VORABINFORMATION: Gründungsquote in Deutschland steigt weiter – Ergebnisse des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) 2025/26 liegen vor
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+++ Sperrfrist 28. Juni 2026, 19:00 Uhr +++ Sperrfrist 28. Juni 2026, 19:00 Uhr +++
Vorabinformationen zum Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2025/26
Global Entrepreneurship Monitor
Der GEM ist die weltweit einzige Studie, die einen internationalen sowie zeitlichen Vergleich von Gründungsaktivitäten, Gründungsmotiven und gründungsbezogenen Einstellungen innerhalb der Bevölkerung ermöglicht. Darüber hinaus analysiert sie die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen in Deutschland und in mehr als 50 weiteren Ländern auf allen Kontinenten. Die erste Veröffentlichung des GEM erfolgte im Jahr 1999.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) untersucht das RKW Kompetenzzentrum in Eschborn gemeinsam mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen das Gründungsgeschehen in Deutschland. Grundlage für den GEM Länderbericht Deutschland ist eine jährlich durchgeführte repräsentative Befragung der Bevölkerung sowie eine Erhebung unter Gründungsexpertinnen und -experten.
Die Kern-Ergebnisse der GEM-Studie 2025/26 im Überblick:
Anstieg der Gründungsaktivitäten in Deutschland
Die GEM-Gründungsquote in Deutschland ist weiter gestiegen. Das belegen die aktuellen Zahlen des GEM 2025/26 Länderberichts Deutschland.
Mit 13 Prozent erzielte Deutschland die höchste Gründungsquote seit dem Start des GEM vor 27 Jahren. Damit wird der positive Trend der vergangenen sechs Jahre fortgesetzt. Deutschland reiht sich damit in das oberste Viertel der Länder mit vergleichbaren ökonomischen Rahmenbedingungen ein.
Die GEM-Gründungsquote wird als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen definiert, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen.
Frauen-Gründungsquote steigt – Gendergap leider auch
Auch die GEM-Gründungsquote der Frauen war im Jahr 2025 mit 10,9 Prozent so hoch wie nie zuvor. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozentpunkte. Bei den Gründern stieg die Quote um 4 Prozentpunkte und erreichte mit 15 Prozent ebenfalls ein Allzeithoch. Nichtsdestotrotz hat sich die Differenz in den Gründungsquoten von Männern und Frauen, der Gendergap, im aktuellen Befragungsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr wieder leicht vergrößert.
Deutsche Frauen befanden sich im internationalen Vergleich mit einer Gründungsquote von 10,9 Prozent im oberen Drittel. Der positive Trend der letzten Jahre und auch das gute Abschneiden im internationalen Vergleich können unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass das Thema „Women Entrepreneurship“ in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit an Bedeutung gewonnen hat.
Menschen mit Migrationshintergrund gründen häufiger
Die GEM-Gründungsquote in Deutschland lag unter Menschen mit Migrationshintergrund bei 18,8 Prozent und bei Menschen ohne Migrationshintergrund bei 12,1 Prozent. Im internationalen Vergleich weist das Vereinigte Königreich mit 29,9 Prozent die höchste Gründungsquote unter Menschen mit Migrationshintergrund auf. Dagegen wies Norwegen mit 5,2 Prozent die niedrigste Gründungsquote von Migrantinnen und Migranten auf und ist damit das einzige Land unter acht GEM-Vergleichsländern, in dem häufiger durch Menschen ohne Migrationshintergrund gegründet wurde.
Jüngere werden immer gründungsaffiner
Im Vergleich zu 2024 stieg der Anteil der Gründenden unter den 18- bis 34-Jährigen weiter deutlich an. Insbesondere unter den sehr jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren verdoppelte sich die GEM-Gründungsquote nahezu von 12,9 auf 23,2 Prozent. Die Zahlen verdeutlichen, dass immer mehr junge Menschen in Vorbereitung sind, ein Unternehmen zu gründen oder bereits eines gegründet haben. In der ältesten untersuchten Altersgruppe, der 55- bis 64-Jährigen, nahm die GEM-Gründungsquote dagegen leicht ab und reduzierte sich von 4,3 Prozent im Jahr 2024 auf 3,9 Prozent im Jahr 2025.
Je jünger, desto besser die Bewertung der Gründungschancen
Während knapp 70 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und der 25- bis 34-Jährigen gute Gründungschancen in ihrer Region sahen, nahm dieser Anteil mit zunehmendem Alter ab.
Role Models und Netzwerke als wichtigste Einflussfaktoren
Etwa 60 Prozent der Gründerinnen und Gründer gaben an, dass Vorbilder ihre Entscheidung beeinflusst haben, unternehmerisch tätig zu werden. Diese kommen vor allem aus dem familiären Umfeld und dem engeren Bekanntenkreis. Ebenfalls von großer Bedeutung sind berufliche Netzwerke, die im Laufe einer abhängigen Beschäftigung entstanden sind, sowie unterschiedliche Lehrformate an Hochschulen.
