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17.05.2019 – 12:45

Polizeipräsidium Nordhessen - Kassel

POL-KS: Betrüger geben sich als Verwandte aus und erbeuten 20.000 Euro: Zeugen gesucht

Kassel (ots)

Kassel : Eine unbekannte Betrügerin nahm am gestrigen Donnerstag, erstmalig gegen 15:00 Uhr, telefonischen Kontakt zu einem 66-jährigen Mann aus Kassel auf und gab sich geschickt als Verwandte des Angerufenen aus. Sie erzählte dem Mann, dass sie dringend Geld für einen Wohnungskauf benötige und brachte ihn in mehreren Telefonaten schließlich dazu, die geforderte Geldsumme in Höhe von 20.000 Euro von seinem zu Hause aufbewahrten Ersparten und der Bank zusammenzutragen. Gutgläubig übergab der Mann die geforderte Summe, gegen 18:30 Uhr, vor einer Gaststätte in der Schillerstraße, Ecke Rothenditmolder Straße, in Kassel an eine unbekannte Frau.

Der Betrogene beschrieb die Geldabholerin als 45 bis 50 Jahre alt, mit osteuropäischen Äußeren, einer Größe von 170 cm bis 175 cm und einer "pummeligen" Statur. Sie soll außerdem Deutsch mit slawischem Akzent gesprochen, eine beige, grobmaschige Strickmütze und einen beigefarbenen Mantel getragen haben. Nach der Geldübergabe stieg die Betrügerin in einen hellblauen älteren Kleinwagen, an dessen Steuer ein Mann saß und fuhr in unbekannte Richtung davon. Die Ermittler der für Straftaten zum Nachteil älterer Menschen zuständigen "EG SÄM" des Kommissariats 24 der Kasseler Kripo suchen nun nach Zeugen, die Hinweise auf die unbekannte Betrügerin und das Kennzeichen des hellblauen Kleinwagens geben können.

Nachdem der Betrogene nach all dem Stress Zeit fand, die ganze Situation "Revue passieren" zu lassen, bekam er Zweifel und suchte umgehend die Polizei auf, um eine Anzeige zu erstatten. Gegenüber den aufnehmenden Beamten des Kriminaldauerdienstes der Kasseler Kripo schilderte er den genauen Ablauf der Betrugsmasche, welche mit dem ersten Anruf einer angeblichen Verwandten am Donnerstagnachmittag begann. Die Frau, die ihn gegen 15:00 Uhr angerufen hatte, fragte ihn: "Hallo, erkennst du mich nicht?" Der nichts Böses vermutende Mann nannte daraufhin einen Vornamen einer weiblichen Verwandten, was das Gespräch auf vertrauter Basis ins Rollen brachte. Nachdem die Betrügerin dem 66-Jährigen sehr geschickt am Telefon erklärte, wofür sie das Geld benötigte, wurde er in den folgenden drei Stunden von weiteren Personen, die sich einmal als ein Bankangestellter eines Kasseler Geldinstituts und eine Notarangestellte ausgaben, bedrängt. In den Telefonaten mit der angeblichen Verwandten schob diese mehrere Gründe vor, warum sie nicht persönlich das Geld abholen könne und daher die Angestellte des Notars, welcher mit dem angeblichen Wohnungskauf betraut sei, das schicken würde.

Zeugen, die gestern Abend in der Schillerstraße, Ecke Rothenditmolder Straße, in Kassel Verdächtiges beobachtet haben und den Ermittlern der EG SÄM des K 24 der Kasseler Kripo Hinweise auf die Betrügerer und das Autokennzeichen geben können, werden gebeten sich unter Tel. 0561 - 9100 bei der Kasseler Polizei zu melden.

Die Polizei gibt folgende Tipps zum Schutz gegen solche Betrugsmasche:

   - Antworten Sie nicht auf die Frage, lassen Sie sich stehst den 
     Namen des oder der Anruferin nennen. 
   - Stellen Sie Fragen, die nur ihre vertraute Verwandte/ Bekannte 
     richtig beantworten kann. 
   - Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen oder 
     familiären Verhältnissen preis. 
   - Bewahren Sie höhere Wertgegenstände und Bargeldbeträge nicht zu 
     Hause, sondern auf der Bank auf. 
   - Wenn Sie ein komisches Gefühl haben und unsicher sind, rufen Sie
     sofort die Polizei unter 110 oder einen Familienangehörigen an 
     und schildern sie den Vorfall. 
   - Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie 
     einfach auf. 
   - Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. 
   - Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und
     erstatten Sie Anzeige. 
   - Sprechen Sie mit ihren älteren Verwandten und Bekannten, 
     erklären Sie ihnen worauf sie zu achten haben und was sie tun 
     sollen, wenn ihnen so etwas passiert. 

Tabea Spurek Pressestelle Tel. 0561 - 910 1020 E-Mail: poea.ppnh@polizei.hessen.de

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Nordhessen
Grüner Weg 33
34117 Kassel
Pressestelle

Telefon: 0561/910 10 20 bis 23
Fax: 0561/910 10 25
E-Mail: poea.ppnh@polizei.hessen.de

Außerhalb der Regelarbeitszeit
Polizeiführer vom Dienst (PvD)
Telefon: 0561-910-0
E-Mail: ppnh@polizei.hessen.de

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