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30.11.2001 – 13:56

Polizeipressestelle Rhein-Erft-Kreis

POL-BM: Erftkreis Warnung vor Internet-Dialern

      Erftkreis (ots)

Aufgrund vermehrt erfolgter
Anzeigenerstattung nach „überhöhten« Telefonrechnungen von
Internet-Usern, soll hier auf die Gefahren von sogenannten
Dialern hingewiesen werden. Gleichlautende Mitteilungen waren
bereits Gegenstand von Fernsehberichten, die aber offensichtlich
nur einen begrenzten Teil von Adressaten erreicht haben.
„Bundesweite» Fallzahlen sind hier nicht bekannt.

Wozu dienen Dialer?

    Dialer sind Programme, die eine Verbindung zwischen dem PC und dem Internet beziehungsweise dem Internetserver eines Anbieters herstellen.     Als Alternative zur Kreditkartenzahlung beziehungsweise Lastschrifteinzug sind Dialer eine relativ neue, aber stark zunehmende Form, Servicedienstleistungen im Internet über die Telefonrechnung abzurechnen. Einige seriöse Anbieter (zum Beispiel Stiftung Warentest) verlangen einen festgelegten Betrag pro heruntergeladenem Dokument. Die meisten Dialer verbinden jedoch für bis zu 3,63 Mark pro Minute über eine 0190er-Nummer mit dem Internet.

    Außerdem gibt es noch 0190er-Nummern mit frei wählbaren Tarifen. Hier kann dann im Extremfall schon eine Sekunde Surfen 69 Mark kosten, weil es Tarife gibt, in denen angefangene Stunden voll bezahlt werden müssen.

    Dialer finden sich auf den Internetseiten zum Beispiel von Stiftung Warentest oder bei Anbietern von Handyklingeltönen, meist aber auf Erotik- und Spieleseiten. Sie werden dort zum kostenlosen Download angeboten.

Wirkungsweise und Probleme mit Dialern

    Meist wird vor dem Download auf die hohen Folgekosten nicht hingewiesen. Auch die Wirkungsweise eines Dialers wird nur selten erklärt. Manche Dialer geben sogar nach dem Start des heruntergeladenen Programms, vor der Einwahl ins Internet, keinen Kostenhinweis.     Die meisten Dialer trennen ausserdem die teure Verbindung zum Erotik- oder Spieleanbieter nicht automatisch, wenn die Seite verlassen wird. Wechselt der Nutzer zu anderen, kostenlosen Internetseiten oder schließt er den Internetbrowser über das „Schließen-Kreuzchen, berechnet der Gebührenzähler weiter 3,63 Mark pro Minute, bis die Internet-Verbinung tatsächlich getrennt wird.

    Regelrecht bösartig sind Dialer, die ohne Wissen des Nutzers die ursprüngliche Standardverbindung zum günstigen Internetprovider überschreiben und sich selbst als Standardverbindung installieren. Wer danach bei Verbindungen zum Internet nicht auf die veränderte Rufnummer achtet, surft immer für 3,63 Mark.

Muss man für Dialer-Verbindungen zahlen?

    Grundsätzlich ja. Urteile zur Dialer-Problematik gibt es bisher nur wenige. Tenor aller Urteile: Der Internetnutzer ist für die Konfiguration seines PC selbst verantwortlich.     Bei nachweislichem Betrug durch einen „bösartigen Dialer ist eine strafrechtliche Verfolgung möglich. Wichtig ist in diesen Fällen: Beweismittel sammeln, auf keinen Fall den Dialer von der Festplatte löschen, bevor er eine (Beweis-)Sicherung erfolgt ist.

Wie kann man sich vor Dialern schützen?     Es gibt Dialer-Abwehrprogramme. Ein verbreitetes ist das kostenlose „Connection-Watcher, das DFÜ-Netzwerk-Verbindungen auf die Vorwahl 0190 überprüft.     Wer kein PC-Kenner ist, sollte lieber ganz die Finger von Dialern lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit seiner Telefongesellschaft – so sie es grundsätzlich zulässt – ein monatliches Kostenlimit vereinbaren oder 0190er-Nummern ganz sperren lassen. Im letzteren Falle lassen sich dann allerdings auch seriöse Angebote nicht mehr nutzen.

Wie wird man Dialer wieder los?     Manche Dialer lassen sich problemlos über ein mitgeliefertes Deinstallationsprogramm von der Festplatte entfernen. Doch das ist die Ausnahme. In der Regel müssen das Programm, die von ihm angelegten Dateien und die DFÜ-Netzwerk-Verbindung einzeln gelöscht werden.

ots-Originaltext: Polizeipressestelle Bergheim

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Dezernat VL2/ Medienkontakte VL21, Herr Chrobok
Telefon: 02233/ 52-4211

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