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Schwäbische Zeitung: "Forschung an den Grenzen" - Kommentar zum Disskusionsthema: Genmanipulation am Embryo

Ravensburg (ots) - Heile Welt durch Forschung? Wissenschaftler weltweit träumen davon, mit Gentechnik schwere Krankheiten schon beim Embryo zu kurieren. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft sind wir davon noch weit entfernt.

Die Frage hingegen steht schon jetzt im Raum: Muss man alles, was technologisch machbar ist, auch tun dürfen? Es gibt durchaus berechtigte Ängste vor dem sogenannten "Designerbaby", bei dem sich Eltern wie im Bausatz die gewünschten Merkmale herauspicken. Stichwort: Menschenwürde.

Forschung will immer aufs Ganze gehen und alle Möglichkeiten ausschöpfen. Das war imme so, und die Konflikte, die das mit sich bringt, gab es seit jeher. Die medizinischen Fortschritte im Kampf gegen Krebs oder Aids zeigen, dass der Wille zum Vorwärtsgehen gut und wichtig ist. Aber bei der Keimbahnmanipulation müssen schon jetzt strenge ethische Grenzen gezogen werden. Im besten Fall erlegt sich Wissenschaft diese Regeln selbst auf, notfalls muss der Gesetzgeber hier Pflöcke einschlagen. Denn mit dieser Methode ist eine neue Dimension erreicht. Ihre Risiken sind noch nicht einmal annähernd abzusehen. Das geben selbst Wissenschaftler zu. Niemand kann ernsthaft wollen, dass mit Erbgut zügellos experimentiert wird. Zumal immer die Gefahr besteht, dass kommerzielle Interessen von unseriösen Anbietern die Ethik aushebeln.

Der Mensch hat eine Verantwortung gegenüber dem Leben, und die kann er niemandem abtreten. Verantwortungslos wäre Forschung ohne Grenzen.

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