Gründerinnen und Gründer sind innovativ
In 2025 hatten in Deutschland 40 Prozent der Gründerinnen und Gründer mindestens ein Produkt und/oder eine Dienstleistung in ihrem (geplanten) Angebot, das eine Neuheit für die Region, Deutschland oder sogar die Welt darstellt. Gemessen an allen Gründungspersonen lag der Anteil der Gründerinnen und Gründer, die eine regionale Neuheit anbieten oder planen, bei 25,3 Prozent. Der Anteil an Personen, die Innovationen mit Neuheitsgrad für Deutschland anbieten (wollten), betrug 11,6 Prozent, während es bei Innovationen, die für den Weltmarkt eine Neuheit sind, 4 Prozent waren.
Geringerer Gendergap bei akademischen Gründungen
Die aktuellen Ergebnisse des GEM zeigen, dass 2,9 Prozent der Männer und 2,3 Prozent der Frauen in der Gesamtbevölkerung in Deutschland im Alter von 18 bis 64 Jahren ein Unternehmen aus einer Hochschule oder Forschungseinrichtung heraus gegründet haben, um dort generiertes wissenschaftliches Know-how wirtschaftlich zu verwerten. Damit ist der Gendergap bei akademischen Gründungen geringer als im Bundesdurchschnitt. Akademische Gründerinnen und Gründer gaben zudem häufiger als Gründerinnen und Gründer insgesamt an, bereits eine Gründungsberatung in Anspruch genommen zu haben oder eine Patentanmeldung innerhalb der kommenden zwei Jahre zu planen.
Mehr Informationen dazu unter: www.gem-deutschland.de
Hintergrundinformationen zum GEM finden Sie im Anhang.
Am 29. Juni 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr stellt das GEM-Team-Deutschland die zentralen Ergebnisse des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2025/26 für Deutschland vor.
Zur Anmeldung für die Veranstaltung: gemlaunch2026
Der GEM-Länderbericht Deutschland wird in Kooperation zwischen dem RKW Kompetenzzentrum und dem Johann Heinrich von Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erstellt.
Für weitere Informationen oder Interviews zum Thema stehen Ihnen die Expertinnen und Experten des RKW Kompetenzzentrums sowie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen gerne zur Verfügung: presse@rkw.de
Über das RKW Kompetenzzentrum Das RKW Kompetenzzentrum ist ein neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand. Es sensibilisiert angehende wie etablierte kleine und mittlere Unternehmen für Zukunftsthemen und unterstützt sie dabei, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft auszubauen. Das RKW Kompetenzzentrum leistet damit einen Beitrag zur Stärkung des Gründungsgeschehens und zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Zu den aktuellen Schwerpunktthemen „Gründung“, „Fachkräftesicherung“, „Digitalisierung“ und „Innovation“ bietet das RKW Kompetenzzentrum daher praxisnahe und branchenübergreifende Informationen sowie Handlungshilfen an. Bei der Verbreitung der Ergebnisse vor Ort arbeitet das RKW Kompetenzzentrum mit Sitz in Eschborn eng mit den RKW Landesorganisationen in den Bundesländern zusammen.
Das RKW Kompetenzzentrum wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Weitere Informationen: www.rkw-kompetenzzentrum.de
Über das Johann Heinrich von Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen Das Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen (WI) befasst sich gezielt mit Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Räumen und leitet auf Basis der dabei erarbeiteten wissenschaftlichen Grundlagen Entscheidungshilfen für die Politik ab. Das WI forscht zu Themen rund um die Wirtschafts- und Arbeitsbedingungen in ländlichen Räumen und untersucht flächendeckend für Deutschland, wie sich diese Bedingungen im Zeitverlauf entwickeln, auch im Vergleich zu nicht ländlichen Räumen. Ein Hauptaugenmerk gilt den raumwirtschaftlichen Folgen des demografischen Wandels, der Dekarbonisierung und der Digitalisierung, unter anderem verbunden mit der Frage, warum manche ländlichen Räume prosperieren, während andere Gefahr laufen, weiter zurückzufallen. In den Analysen wird berücksichtigt, dass sich ländliche Räume in ihrer Ausstattung mit harten und weichen Standortfaktoren sowie hinsichtlich ihrer Wachstumspfade und Entwicklungsmöglichkeiten nicht nur von nicht ländlichen Räumen unterscheiden, sondern auch untereinander. Ausgehend von den gewonnenen Erkenntnissen analysiert und bewertet das WI Maßnahmen und Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger, insbesondere für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Weitere Informationen: https://www.thuenen.de/de/fachinstitute/laendlicheraeume/innovation-und-wertschoepfung-in-laendlichen-raeumen.
Pressekontakt RKW Kompetenzzentrum Sarah Schuppener/Katja Gutschmidt Düsseldorfer Str. 40 A 65760 Eschborn Tel: +49 6196 495-2853/-2855 presse@rkw.de