner Erfahrung nach finden es besonders Kinder spannend, sich ein Gespenst vorzustellen und das, was es so tut. Und vor allem, warum es das tut!
Wie könnten beispielsweise die Dobbiner Zwerge ausgesehen haben, die nahe Krakow am See lebten? Hatten sie grüne Jägerkleidung an, so wie Robin Hood und seine Männer aus Sherwood Forest? Und wieso zog das ganze Zwergenvolk eines Tages auf Nimmerwiedersehen fort? Wenn wir diesen Gedanken verfolgen, kommen wir leider an den Punkt, dass die Dobbiner Bürger die kleinen Wichte irgendwann nicht mehr in Ruhe ließen und ihnen ihren Lebensraum stahlen. Darüber ließe sich trefflich weiter nachdenken …
Kindern fällt dazu sicher etwas ein. Wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, über so eine Sage zu reden oder sogar ein Bild dazu zu malen, dann fördern wir ihre Fantasie und Kreativität. Kindern fällt es super leicht, in andere Welten einzutauchen und wichtige Werte wie Mut, Gerechtigkeit, Freundschaft oder Klugheit zu erkennen.
Sagen sind für so eine Wertevermittlung übrigens sehr gut geeignet, da sie schön kurz sind und immer einen wahren Kern haben: Eine wichtige Person, die es wirklich gab, oder eine Insel wie die Borgwall-Insel vom Krakower See, auf welcher der Fürst von Werle und seine Fürstin herumgeistern sollen. Weil sie Schuld auf sich geladen haben.
Liebe "Bücherwürmer" lasst uns bitte wieder gemeinsam lesen! Gerade die älteren Geschichten fördern das Gefühl für den Wortschatz und das Textverständnis, besonders wenn wir uns hinterher Zeit nehmen, mit dem Nachwuchs altersgerecht über die Sage zu sprechen. Dabei kann geklärt werden, was realistisch ist, was frei erfunden wurde und warum sich unsere Vorfahren genau diese Geschichte erzählt haben könnten.
In meinem Buch „Abenteuer in der Mecklenburgischen Seenplatte“ begegnet der Leser verschiedenen sagenhaften Figuren. Für Lesespaß ist gesorgt, denn die Handlung findet im Hier und jetzt statt. Zwei Geschwister helfen einem Gespenst und seinem Drachenkind, zurück in die Heimat zu kommen. Dabei erhalten sie Hilfe von unseren regionalen Gespenstern.
Wenn Sie mögen, schauen Sie gerne einmal ins Buch und lassen sich in sagenhafte Welten entführen.
Viel Freude dabei wünschen
Marianne Thiele und der Spica Verlag
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