Luftrettung in Neustrelitz feiert Doppeljubiläum
Ein Dokument
- 30 Jahre schnelle Hilfe aus der Luft, 20 Jahre ADAC Rettungshubschrauber
- Bis heute mehr als 32.000 oft lebensrettende Einsätze
- Freunde und Partner würdigen Arbeit der Crew von „Christoph 48“
- Scharfe Kritik der ADAC Luftrettung am Krankenkassen-Sparpaket
(ADAC Luftrettung gGmbH) 30 Jahre schnelle Hilfe aus der Luft, 20 Jahre davon in gelb - an der Luftrettungsstation in Neustrelitz wurden heute gleich zwei Jubiläen gefeiert. Mit dabei beim Doppeljubiläum waren Freunde und Partner von „Christoph 48“ sowie Landrat Thomas Müller als Vertreter des zuständigen Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Sie alle fanden viel Lob und Anerkennung für die Arbeit und das große Engagement der Crew des ADAC Rettungshubschraubers. Getrübt wurde die feierliche Stimmung rund um einen großen Tag der offenen Tür der Blaulichtfamilie von der fast zeitgleichen Debatte um das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das einen starren Kostendeckel auch für die schnelle Hilfe aus der Luft enthält: Entsprechend scharf fiel die Kritik der gemeinnützigen Luftretter aus. „Die Reform sorgt für eine dauerhafte Unterfinanzierung der Luftrettung und gefährdet so die Notfallversorgung insgesamt", warnte Geschäftsführer Frédéric Bruder.
Mehr als 32.000-mal ging es in den vergangenen drei Jahrzehnten von Neustrelitz aus in die Luft. „Hinter jedem Rettungseinsatz steht ein hochprofessionelles Team, das für Menschen in Not einsatzbereit ist. Die Luftrettung ist Teil der kritischen Gesundheitsinfrastruktur. Ihre Leistungsfähigkeit hängt davon ab, dass Personal, Technik und Standorte dauerhaft zuverlässig finanziert werden können. Wir erwarten, dass der Gesetzgeber bei der im Herbst anstehenden Reform der Notfallversorgung eine Öffnungsklausel für die medizinische Notfallrettung schafft“, forderte Geschäftsführer Bruder.
SAR 93, wie der Hubschrauber anfangs hieß, war bereits drei Jahre in der Landeshauptstadt Schwerin stationiert, bevor er 1996 nach Neustrelitz verlegt wurde. Dort flog der Helikopter des Typs Bell UH-1D rund 8.200 Einsätze - bis die Bundeswehr/Luftwaffe im Sommer 2006 den letzten zivilen Luftrettungsstandort in Deutschland an die gemeinnützige ADAC Luftrettung übergab. Seither heißt der Hubschrauber „Christoph 48“ und ist gelb - und die Maschine des Typs EC 135 von Airbus Helicopters moderner, schneller, sicherer und leiser als ihr Vorgänger.
Der an der DRK Rettungswache Nord stationierte ADAC Rettungshubschrauber wird heute im Durchschnitt drei bis vier Mal am Tag von der Integrierten Leitstelle Mecklenburgische Seenplatte alarmiert. In Mecklenburg-Vorpommern, dem am dünnsten besiedelten Bundesland, ist die Luftrettung schon heute ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Rettungswesens - und wird mit Blick auf die Krankenhausreform und den demographischen Wandel in Zukunft noch wichtiger werden. Oft ist der Hubschrauber das schnellste und häufig das einzig verfügbare Rettungsmittel. Rund zwei Minuten braucht die Crew bis zum Start. Überfüllte Straßen oder zeitraubende Umwege sind dabei kein Hindernis.
Im vergangenen Jahr wurde „Christoph 48“ zu 1099 Einsätzen gerufen. Der Einsatzradius liegt bei rund 70 Kilometern, Haupteinsatzgebiet ist die Mecklenburgische Seenplatte. Einsatzgrund Nummer eins waren mit 38 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen, gefolgt von Verletzungen nach Unfällen mit 24 Prozent.
Die ADAC Luftrettung stellt in Neustrelitz die Piloten und die Maschine. Die Notärztinnen und Notärzte kommen vom DRK Krankenhaus Mecklenburg-Strelitz, die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (TC HEMS) vom DRK Kreisverband Mecklenburg Seenplatte. Geleitet wird die Station in Neustrelitz neu von Pilot Nico Hellmann, der den langjährigen Stationsleiter Steffen Arnold-Batschke abgelöst hat. Ärztlicher Leiter ist Notarzt Dr. Roland Kersten, Leitender Notfallsanitäter (TC HEMS) Maik Schuppenhauer. Insgesamt besteht das Team aus 21 Personen.
Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in Deutschland sicherzustellen, arbeiten für die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen bundesweit mehr als 1500 Menschen – darunter rund 180 Piloten und Pilotinnen, rund 670 Notärzte und Notärztinnen, 245 Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung.
Über die ADAC Luftrettung gGmbH
Mit 37 Stationen und bis heute mehr als 1,3 Millionen Einsätzen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Seit 2023 gibt es die ADAC Telenotarzt gGmbH. Sie ist eine innovative Tochtergesellschaft der ADAC Luftrettung und hat sich auf die Bereitstellung von telemedizinischen Notarztdiensten spezialisiert. Die Crews der ADAC Luftrettung werden trainiert von der ADAC HEMS Academy GmbH. Die Wartung und technische Bereitstellung erfolgt über die ADAC Heliservice GmbH. Die ADAC Luftrettung ist ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.
Jochen Oesterle Pressesprecher i.A. ADAC Luftrettung gGmbH T +49 89 76 76 34 74 M +49 171 555 58 51 medien@adac.de www.presse.adac.de



