Polizeipräsidium Mainz

POL-PPMZ: Vorläufige Ermittlungsergebnisse zu dem Vorfall "sexuelle Belästigung" am Rheinufer

Mainz-Altstadt (ots) - Dies war die Erstmeldung vom 23.12.2017: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117708/3823648

Die Polizei hat inzwischen mit Hochdruck ermittelt und gleich am folgenden Tag (23.12.) die beiden betroffenen jungen Damen (14 und 15 Jahre), zahlreiche weitere Zeuginnen und Zeugen, den 16-jährigen Helfer und nach Weihnachten zwei der "Täter" (beide 14 Jahre) zu den Ereignissen des 22.12.2017 am Rheinufer, Höhe Malakoff, befragt.

Nach den Aussagen aller Personen stellen sich die Ereignisse wie folgt dar:

Eine 19-köpfige Gruppe, bestehend aus Jungen und Mädchen, hielt sich am Abend des 22.12.2017 am Rheinufer auf. Zwei der Mädchen (die 14- und die 15-Jährige) gingen auf eine Gruppe von vier jungen Männer zu, die zufällig in der Nähe standen, und baten diese darum, für sie Bierflaschen zu öffnen. Daraus entwickelte sich ein Gespräch zwischen den beiden jungen Mädchen und zwei der jungen Männer (beides Schüler, ursprünglich aus dem Iran, seit etwa 2 Jahren in Deutschland). Die Unterhaltung dauerte etwa 20 bis 30 Minuten. Im Verlauf der Unterhaltung legten die beiden Jungen ihre Arme um die Schultern der Mädchen. Als die beiden Jungen bei den Mädchen zudringlicher wurden, schoben diese die beiden Jungen weg. Beide entschuldigten sich bei den Mädchen, die die Entschuldigungen auch annahmen. Beide junge Damen empfanden die Annäherung als etwas aufdringlich, hätten aber von sich aus keine Anzeige erstattet.

Das Ganze war von der Gruppe aus einiger Entfernung beobachtet worden. Ein weiteres Mädchen aus dieser Gruppe und der 16-jährige Zeuge, der sich rein zufällig in der Nähe aufhielt, sahen sich veranlasst, die jungen Männer zurechtzuweisen. Es entstand ein verbaler Streit zwischen einem der Zuwanderer und dem Zeugen. Der 16-Jährige drohte dann damit, seinen Vater anzurufen. Dann ging der Zeuge weg.

Nach einer Weile kam der Zeuge tatsächlich mit seinem Vater zurück und der verbale Streit eskalierte zu einer Schlägerei, bei der alle Beteiligten mehr oder weniger verletzt wurden. Schließlich ergriffen die drei beteiligten Zuwanderer die Flucht. Der vierte war vorher schon geflüchtet.

Wegen der Schlägerei hatten zwei Jugendliche aus der 19-köpfigen Gruppe die Polizei informiert. Gegen alle an der Schlägerei beteiligten Personen wurde Anzeige erstattet. Wer die Schlägerei begann, ist noch Gegenstand der Ermittlung.

Hinweis: Wie helfe ich richtig? Grundsätzlich freuen wir uns über jeden Zeugen, der nicht wegschaut und hilft, wenn jemand in Not ist. Wichtig ist uns auch, dass sich mutige Helfer nicht in Gefahr bringen. Es ist immer richtig - nach dem Motto "Wer nichts tut, macht mit!" - in einer schwierigen Situation den Opfern zu helfen, sie zu fragen, was man für sie tun kann und sofort über Notruf 110 die Polizei (anstelle des Vaters) anzurufen. Statt sich selbst an die Täter oder vermeintlichen Täter zu wenden, diese zu provozieren oder anzugreifen, sollte man andere Menschen/Zeugen ansprechen, Öffentlichkeit schaffen und den Opfer beistehen. Dadurch hält man Täter in der Regel von weiteren Taten ab. Hilfreich sind auch genaue Beobachtungen hinsichtlich einer Täterbeschreibung.

Ganz wichtig: In jedem Notfall/ bei jeder Straftat sofort die Polizei anrufen (110). Wir kommen schnellstmöglich und klären die Situation, kümmern uns um die Festnahme der Tatverdächtigen und befragen die Zeugen noch vor Ort.

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