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Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

PM Bundesstiftung Aufarbeitung: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2026 erschienen

Historische Forschung:

Von transnationaler Solidarität zu staatlich gelenkter „Völkerfreundschaft“. Neues Jahrbuch für Kommunismusforschung erzählt von Weltrevolutionären und Revolutionstouristen, beschreibt Exilgemeinschaften und Wissenstransfer

Berlin, 24. Februar 2026. Getragen von der Idee einer bevorstehenden Weltrevolution, gewann der Kommunismus in den 1920er-Jahren international an Anziehungskraft. Nach 1945 war davon kaum noch etwas zu spüren. Die Revolution wurde sesshaft. Wie es dazu kam, beschreibt das „Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2026“.

In den 1920er-Jahren diskutierten und reisten die Mitglieder der Kommunistischen Internationale über Ländergrenzen hinweg – Transnationalität war gelebte Praxis. Doch im Stalinismus der 1930er- und 1940er-Jahre wandelte sich ihr Charakter. Transnationalität wurde Mittel zum Zweck: Die kommunistischen Parteien mutierten zu Instrumenten sowjetischer Außenpolitik und die Komintern wurde schließlich 1943 aufgelöst. Nach 1945 traten diplomatische Routinen und ritualisierte Solidaritätsformen an die Stelle eines kämpferischen Internationalismus.

Das Jahrbuch bietet einen differenzierten Blick auf den Wandel des Kommunismus im 20. Jahrhundert und seine Auswirkungen auf lokale wie globale politische Dynamiken. Seine siebzehn Beiträge folgen den Spuren in Europa und im Globalen Süden und beleuchten unter anderem am Beispiel der Kommunistischen Partei im Kurort (Bad) Honnef, wie globale Erfahrungen auch das Alltagsleben, Konflikte und die politische Kultur in der ländlichen Provinz Rheinland prägten; wie auf einer Reise von DDR-Bergsteigern in die Mongolei im Jahr 1966 darum gerungen wurde, die Freundschaft zwischen sozialistischen Völkern zu vertiefen; und wie im Rahmen von Städtepartnerschaften zwischen Neubrandenburg/Collegno, Leipzig/Bologna und Wernigerode/Carpi über politische Inszenierungen hinaus auch freundschaftliche Verbindungen entstanden.

Das JHK 2026 dokumentiert die Beiträge der 6. Hermann-Weber-Konferenz für Historische Kommunismusforschung. Die Gastherausgeberschaft übernehmen Marcel Bois, Christian Dietrich und Rhena Stürmer, die die Konferenz konzipiert und 2024 in Berlin ausgerichtet haben.

Seit seiner Gründung 1993 durch Hermann Weber hat sich das Jahrbuch als führende deutschsprachige Plattform der internationalen Kommunismusforschung etabliert. Es erscheint seit 2004 im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung unter der Leitung von Ulrich Mählert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Bundesstiftung Aufarbeitung: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/jahrbuch

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2026 - Von der Internationale zur »Völkerfreundschaft«. Transnationalität im Kommunismus des 20. Jahrhunderts, hrsg. von Marcel Bois, Christian Dietrich und Rhena Stürmer (Gastherausgeber der Ausgabe 2026) und Ulrich Mählert im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung, Berlin: Metropol Verlag 2026, 328 S., ISBN: 978-3-86331-850-5, 29,- Euro.

Ab 25. Februar 2026 im Buchhandel erhältlich.

Jonathan Harnisch

Pressereferent

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Kronenstraße 5 | 10117 Berlin | Tel. 030 / 31 98 95 225

j.harnisch@bundesstiftung-aufarbeitung.de | www.bundesstiftung-aufarbeitung.de | facebook.com/BundesstiftungAufarbeitung

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