Ozan Zakariya Keskinkilic erhält Deutschlandfunk-Preis beim Bachmannwettbewerb
Ozan Zakariya Keskinkilic gewinnt Deutschlandfunk-Preis bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt
Presseinformation, 28. Juni 2026
Für den Text „Vater ohne Sohn“.“ ist der Autor Ozan Zakariya Keskinkilic bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet worden.
Ozan Zakariya Keskinkilics Ich-Erzähler in „Vater ohne Sohn“ hat eine Beziehung mit einem Mann, der nur halb so alt ist wie er. Er verkriecht sich in seiner Wohnung, gibt sich seinem Liebhaber hin und vernachlässigt seinen Sohn. Im Gespräch mit seiner guten Freundin Azadeh werden in „Vater ohne Sohn“ poetisch und anspielungsreich Selbstzweifel, Einsamkeit, Verantwortung und Fragen der eigenen Identität verhandelt.
In ihrer Laudatio sagte Jurorin Mara Delius: „‚Immer wünscht ich woanders zu sein‘, sagt der Schriftsteller in Ozan Zakariya Keskinkilic Text ‚Vater ohne Sohn’, und nimmt uns mit auf seine Suche nach seinem Ort im Leben. Zwischen Kafka und Koran, Trauer und Komik, hinein in das Dasein eines Mannes, der weiß, was es heißt, den Wald der Wirklichkeit manchmal als Schaf zu betreten und ihn als Wolf zu verlassen. Ozan Zakariya Keskinkilic erzählt von einem Menschen, der an seiner Schuld fast zerbricht und der, indem er sich einem anderen zuwendet, eine Möglichkeit entdeckt weiterzuleben. ‚Vater ohne Sohn’ ist ein Text, der sich traut, die ganz großen Fragen aufzurufen. Schuld und Vergebung, Glaube und Zweifel. Aber er führt sie nicht vor, er lässt sie miteinander sprechen. In einer fein gewobenen Sprache, die so gelehrt wie sinnlich, und Jahrhunderte jung wirkt, und in der der Weg von Azadeh, der Freiheit, zu Azrael, dem Tod, zwar nicht zur Erlösung. aber immerhin in einen Club namens Sisyphos führt. (…)“
Autor Ozan Zakariya Keskinkilic wurde 1989 geboren und lebt in Berlin. Er schreibt Romane, Gedichte, Essays, Kolumnen sowie Radio- und Theaterstücke. Keskinkilic studierte in Wien, Berlin und Cambridge. Seine Texte wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Er leitet die Lyrikwerkstatt „Young Poems“ im Haus für Poesie und co-kuratiert die Lesereihe „All You Can Read“. 2025 erschien sein Roman „Hundesohn“ bei Suhrkamp.
Stefan Raue, Intendant von Deutschlandradio, übergab im ORF-Studio Klagenfurt den Preis. „Herzlichen Glückwunsch an Ozan Zakariya Keskinkilic zum Gewinn des Deutschlandfunk-Preises bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur. Bei dem Wettbewerb in Klagenfurt zeigt sich Literatur jedes Jahr in ihrer gesamten Vielfalt: als Bühne für innovative, junge Stimmen und als Impulsgeber für gesellschaftliche Debatten. Der Bachmannpreis schafft einen einzigartigen Raum für fundierte Literaturkritik und stellt die entscheidende Frage, was Literatur heute leisten kann. Das verbindet die Tage der deutschsprachigen Literatur direkt mit unserem Programm. Mit unseren Kultur- und Literaturformaten im Radio und als Podcast begleiten und fördern wir genau diese lebendigen, literarischen Diskussionen.“
Der mit 12.500 Euro dotierte Deutschlandfunk-Preis ist die dritthöchste Auszeichnung bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur. Der Hauptpreis des Wettbewerbs ging an Lena Schätte für ihren Text „Was wir tragen“, der zugleich auch den BKS Bank-Publikumspreis erhielt. Mit dem KELAG-Preis wurde Kinga Toth ausgezeichnet, Magdalena Schrefel gewann in den 3sat-Preis.
Die Preise in den Deutschlandfunk-Programmen
Die Preisträger des Bachmann- und des Deutschlandfunk-Preises werden heute in der Deutschlandfunk-Sendung „Büchermarkt“ vorgestellt (16.10 – 16.30 Uhr). In der Sendung „Fazit“ (23.05 Uhr Deutschlandfunk Kultur, 0.05 Uhr Deutschlandfunk) ist Lena Schätte als Preisträgerin des Ingeborg-Bachmann-Preises heute im Interview zu hören. Die Lesung des prämierten Textes von Deutschlandfunk-Preis-Gewinner Ozan Zakariya Keskinkilic ist in der Sendung „Lesezeit“ am 8. Juli zu hören (Deutschlandfunk 20.30 – 21.00 Uhr).
Mehr Informationen:
Die Lesung von Ozan Zakariya Keskinkilic und die Jurydiskussion bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur finde Sie unter: https://bachmannpreis.orf.at/stories/3354582/
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