Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (454) Veröffentlichung der Kriminalstatistik Mittelfranken 2013 (Vorjahreszahlen in Klammern)

Mittelfranken (ots) - Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2013 verzeichnet für den Regierungsbezirk Mittelfranken 93.600 Straftaten. Dies ist eine Zunahme um 1.845 Fälle oder 2,0 % gegenüber dem Vorjahr und liegt leicht über dem gesamtbayerischen Trend. Zu dieser Steigerung haben insbesondere die Diebstahlsdelikte und Leistungserschleichungen beigetragen. Die Aufklärungsquote konnte um gut 1 % auf 64,2 % (63,1 %) gesteigert werden.

Besonders hervorzuheben ist, wie Polizeipräsident Johann Rast heute bei der Veröffentlichung der mittelfränkischen Kriminalstatistik feststellte, dass im Bereich der Straßenkriminalität ein deutlicher Rückgang um 488 Fälle zu verzeichnen ist. Diesen Delikten kommt eine besondere Bedeutung zu, da sie öffentlichkeitswirksam sind und somit einen direkten Einfluss auf das subjektive Sicherheitsempfinden eines jeden Einzelnen haben.

Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen ist leicht, auf 41.601 (40.418), gestiegen. Die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen erhöhte sich um 0,8 % auf 9.533 (9.457). Bei Delikten mit einer erfahrungsgemäß hohen Beteiligung von Jugendlichen, wie Raub, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung im öffentlichen Raum, waren anteilig weniger Jugendliche tatverdächtig als 2012. Dieser Abwärtstrend hält seit mehreren Jahren an.

Auch die Anzahl der alkoholisierten jugendlichen Tatverdächtigen ist auf einen Anteil von 20,1 (21,1) Prozent gesunken. Polizeipräsident Rast unterstreicht, dass weiterhin durch gemeinsame Bemühungen mit den Sicherheitsbehörden sowie Jugendschutzkontrollen konsequent gegen Alkoholmissbrauch, insbesondere bei Jugendlichen, vorgegangen wird.

Die Fallzahlen bei den Straftaten gegen das Leben stiegen leicht an, blieben aber mit 75 (62) Straftaten (inklusive der Versuche) innerhalb der regulären Schwankungsbreite der letzten zehn Jahre.

Bei den Sexualdelikten war nach den sehr niedrigen Werten der letzten zwei Jahre ein leichter Anstieg auf 887 (818) Fälle festzustellen. Dieser liegt jedoch weiterhin unter dem Zehnjahresdurchschnitt.

Die Raubstraftaten haben, verglichen mit den Zahlen des Jahres 2012, in Mittelfranken deutlich zugenommen. Sie stiegen auf 563 (490) Fälle. Diese Steigerung wird maßgeblich von der Entwicklung in Nürnberg beeinflusst. In der größten Stadt des Regierungsbezirks ereigneten sich allein 359 Raubstraftaten, das sind 64 % aller erfassten Fälle. Der Anstieg lässt sich nicht auf bestimmte Begehungsformen spezialisieren. Lediglich die Raubüberfälle auf Spielhallen stiegen signifikant.

Bei den Körperverletzungsdelikten gab es nach stetem Anstieg 2011 und 2012, entgegen dem bayernweiten Trend im Jahr 2013, erstmals wieder einen Rückgang auf 11.589 / - 2,6 % (11.894) Fälle. Bei nahezu drei von vier Fällen handelt es sich um einfache Körperverletzungen.

Während beim einfachen Diebstahl eine Steigerung von 5,9 % auf 22.084 (20.850) Fälle zu verzeichnen ist, reduzierte sich die Gesamtzahl der schweren Diebstähle um 4,8 % auf 11.010 (11.568) Fälle. Die Steigerung beim einfachen Diebstahl ist wesentlich auf die erhöhten Fallzahlen beim Taschendiebstahl und Ladendiebstahl zurückzuführen. Die sinkenden Fallzahlen beim schweren Diebstahl, insbesondere beim Fahrraddiebstahl, sind nicht unwesentlich auf die polizeilichen Fahndungs- und Ermittlungserfolge zurückzuführen.

Die Wohnungseinbrüche stiegen nur leicht um 38 Fälle. Allerdings erreichten sie mit einer Gesamtzahl von 1.032 (994) ein Acht-Jahres-Hoch. Konzepteinsätze und intensive Fahndungsmaßnahmen führten zur Festnahme einiger Tatverdächtiger, denen mehrere Wohnungseinbrüche zugeordnet werden konnten.

Im Deliktsbereich Betrug stiegen die Fallzahlen um 6,5 % auf 12.631 (11.855) Fälle. Diese Entwicklung geht zum Großteil auf eine Zunahme an Leistungserschleichungen ("Schwarzfahrer") zurück.

Erfreulicherweise sind auch die Sachbeschädigungen um - 2,0 % auf 11.455 (11.690) Fälle gesunken. Dies ist die niedrigste Zahl im Zehnjahresvergleich.

Im Phänomenbereich Rechts sanken die Straftaten um 11 Fälle / - 4,4 % auf 238 (249). Die Propagandadelikte stellen mit einem Anteil von 73,1 % die größte Deliktsgruppe dar. Die rechtsmotivierten Gewaltstraftaten, ausschließlich Körperverletzungsdelikte, stiegen im Berichtszeitraum von 6 auf 10 Fälle.

Im Phänomenbereich Links setzte sich die Entwicklung sinkender Fallzahlen der letzten beiden Jahre fort. Im Berichtszeitraum 2013 wurden 105 (143) Straftaten registriert. Dies bedeutet einen Rückgang von 38 Delikten bzw. 26,6 %. Der Schwerpunkt liegt hier bei den Sachbeschädigungen. Die Gewaltstraftaten sanken auf 11 (38) Fälle. Dabei handelt es sich überwiegend um Körperverletzungsdelikte. Die Ursache für den Rückgang ist offensichtlich in einer Verringerung konfliktträchtiger Veranstaltungslagen zu suchen.

Die politisch motivierte Ausländerkriminalität stieg auf 19 (16) Fälle, liegt aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Weitere 82 politisch motivierte Straftaten konnten diesen drei Bereichen nicht eindeutig zugeordnet werden. Sie wurden dem Phänomenbereich Sonstige zugerechnet.

Die mittelfränkische Polizei wird auch in Zukunft bei der Bekämpfung der Kriminalität ihre Strategie dem veränderten Täterverhalten und neuen Kriminalitätsformen anpassen.

Mit zahlreichen Präventionskonzepten und kriminalpolizeilichen Fachberatern bei allen Kriminalpolizeidienststellen versucht die mittelfränkische Polizei die Entwicklung der Kriminalität weiterhin positiv zu beeinflussen und die Fallzahlen zu senken. / Elke Schönwald/n

Einzelheiten unter

http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/kriminalitaet/statistik/index.html/37697

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