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Nepal: Kinder berichten eine Woche nach der Flut von Angst und Schlafproblemen

Kathmandu/Berlin (ots)

Eine Woche nach der verheerenden Flutkatastrophe mit über 1.000 Toten und mehr als 3.900 Vermissten zeigen viele Kinder zunehmend Anzeichen psychischer Belastung. Sie berichten von Angstzuständen, Schlafproblemen und belastenden Erinnerungen an die Flut, so Save the Children. Gleichzeitig wächst bei vielen Familien die Sorge um ihre Zukunft.

Mitarbeitende von Save the Children berichten, dass sie Kinder in Notunterkünften getroffen haben, die noch immer dieselbe verschmutzte, graue Kleidung vom Tag der Flut tragen. Im Distrikt Nuwakot erzählen ihnen Kinder, dass sie große Angst haben und verunsichert sind, nachdem sie schreckliche Szenen miterlebt haben. Dazu gehören Schulbusse mit Freundinnen und Freunden, die vor ihren Augen von den Fluten mitgerissen wurden, überschwemmte Häuser sowie der Verlust von allem, was ihnen wichtig war.

Die elfjährige Neela* wollte sich gerade für die Schule fertig machen, als die Flutwelle durch ihr Dorf raste und ihr Zuhause an einem steilen Hang zerstörte. Sie und ihre Familie konnten nur mit dem fliehen, was sie gerade trugen. "Wir haben alles verloren, auch unser Zuhause und unsere Büffel. Meine Schule wurde zerstört und viele meiner Freundinnen und Freunde werden noch immer vermisst", erzählt sie. Neela* lebt derzeit in einer Notunterkunft, in der Save the Children tätig ist. Ihre Familie hat bereits Hilfsgüter wie Decken, Taschenlampen, Seife und weitere Hygieneartikel erhalten. Aus Angst vor weiteren Flutwellen fällt es ihr schwer einzuschlafen.

Unterdessen erschweren anhaltende Regenfälle die Hilfe für Betroffene. Wetterexpert*innen warnen vor weiteren Niederschlägen, die Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen beeinträchtigen könnten. Für viele Familien in Notunterkünften bedeutet das zusätzliche Unsicherheit. Auch die Versorgung entlegener Regionen mit Hilfsgütern bleibt schwierig.

Familien stehen nach den Überschwemmungen vor großen Herausforderungen. Viele haben ihre Einkommensquellen und ihren Besitz verloren. Der daraus entstehende finanzielle Druck belastet die Familien zusätzlich. "Der Bedarf an psychosozialer und psychischer Unterstützung wächst", sagt Tara Chettry, Länderdirektorin von Save the Children in Nepal. "Sieben Tage nach diesem schrecklichen Ereignis versuchen Kinder und Erwachsene noch immer, das Erlebte zu verarbeiten. Sie kämpfen mit dem Ausmaß der Katastrophe und fragen sich, was sie für ihre Zukunft bedeutet."

Save the Children ist in den betroffenen Gebieten im Einsatz. Im Distrikt Nuwakot hat die Organisation bereits zwei Schutz- und Spielräume für Kinder eingerichtet. Ein dritter soll im Distrikt Rasuwa entstehen. Dort finden Kinder einen sicheren Ort, an dem sie spielen, lernen und ihre Erfahrungen verarbeiten können.

Mindestens 65.000 Menschen benötigen dringend Unterstützung im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene. Rund 22.000 Menschen, darunter viele Kinder, sind auf Schutzmaßnahmen angewiesen. Um Kinder und betroffene Gemeinden noch schneller und gezielter unterstützen zu können, hat Save the Children ein Außenbüro im Distrikt Nuwakot eröffnet.

Save the Children ist seit 1976 in Nepal tätig. Die Organisation führt Programme in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Bildung, Kinderschutz, Kinderrechtspolitik, Gleichstellung der Geschlechter, Anpassungen an die Klimakrise sowie Kinderarmut durch.

*Name zum Schutz geändert

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de

Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

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