Hass ist keine Lösung, aber manchmal ein Instinkt
Dass das fast jeder von uns schonmal erlebt hat, würde ich meinen. Wir kommen in eine neue Situation, stehen vor einer neuen Herausforderung, einem Problem oder einem Rätsel, dessen Logik wir einfach nicht durchblicken können. Unsere Reaktion? Verwirrung, Ärger, Überforderung. Wir versuchen unser Bestes und rennen gegen die sprichwörtliche Wand. Und irgendwann wird aus Überforderung Wut, vielleicht sogar Hass. Auf uns selbst, auf die anderen, auf die Situation, einfach die ganze Welt.
Persönlich finde ich, dass man niemandem einen Vorwurf machen sollte, der oder die im ersten Moment emotional auf solch eine Art reagiert. Gefühle und auch Gedanken entstehen oft ganz ohne, dass wir das kontrollieren können, und oft helfen uns auch die ungewollten Gefühle.
Entscheidend ist, ob wir dieser Überforderung, der Wut oder dem Hass nachgeben, oder ob wir es schaffen ihn zu erkennen und zu reflektieren. Zu verstehen, warum er entsteht, welchen Sinn er vielleicht erfüllt und was wir tun können, um die Situation, die ihn ausgelöst hat, für uns besser zu machen.
Und, wenn uns das mal nicht gelingt, wie wir damit umgehen.
Genau das passiert Leander, dem Hauptcharakter meines Romans „Weg – Von Träumen und Albträumen“. Er läuft vor seiner hasserfüllten Familie davon und versteckt sich in einem Internat. Eine Situation die auf sehr vielen Ebenen neu und fremd für ihn ist. Und wie reagiert er? Mit Überforderung, Angst und Selbsthass. Selbsthass, der nach einer Weile auch auf andere umschlägt, und das wortwörtlich. In einer eigentlich harmlosen Situation, reagiert Leander auf die eine Art, die er von Zuhause kennt: Hass, Wut, Gewalt. Er schlägt zu und bereut es sofort. Doch was er nicht gelernt hat, ist, mit dem Bereuen umzugehen. Also zieht er sich zurück, als Reaktion auf seine soziale Überforderung, aber auch als Reaktion auf die immer höher werdende Welle an Ablehnung, die ihm aus seiner Klasse entgegenschlägt. Bereits voll ausgelastet mit der Angst vor seiner Familie, schafft es Leander nicht auch noch damit umzugehen. Schlimmer noch, er ist der festen Überzeugung alles Schlechte, das ihm passiert verdient zu haben. Bis sich ihm schließlich ein ganz neuer Weg auftut.
Diese Geschichte zeigt uns die vielen Punkte, an denen wir es anders machen können. Vom Verhindern der Eskalation bis hin zu einer offenen Kommunikation, die vielleicht im Nachhinein doch noch etwas retten kann. Was bleibt ist vor allem eine Botschaft: Wir müssen damit anfangen uns selbst, unsere eigene Geschichte, und unsere Gefühle besser zu verstehen. Für uns und andere, damit Wut und Hass nicht mehr werden als ein erster negativer Instinkt.
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oder lesen Sie mehr über die Auswirkungen von Angst, Mobbing und psychischer Gewalt in „Weg – Von Träumen und Albträumen“.
Herzlichst
Vanessa Jeske, Doktorandin und Autorin
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