Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral!
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Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral!
Strategie der IKK Südwest gegen den Gender Health Gap
Zum Internationalen Tag der Frauengesundheit startet die regionale Innungskrankenkasse eine Offensive gegen den Gender Health Gap. Die neue Initiative informiert über geschlechtersensible Medizin mit einer Experten-Hotline und einem Aufklärungs-Podcast, um systematische Lücken in der Gesundheitsversorgung zu schließen.
Ein Herzinfarkt äußert sich bei Frauen oft durch Übelkeit und Erschöpfung statt durch den lehrbuchtypischen Schmerz im linken Arm. Medikamente wirken je nach Geschlecht unterschiedlich, werden aber aufgrund von Studien ganz überwiegend an Männern nur dosiert beim anderen Geschlecht eingesetzt. Erkrankungen wie Endometriose bleiben oft jahrelang unerkannt. Diese Beispiele sind keine Einzelfälle, sondern Symptome einer tiefgreifenden Lücke im Gesundheitssystem: des sogenannten Gender Health Gap.
Die IKK Südwest nimmt den Internationalen Tag der Frauengesundheit zum Anlass, um dieser systematischen Ungleichheit in der medizinischen Versorgung entschieden entgegenzutreten, das Thema auf eine breitere öffentliche Basis zu setzen und konkrete Hilfestellungen zu entwickeln. Die Ursachen für diese Versorgungslücke sind vielfältig und reichen von einer jahrzehntelang auf den Mann fokussierten Forschung bis hin zu tief verankerten soziokulturellen Rollenbildern. Die Folge: Frauen erhalten oft spätere oder falsche Diagnosen, leiden unter nicht erkannten Nebenwirkungen von Medikamenten und ihre Schmerzen werden häufiger als psychosomatisch abgetan.
Gesundheitliche Chancengleichheit als klares Versorgungsziel
Für die IKK Südwest ist die Schließung dieser Lücke eine Frage der medizinischen Qualität und gesellschaftlichen Gerechtigkeit. Prof. Dr. Jörg Loth, Chef der IKK Südwest, betont die Dringlichkeit des Handelns: „Gesundheitliche Chancengleichheit ist für uns kein politisches Schlagwort, sondern ein zentrales Versorgungsziel, das auf wissenschaftlicher Evidenz beruht. Der Gender Health Gap ist eine der größten Hürden auf diesem Weg. Wir können es uns nicht leisten, die Hälfte der Bevölkerung durch eine ‚One-Size-Fits-All‘-Medizin, also eine Art Einheits-Medizin, zu benachteiligen. Unser Anspruch ist eine moderne, personalisierte und vor allem geschlechtersensible Gesundheitsversorgung. Deshalb investieren wir gezielt in Aufklärung und Kompetenz, um eine Versorgung zu gewährleisten, die den Menschen in seiner Gesamtheit sieht – und dazu gehört untrennbar auch das biologische Geschlecht.“
Kompetenzaufbau als Grundstein für eine „Hotline für Frauengesundheit“
Um Versicherte künftig direkt und kompetent zu unterstützen, wird die IKK Südwest eine zentrale „Hotline Frauengesundheit“ etablieren. Der Grundstein dafür wird jetzt gelegt: Mit einer gezielten Qualifizierungsoffensive für die eigenen Kundenberaterinnen und -berater investiert die Krankenkasse in den Aufbau spezialisierter Fachexpertise. Diese strategische Maßnahme soll sicherstellen, dass Versicherte künftig einen Lotsen an ihrer Seite haben, der für geschlechtersensible Themen sensibilisiert und über spezifische Versorgungsangebote informiert.
Wissenschaftliche Expertise aus dem CGBM
Um die Initiative auf ein fundiertes wissenschaftliches Fundament zu stellen, hat die IKK Südwest das Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM) der Universität des Saarlandes zum Informationsaustausch eingeladen. Die Forschungsgruppen des CGBM untersuchen die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf zellulärer und molekularer Ebene, um Prävention, Diagnose und Therapie zu verbessern.
