Bundesverband Deutscher Stiftungen
PM: Die Liste der größten Stiftungen: Fast sieben Milliarden Euro für das Gemeinwohl
Die Liste der größten Stiftungen: Fast sieben Milliarden Euro für das Gemeinwohl
- Die 60 größten Stiftungen in Deutschland haben 2024 mehr als 6,8 Milliarden Euro für das Gemeinwohl ausgegeben.
- Bei den Tätigkeitsbereichen dieser Stiftungen zeigen sich deutliche Schwerpunkte in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, soziale Dienste und Bildung.
- Die Liste basiert auf freiwilligen Angaben und zeigt, wie wichtig Transparenz im Stiftungssektor ist.
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat wieder seine Liste der größten Stiftungen in Deutschland herausgegeben. Demnach haben die 60 finanzstärksten Stiftungen im Jahr 2024 insgesamt 6,8 Milliarden Euro für die Erfüllung ihrer Satzungszwecke ausgeschüttet. Die Mittel der gelisteten Stiftungen fließen in Wissenschaft, Bildungsprojekte, soziale Programme, Kulturförderung und viele andere gemeinwohlorientierte Bereiche.
Die Liste mit den Stiftungen und ihren Zwecken ist vielfältig: Bei den Stiftungen des öffentlichen Rechts stehen der KENFO (Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung) mit 804,9 Millionen Euro Zweckausgaben und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit 408,5 Millionen Euro an der Spitze. Letztere betreibt und erhält Museen, Bibliotheken und Archive von nationaler und internationaler Bedeutung und macht kulturelles Erbe für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei den Stiftungen privaten Rechts liegt die RAG-Stiftung an erster Stelle: Mit 996,8 Millionen Euro stellt sie die langfristige Finanzierung von Umwelt- und Sicherheitsverpflichtungen sicher, die aus dem früheren Steinkohlenbergbau resultieren. Ziel ist es, die sogenannten Ewigkeitslasten des Bergbaus dauerhaft zu tragen. Es folgt die VolkswagenStiftung: Im Jahr 2024 setzte sie 706,9 Millionen Euro zur Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre ein.
Die Tätigkeitsbereiche der Stiftungen zeigen deutliche Schwerpunkte: Wissenschaft und Forschung, Soziale Dienste und der Bildungsbereich prägen inhaltlich die Arbeit der größten Stiftungen in Deutschland. Einige sind als Sozialträgerstiftungen operativ tätig und erbringen mit ihren umfangreichen Angeboten in Pflege, Jugend- und Altenhilfe, Beratung sowie Bildung zentrale Leistungen der freien Wohlfahrtspflege.
Die Auswertung berücksichtigt nur jene großen Stiftungen, die freiwillig ihre Finanzkennwerte angegeben haben. Die Summe, die der gesamte Stiftungssektor jährlich für das Gemeinwohl aufbringt, ist daher deutlich höher.
„Die gelisteten Stiftungen machen mit ihren freiwilligen Angaben sichtbar, welche Gestaltungskraft im deutschen Stiftungssektor steckt. Mit ihrer Transparenz gehen sie als gute Beispiele voran“, so Friederike v. Bünau, Generalsekretärin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Gerade in der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte um die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen leisten sie somit einen wichtigen Beitrag, der das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Arbeit von Stiftungen stärken kann.“
Über die Methodik
Die Grundlage der Liste bilden Finanzdaten aus Geschäfts- und Jahresberichten. Diese sind entweder öffentlich zugänglich oder der Bundesverband erhält sie auf Anfrage bei den Stiftungen. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit den Stiftungen sind dabei von großer Bedeutung, da die Veröffentlichung der Zahlen für die meisten Stiftungen auf freiwilliger Basis erfolgt. Die Liste orientiert sich an den Kennwerten Eigenkapital (Buchwert), Nettovermögenswert, Zweck- sowie Gesamtausgaben. Bei der Auswertung der Berichte und der Standardisierung der Kennwerte stützt sich der Bundesverband Deutscher Stiftungen auf die aktuellen Empfehlungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) zur Rechnungslegung von Stiftungen (IDW FAB RS 5, 2024).
Über den Bereich Daten und Analyse
Der Bereich Daten und Analyse im Bundesverband Deutscher Stiftungen analysiert den Stiftungssektor auf datenbasierter Grundlage und nach wissenschaftlichen Standards. Er liefert regelmäßige Berichte und Analysen und somit wichtige Erkenntnisse für Stiftungen, Politik und Gesellschaft. Damit schließt er eine Lücke und leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Sektors.
Über den Bundesverband
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt die Interessen der deutschen Stiftungen gegenüber Politik und Gesellschaft. Mit über 4.500 Mitgliedern ist er der größte und älteste Stiftungsverband in Europa. Jedes Jahr engagieren sich allein die 60 größten Stiftungen in Deutschland mit 6,8 Milliarden Euro für das Gemeinwohl. Der Bundesverband setzt sich für optimale Rahmenbedingungen für das Stiften und für das Wirken von Stiftungen ein und unterstützt seine Mitglieder sowie Stifterinnen und Stifter insbesondere durch Beratung und Vernetzung in ihrer Arbeit.
Ansprechpartnerin: Bundesverband Deutscher Stiftungen Stephanie Alberding Referentin Presse & Kommunikation stephanie.alberding@stiftungen.org T +49 (0)30 89 79 47-23