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Schwäbische Zeitung: Geheimrezept für Jamaika: Gönnen können - Kommentar zu Koalitionsverhandlungen

Ravensburg (ots) - Manchmal sind die Wähler schlauer. Während in Berlin bereits die Köpfe rauchen, wie man Obergrenze und offene Gesellschaft, freie Fahrt und blaue Plaketten jemals in einer Jamaika-Koalition unter einen Hut bringen will, können sich 59 Prozent der Wähler für ein solches Bündnis erwärmen.

Sie haben Recht, denn Jamaika bietet dann große Chancen, wenn sich jeder Bündnispartner auf seine Stärken besinnt, die Kernkompetenz der jeweils anderen weitgehend anerkennt und sie gewähren lässt. Ein Land, in dem die CSU für die innere Sicherheit sorgt, die CDU für die Wirtschaft und die Familien, die Grünen für die Umwelt und Verbraucherschutz und die FDP für Bildung und Digitalisierung, ein solches Land könnte auf der Gewinnerseite sein. Das heißt natürlich nicht, dass Jamaika reibungslos funktionieren wird. Aber eigentlich sind die Handelnden zum Erfolg verdammt. Denn Scheitern und Neuwahlen würden niemandem helfen.

Jamaika kann gelingen, ein solider und genauer Koalitionsvertrag vorausgesetzt. Vor allem dann, wenn Konrad Adenauers alte Weisheit, "man muss auch jönne könne", beherzigt wird. Denn nur Koalitionspartner, die sich untereinander Erfolge gönnen, können mit den Ergebnissen am Ende die Menschen überzeugen.

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