Prof. Dr. Iden, Sprecherin des CGBM, unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung in der Forschung: „Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Männer und Frauen sind nicht nur in ihrer Anatomie, sondern auch in ihrer Physiologie und Zellbiologie fundamental verschieden. Diese Unterschiede zu ignorieren, wie es in der medizinischen Forschung lange der Fall war, führt zu einer gefährlichen Datenlücke. Unsere Arbeit am CGBM zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und die biologischen Grundlagen für eine präzise, geschlechterspezifische Medizin zu schaffen. Es ist an der Zeit, diese Erkenntnisse aus dem Labor in die alltägliche Versorgung zu bringen.“
Ihr Kollege und Co-Sprecher des CGBM, Prof. Dr. Frank Kirchhoff, ergänzt die weitreichende Bedeutung des Themas: „Geschlechterunterschiede gehen weit über die offensichtlichen hormonellen Aspekte hinaus und betreffen nahezu jedes Organsystem, einschließlich des zentralen Nervensystems. Ob bei neurodegenerativen Erkrankungen oder der Reaktion auf Stress – wir entdecken immer mehr Unterschiede auf zellulärer Ebene, aber auch wie die einzelnen Organe sich gegenseitig beeinflussen. Dieses Wissen ist entscheidend, um zu verstehen, warum bestimmte Krankheiten bei einem Geschlecht häufiger oder schwerer verlaufen. Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für diese Komplexität ist der erste Schritt zu einer besseren Medizin für alle.“
Neuer Podcast in Planung, um komplexe Themen zugänglich zu machen
Um diese wichtigen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, plant die IKK Südwest zudem einen neuen Gesundheitspodcast. Die erste, in Vorbereitung befindliche Staffel wird sich mit fünf Folgen gezielt der Frauengesundheit widmen. Den Auftakt macht eine Episode zum Gender Health Gap, für die als Expertin Prof. Dr. Sandra Iden vom CGBM gewonnen werden konnte. Weitere geplante Folgen beleuchten Themen wie Herzgesundheit oder Endometriose. Der Podcast soll künftig eine Plattform für Experten, Betroffene und Interessierte bieten, um im Austausch Gesundheitskompetenz für alle zu fördern.
Die IKK Südwest
Die IKK Südwest gehört als regionale Innungskrankenkasse in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu den größten Krankenkassen in Deutschland. Wir, die IKK Südwest, das sind mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit Herz und Kompetenz einsetzen für unsere Kernthemen Prävention, Gesundheitsförderung und eine zukunftsfähige, regionale Gesundheitsversorgung. Datenorientiert und politisch positioniert bringt die IKK Südwest fundierte Perspektiven in aktuelle gesundheitspolitische Debatten ein – insbesondere zu Themen und Gesundheitsfragen, die Menschen in der Region bewegen. Wir sind persönlich für alle da – vor Ort in unseren 19 Kundencentern in der gesamten Region und an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr sowohl über unsere IKK-Service-Hotline 0681/3876 1000 als auch per App und im Netz über unsere Online-Geschäftsstelle „Meine IKK Südwest“. Mehr Infos unter www.ikk-suedwest.de.
Das CGBM
Das Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM) an der Universität des Saarlandes ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung der Medizinischen Fakultät. Es bündelt die Expertise aus verschiedenen Fachbereichen, um die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Entstehung und dem Verlauf von Krankheiten zu erforschen und neue Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie zu entwickeln.
Mit freundlichen Grüßen
Mathias Gessner Pressesprecher IKK Südwest Europaallee 3-4 66113 Saarbrücken Tel.: 06 81/38 76-1163 Fax: 06 81/38 76-2799 Zentrale Postadresse: IKK Südwest 66098 Saarbrücken PS: Digitale Chancen, echte Schicksale und starke Stimmen – das alles in Ihrer neuen für mich. Gewinnspiel inklusive!